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Wie vier Etappen an der Tour de France

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: michel spicher

Es gibt Menschen, die stolz darauf sind, dass sie mit dem Velo zur Arbeit fahren. Dann gibt es Leute, die mit geschwellter Brust auf zwei Rädern und mit eigener Muskelkraft einen Alpenpass bezwingen. Und dann gibt es tatsächlich noch jene Handvoll Menschen, die 720 Kilometer zurücklegen, an einem Tag, in einem Stück. So wie am jährlich stattfindenden Radmarathon.

720 km, das entspricht vier Tour-de-France-Etappen, oder der Strecke Genf-St. Gallen retour. 720 km und man erreicht von Freiburg aus die spanische Grenze. Wer diese Strecke nonstop zurücklegt, tut dies normalerweise mit dem Auto oder im Flugzeug. Aber auf dem Rad?! Wer tut so etwas? Und vor allem wieso?

«Die eigenen Grenzen kennenlernen»

Kevin Biehl entdeckte seine Liebe zu Extremdistanzen letztes Jahr. Da nahm der Murtner am grössten Bikerennen von Europa, dem Biketransalp, teil und spuhlte in acht Etappen total 660 Kilometer und 21 640 Höhenmeter ab. «Ich habe bemerkt, dass mir solche lange Strecken zusagen. Je länger ich auf dem Rad war, desto besser lief es mir. Und eigentlich musste ich nie bis an meine Grenzen gehen.»

Doch genau das ist es, was der bald 30-Jährige will: die eigenen Grenzen ausloten. Und da sich Biehl auf dem Rad eigentlich wohler fühlt als auf dem Bike, lag die Teilnahme am Radmarathon auf der Hand. «Mein Ziel ist es, die 720 km in 26 bis 28 Stunden zu schaffen.»

Gelingt dies dem Murtner, könnte er nächstes Jahr am härtesten Radrennen der Welt, dem «Race across America», teilnehmen. 5000 km mit einer Gesamthöhendifferenz von 30 000 m, von der Westküste der Vereinigten Staaten hin zur Ostküste. Die ultimative Herausforderung für jeden Ultra-Radfahrer. «Mal schauen», wiegelt Biehl mit einem Leuchten in den Augen ab.

15 Stunden pro Woche

Für seine Premiere hat sich der Murtner akribisch vorbereitet. 15 Stunden pro Woche sitzt er im Sattel, fährt morgens mit dem Rad nach Bern zur Arbeit und abends über Umwege nach Hause, so dass er seine zwei bis vier Stunden Tages-Training erhält. Und jeden Sonntag schwingt er sich auf sein Rad, macht eine Tour von acht bis zwölf Stunden und legt bis zu 300 km zurück. «Dabei starte ich möglichst um sechs Uhr früh, damit ich am Nachmittag Zeit für meine Freundin habe.»

Aber eben: Mehr als 300 km am Stück hat der Guggenmusik-Fan bisher nie absolviert. «Die Schwierigkeit wird beim Marathon darin liegen, abzuschätzen, in welchem Tempo ich von Anfang an fahren kann, um einerseits vorne dabei zu sein und andererseits das Ganze auch zu überstehen.»

Mit Navi und Roadbook

Damit Kevin Biehl das Ganze auch wirklich heil übersteht, begleitet ihn während des Rennens ein Team im Auto. Eine Physiotherapeutin überwacht den Gesundheitszustand des Seeländers, der sich während des Rennens nur mit Flüssignahrung versorgt. «Eine Toilettenpause würde zu viel Zeit kosten», erklärt er, «mehr als ein kurzer Pinkelstopp liegt nicht drin.»

Vom Begleitfahrzeug aus wird Biehl per Funk auf den richtigen Weg gelotst. «So muss ich nicht selber auf das Navigationsgerät oder ins Roadbook schauen und kann mich ganz aufs Fahren und den Verkehr konzentrieren», sagt der bald 30-Jährige.

Tödliche Unfälle

Denn die 720 km absolviert Biehl wie die anderen Radfahrer meist auf Hauptstrassen, zusammen mit dem übrigen Verkehr. Eine spezielle Route ist für die Marathon-Teilnehmer nicht abgesteckt. Besonders in der Nacht kommt es da mitunter zu gefährlichen Situationen.

«Zwar müssen sich die Fahrer an die Verkehrsvorschriften halten, also auch an einer roten Ampel anhalten, und die Rennvelos müssen mit Licht ausgerüstet sein», erklärt der Murtner. «Trotzdem ist letztes Jahr ein Fahrer gestorben, weil ihn nachts ein Betrunkener angefahren hat.» Auch wegen des Sekundenschlafs komme es immer wieder zu Unfällen.

«Deswegen wird mein Begleitfahrzeug wenn irgendwie möglich immer hinter mir herfahren und eine Art Schutzmauer für mich sein. Bei allem Ehrgeiz – die Gesundheit geht vor.»

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