Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Wie weiter ohne Elternbeiträge?

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der Bundesgerichtsentscheid, gemäss dem bei Landschulwochen oder Skilagern keine Elternbeteiligung mehr möglich ist und die Gemeinden die ganzen Kosten übernehmen müssen (siehe Kasten), war das Thema Nummer eins an der gestrigen Generalversammlung des Verbands der Freiburger Ferienheime und Gruppenunterkünfte in Le Pâquier.

Zwar war zu diesem Thema keine Abstimmung traktandiert, sondern nur eine informelle Aussprache gegen Ende der Versammlung. Doch die Gemüter gingen hoch, und so wurde die Diskussion für eine regelrechte «Chropfleerete» benutzt.

Gemeinden zur Kasse bitten

«Man müsste die Gemeinden dazu zwingen, mehr zu bezahlen», sagte etwa ein Votant aus dem Plenum. In mehreren Kantonen werde das schon so gemacht. «Für Familien mit wenig Geld wird es schwierig, so ein Lager zu finanzieren. Ich bin total gegen diese Änderung», meinte ein anderer. Letztlich drohe das Verschwinden solcher Lager-Aktivitäten, und das würde für die betroffenen Kinder und Jugendlichen das Ende einer höchst wertvollen Lebenserfahrung bedeuten, hiess es. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass nicht alle Kantone gleich auf dieses Bundesgerichtsurteil reagiert haben. Die Anwesenden forderten finanzielle Unterstützung für finanzschwache Familien oder wiesen auf eine derzeit unter anderem in den sozialen Medien kursierende Petition zu diesem Thema hin.

«Eine solche Petition ist sicher das richtige Instrument, um jene, die Verantwortung tragen, zu sensibilisieren», sagte Verbandspräsident Pierre-André Briguet. «Denn die Jurisprudenz ist uns in diesem Fall buchstäblich auf den Kopf gefallen.» Die neue Rechtslage sei nun einmal da; daran lasse sich nicht mehr rütteln. Der einzig gangbare Weg sei jener der Sensibilisierung.

«Ein Aus für schulische Ferienlager gefährdet über kurz oder lang auch die Existenz unserer Institutionen», fügte Marisa Girod, Internet-Verantwortliche des Verbands, an. Und sie doppelte nach: «Man darf auch nicht vergessen, dass die Ferienheim-Gäste von heute die Hotelgäste von morgen sind.» 80  Prozent der Kundschaft komme aus der Deutschschweiz. Und wenn es einem Kind oder Jugendlichen an einem bestimmten Ort im Ferienheim gefalle, so komme er später als Erwachsener wieder zurück, um in den Hotels und Ferienwohnungen für Umsatz zu sorgen. So hänge alles zusammen.

Neues Vorstandsmitglied

Der statutarische Teil der Versammlung sorgte für weit weniger Emotionen. Diskussionslos genehmigten die rund 20 Anwesenden sämtliche Geschäfte des Abends.

Neu in den Vorstand des Verbands wurde Jean-Marie Buchs gewählt. Die Jahresrechnung schloss bei einem Aufwand von 18 344 Franken mit einem Defizit von 7728 Franken ab. Die Bilanz präsentierte Aktiven und Passiven in der Höhe von je 14 201.65 Franken. Und für dieses Jahr ist ein Gewinn von 62 Franken bei Ausgaben von 9940 Franken budgetiert. Der Verband zählte per Ende Dezember des letzten Jahres 38 Gruppenunterkünfte mit insgesamt 3073 Betten.

In seinem Jahresbericht erwähnte Pierre-André Briguet die Promo-Aktionen in spezialisierten Publikationen, die Unverzichtbarkeit einer starken Internetseite und die gute Zusammenarbeit mit dem Freiburger Tourismusverband im Rahmen des Easy-Check-In-Programms. Marisa Girod wies in ihrem Teil des Jahresberichts darauf hin, dass im letzten Jahr 853 Online-Anfragen bearbeitet worden seien; das seien immerhin 33 pro Haus. 82  Prozent der Anfragen seien über die französischsprachige Website Colonies.ch gelaufen, 156 Anfragen über Ferienheime.ch. Damit hätten sich die Anfragen in den letzten fünf Jahren ungefähr verdoppelt.

Vorgeschichte

Weitreichende Konsequenzen

Gemäss einem Bundesgerichtsentscheid, der Ende des vergangenen Jahres fiel, dürfen Volksschulen keine Elternbeiträge für ausserschulische Aktivitäten mehr einfordern, auch im Kanton Freiburg nicht. Das hat weitreichende Konsequenzen für Schulreisen, Sportlager und Projektwochen. Der Aufschrei war gross – selbst in Bundesbern. Je eine Interpellation von sechs Freiburger Nationalräten und von Ständerat Beat Vonlanthen forderten im Februar vom Bundesrat Lösungen.

jcg

 

Mehr zum Thema