Die Düdingerinnen Elena Steinemann und Samantha Cash beim Block.
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Wieder stand Sm’Aesch-Pfeffingen im Weg

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«Wann kommt Trine Kjelstrup zurück?» war die Frage, die sich gestern Abend nach der 1:3-Niederlage gegen Sm’Aesch-Pfeffingen aufdrängte. Ohne seine an der Hand verletzte Topskorerin tut sich Volley Düdingen momentan schwer. So schieden die Power Cats gestern im Cup-Achtelfinal mit 24:26, 14:25, 25:21, 17:25 aus – gegen jenen Gegner, den sie im vergangenen November in einem spannenden Fünf-Satz-Krimi noch an den Rand einer Niederlage gebracht hatten. Düdingen kämpfte zwar heroisch, aber der Sieg lag ausser Reichweite. Wer weiss, was mit Kjestrub möglich gewesen wäre?

Auch am Samstag im NLA-Meisterschaftsspiel gegen Franches-Montagnes wurde deutlich, wie schwer bei Düdingen der Ausfall der 26-jährigen Dänin wiegt: Das Team von Dario Bettello gewann zwar knapp in fünf Sätzen (25:21, 19:25, 23:25, 25:15, 15.7), in der Vorrunde hatte es den gleichen Gegner aber noch mit 3:0 (25:9, 25:11, 25:19) abgefertigt. «Trine ist eine sehr wichtige Spielerin für uns, 50 Prozent unserer Angriffe laufen normalerweise über sie», erläuterte ein gestern enttäuscht wirkender Bettello die Wichtigkeit seiner Topskorerin. «Wenn sie fehlt, tut uns das weh.» Und wann kehrt Kjelstrup zurück? «Eine Woche wird uns Trine sicher noch fehlen», seufzte Bettello. Dann müsse man von Tag zu Tag schauen, wie der Heilungsprozess ihrer Hand verlaufe. «Ich wäre zufrieden, wenn sie rechtzeitig zum Playoff-Start (Mitte Februar, Red.) wieder voll einsatzfähig ist.»

Im Angriff zu wenig effizient

Wie schon im Vorjahr bedeutete auch gestern Sm’Aesch-Pfeffingen für Düdingen Endstation im Schweizer Cup – letzte Saison im Halbfinal, nun im Achtelfinal. Dabei hatte es anfangs noch anders ausgesehen. Die Power Cats vermochten im ersten Satz sehr gut mitzuhalten und lagen in einem spannenden und phasenweise hochstehen Kampf mit 11:10 in Führung. Von da an übernahm allerdings der Gast die Führung und gab diese nicht mehr ab. Düdingen wehrte noch zwei Matchbälle ab, der dritte zum 24:26 war dann einer zu viel. Der Satz hätte allerdings ebenso gut auf die andere Seite kippen können, was den Senslerinnen für den weiteren Spielverlauf durchaus Selbstvertrauen geben durfte.

Umso unverständlicher ist es, was im zweiten Durchgang passierte. 5:3 lag Düdingen in Front, als plötzlich gar nichts mehr ging. Mit Nationalspielerin Gaby Schottroff am Service schaffte es Aesch tatsächlich, dreizehn Punkte am Stück zu verbuchen. Die Power Cats leisteten sich in dieser Phase zwar einige Unsicherheiten in der Annahme, aber fataler war die Tatsache, dass sie im Angriff nicht mehr reüssieren konnten. «Gegen Aesch ist es entscheidend, dass du sie mit deinem Angriff unter Druck setzt. Es nützt nichts, den Fokus auf eine Spielerin zu setzen und diese aus dem Match nehmen zu wollen. Aesch hat ein so breites Kader, da wechselt der Trainer einfach eine andere seiner acht Ausländerinnen ein», erklärte Bettello seine Matchtaktik.

Aesch mit dem breiteren Kader

Im dritten Satz zeigte sich Düdingen im Angriff wieder effizienter und vermochte die abwehrstarken Baslerinnen vermehrt unter Druck zu setzen. Aeschs Trainer Andy Vollmer sah sich prompt gezwungen, gleich drei Wechsel vorzunehmen. Die Power Cats liessen sich aber nicht mehr aufhalten und holten den Satz mit 25:21. «Obwohl wir die meiste Zeit mit nur einer Ausländerin gespielt haben, haben wir Aesch so weit gebracht, dass es sein Team umstellen musste. Das ist zumindest ein Teilerfolg für uns», sagte Bettello nach dem Spiel. Wirklich darüber freuen mochte er sich dennoch nicht. «Wenn du ein einem K.-o.-Spiel verlierst, bist du raus aus dem Wettbewerb.»

Auch im vierten Satz forderte Düdingen den Favoriten. Nicole Eiholzer, die auf der Diagonalposition den Part von Kjelstrup übernahm, zeigte wiederum eine gute Leistung, in punkto Konstanz kann sie der Topskorerin allerdings noch nicht das Wasser reichen. Diese braucht es allerdings, um ein so starkes Team wie Aesch bezwingen zu können. «Was uns fehlt, ist eine Spielerin, bei der du weisst, dass sie den Punkt macht, wenn nicht im ersten, dann im zweiten Anlauf», so Bettello. «Eine Spielerin, die du auch unter Druck anspielen kannst und die den Ball trotzdem im gegnerischen Feld unterbringen kann.»

Nach dem Out im Schweizer Cup, der dieses Jahr wegen Corona nur mit den 10 NLA-Teams ausgetragen wird, kann sich Düdingen nun voll auf die Meisterschaft konzentrieren. Da liegen die Power Cats nach wie vor auf Rang drei, wegen des Punktverlust vom Samstag in Franches-Montagnes liegt Kanti Schaffhausen aber nur noch einen Punkt dahinter.

Dabei hatte es anfangs gar nicht danach ausgesehen, als würden die Düdingerinnen in den Freibergen einen Zähler liegen lassen. Obwohl Franches-Montagnes im Vergleich zum Hinspiel, als es Corona-bedingt auf einige Spielerinnen verzichten musste, besser spielte, zog Düdingen durch eine Fünf-Punkte-Servicereihe von Méline Pierret im ersten Satz auf 11:5 davon. Weil es den Jurassierinnen nie gelang, mehr als zwei Punkte am Stück zu gewinnen, hielt der Vorsprung bis zum 25:21 Bestand. Doch danach drehte das Blatt. «In Satz zwei und drei haben wir weniger gut serviert, und wir waren im Angriff nicht mehr so effizient», resümierte Bettello. Düdingens Trainer wechselte seine Spielerinnen relativ oft, was sich in den Sätzen vier und fünf auszahlte. Während bei Franches-Montagnes’ stark forcierten Diagonalspielerin Ivonne Montano und Mitteblockerin Emmaline Willis die Kräfte nachliessen, konnte Düdingen sein Tempo hoch halten. Im Sog von Samantha Cash (26 Punkte) und Captain Elena Steinemann (18 Punkte) fiel das Verdikt danach wieder klar (25:15, 15:7) zugunsten der Power Cats aus. Nicole Eiholzer sorgte im vierten Durchgang mit ihrem Service dafür, dass sich ein 2:5-Rückstand in eine 12:5-Führung verwandelte. «Wir hätten natürlich lieber alle drei Punkte mitgenommen, aber ich bin trotzdem zufrieden», bilanzierte Dario Bettello. «Anders als zuletzt gegen Cheseaux haben wir den Match nach dem1:2-Satzrückstand noch drehen können. Für das Selbstvertrauen der Spielerinnen war es wichtig, zu sehen, dass wir auch ohne Trine gewinnen können.»

Telegramme

Cup: Düdingen – Aesch 1:3 (24:26, 14:25, 25:21, 17:25)

Leimacker. – Keine Zuschauer.

TS Volley Düdingen: Pierret, Weiland, Sulser, Eiholzer, Steinemann, Cash, Deprati (Libera); Giustino.

Sm’Aesch-Pfeffingen: Maeder, Bogdanova, Schottroff, Duello, Bates, Saita (Libera), Wylie; Schirmer, Matter, Oleksak.

Bemerkungen: Düdingen ohne Kjelstrup (verletzt). – Wahl zu den besten Spielerinnen: Eiholzer und Saita.

NLA: Franches-Montagnes- Düdingen 2:3 (21:25, 25:19, 25:23, 15:25, 7:15)

Les Breuleux. – Keine Zuschauer.

Franches-Montagnes: Vlasic, Nsunguimina, Willis, Montano, Varé, Sciarini (Libera); Chappette, Gerber.

TS Volley Düdingen: Sulser, Eiholzer, Steinemann, Cash, Pierret, Giustino, Deprati (Libera); Wieland, Mebus, Knutti (Libera), Zurlinden.

Bemerkung: Düdingen ohne Kjelstrup (verletzt).

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