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«Wieso geht der jetzt plötzlich in die Kirche?»

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«Wieso geht der jetzt plötzlich in die Kirche?»

Am Beispiel einer Deutschfreiburger Taizé-Gruppe: Wie junge Menschen heute ihren Glauben leben

Eine Gruppe von jungen Menschen trifft sich in St. Antoni seit rund fünf Jahren regelmässig zum Taizé-Gottesdienst und dann zum gemeinsamen Abend. Anstoss dazu war ein Besuch bei der Taizé-Gemeinschaft im französischen Burgund.

Mit den Jugendlichen sprachen
WALTER MÜLLER und JOSEF BOSSART, JEAN-CLAUDE GADMER (Bilder)

Eure Gruppe kommt jeden ersten Freitag im Monat zusammen. Die Treffen beginnen immer mit einer Messe, an der auch Taizé-Lieder gesungen werden. Wie wichtig ist euch der Gottesdienst bei diesen Zusammenkünften?

Hannes: Ich empfinde die Messe als etwas sehr Zentrales. Sie ist ein super Einstieg: Unsere Treffen könnten gar nicht anders beginnen, das gäbe keinen Sinn. Dabei geht es darum, gemeinsam an etwas teilzunehmen, sich gemeinsam für etwas zu begeistern. Was nachher kommt, ist ein Auspendeln der Freude, die man dabei gewonnen hat.
Alain: Die Messe ist für mich die höchste Form des Gebets. Sie ist in meinem Leben etwas Tragendes geworden. Ich habe bereits einige Jahre Jugendarbeit hinter mir. Eine kirchliche Jugendarbeit, die sich von der Eucharistiefeier entfernt, wie dies bei gewissen Verbänden, etwa der Jubla (Jungwacht und Blauring) der Fall ist, entfernt sich meines Erachtens von der Kirche. Eine kirchliche Jugendarbeit kann nur dann leben, wenn sie auch von der Eucharistie lebt.

Mit dieser Ansicht seid ihr geradezu Musterkatholiken. Aus eigener Überzeugung?

Sascha: Aus Überzeugung, und dazu stehe ich.
Jasmine: Ich habe das Gefühl, dass ich Gott auch dann nahe sein kann, wenn ich nicht in der Messe bin, zum Beispiel zuhause bete. Es ist nicht so, dass ich jeden Sonntag zur Messe gehe. Zur Taizé-Messe komme ich aber, weil sie absolut schön ist, mit der Musik ergibt sich eine wunderbare Stimmung. In der Messe empfinde ich einen gewissen Druck, man müsse, wenn es still ist, mit Gott reden, weil alle rundum es möglicherweise so machen.

Gottesdienst ist immer auch Gemeinschaft. Wie wichtig ist es, wer zusammen mit euch den Gottesdienst feiert?

Hannes: Wer mit dabei ist, ist sicher ein wesentlicher Punkt. Das ist auch bei den Weltjugendtreffen wichtig. Das gilt auch für uns: Man fühlt sich wohl, eckt nicht dauernd bei den Leuten an, man kann gemeinsam auf ein Ziel losgehen. Was ich bei unseren Taizé-Gottesdiensten sehr schätze: Man kann meditieren, kann über die Texte nachdenken während den zehn oder zwölf Minuten der Aussetzung des Allerheiligsten und spricht nicht «auf Kommando» das Gebet, das jetzt auf dem Programm steht. Jeder Mensch ist verschieden, und je nachdem, wie man den Tag verbracht hat, braucht man halt etwas länger.

Weshalb macht ihr bei der Taizé-Gruppe mit?

Jeffry: Ich habe von klein auf mit der Grossmutter gebetet, bin mit ihr immer zur Messe gegangen. In der dritten Klasse habe ich als Messdiener begonnen. Später war ich Kommunionhelfer und Lektor. Einmal in der Woche gehe ich einfach zur Messe. Die meisten in meinem Alter allerdings fragen: Wozu die Messe besuchen? Sie haben einfach keine Zeit, es gibt so viele andere Beschäftigungen wie etwa Fussball. Obwohl: Eine Stunde pro Woche wäre ja eigentlich nicht viel.
Claudine: Auch ich wurde so erzogen, dass man zur Messe geht. Ich bin also mit der Religion aufgewachsen. Klar gab es auch bei mir einmal eine Zeit, in der man beginnt, sich von der Kirche zu distanzieren. Dann kam der Tag, an dem es hiess: Wir gehen nach Taizé. Mit etwas seltsamem Gefühl meldete ich mich an. In Taizé war ich sehr überrascht, dass man die Kirche auch auf eine andere Weise erleben kann. In Form von Liedern und zusammen mit anderen Jugendlichen. Hier in St. Antoni ist es eigentlich eine Seltenheit, dass die Jungen zur Kirche gehen. Taizé hat mich wieder zur Kirche gezogen.
Hannes: Ich war ursprünglich protestantisch und bin vor einem Jahr zum katholischen Glauben übergetreten. Vorher lebte ich überhaupt nicht nach religiösen Massstäben. Es gab Zeiten, da fluchte ich über die Religion und dachte, gläubige Menschen seien Spinner. Die Wende kam, als ich erlebte, was Religion sein kann. Ich weiss nicht mehr genau wie, aber irgendwie kam ich in Kontakt mit Beat Marchon, dem Pfarrer hier in St. Antoni. Es ging um das Weltjugendtreffen vor zwei Jahren in Toronto, das mich zu faszinieren begann. Schliesslich reiste ich mit.

Das Erlebnis hat meine Persönlichkeit verändert. In mir kam die Gewissheit auf, dass ich das wollte. An Ostern des vergangenen Jahres bin ich mit meiner Mutter und zwei Geschwistern konvertiert. Seither versuche ich den Glauben zu leben, soweit dies in unserer Gesellschaft noch möglich ist.

Peter: Vor einigen Jahren ging es mir schlecht. Da wuchs mein innerer Durst, das Bedürfnis nach Erfüllung. Ich begann an Jesus zu glauben, da ich immer mehr zur Überzeugung gelangte, dass ich hier meine Sehnsüchte stillen kann. Und dann gibt es Orte, die mich wahnsinnig erfüllt haben. Im täglichen Leben gibt es zwei Aspekte, an die ich mich zu halten versuche: Zum einen der Kontakt zu Gott über das Gebet, einem Bewusstwerden, dass es Gott wirklich gibt. Zum anderen das Angebot an Sakramenten: Ich versuche auch hier aufzutanken.

Ihr wart am Weltjugendtreffen in Toronto überrascht, wie viele «Aussenseiter» es gab?

Lu zia: Ja, dass man ja gar nicht allein ist.
Alain: Ich kam durch den Weltjugendtag im Jahr 2000 in Rom in die Gruppe hinein. Ich habe seither den Herz-Jesu-Freitag hier regelmässig mitgefeiert. Als ich von Rom heimkam, dachte ich: Es ist etwas so Grossartiges geschehen in mir, ich habe Antwort erhalten auf eine zehnjährige Suche und will das weiterpflegen. Als ich mich fragte, wie das geschehen solle, bot sich der Herz-Jesu-Freitag an.

Allmählich wurden die Gottesdienstbesuche regelmässiger, und auch im Alltag wird das Denken an Gott stärker. Ich mache Wallfahrten, und auch der Herz-Jesu-Freitag ist für mich wichtig geworden. Auch unsere Gruppe – wo man Menschen trifft, da trifft man auch Gott. Das geht ineinander über.

Caroline: Als ich Kind war, betete die Mutter mit mir. Wenn wir mit dem Auto auf Familienausflügen waren und ohne anzuhalten an einer Kirche vorbeifuhren, so soll ich jeweils unter Tränen gebeten haben, in diese Kirche zu gehen, erzählte mir die Mutter später. Schon von klein auf wollte ich die Eltern zur Messe begleiten. Die Kirche hat mich immer fasziniert, ich fühlte mich immer darin geborgen.

Ich kann mir ein Leben ohne Glauben nicht vorstellen. Ich spüre Jesus manchmal wirklich sehr intensiv, besonders auf Wallfahrten. Ich bin schon viel wallfahren gegangen: nach Lourdes, Medjugorje … Gehe ich zur Messe, dann nicht wegen der Predigt, sondern wegen der Eucharistiefeier, denn dort ist Jesus wirklich unter uns und kommt in unser Herz.

Sascha: Wie meine Schwester Caroline bin ich von klein auf von meinen Eltern im christlichen Glauben erzogen worden. Ich war Messdiener und bin jetzt Lektor und Hilfs-Sigrist.

Vor zwei Jahren war ich allerdings nicht unbedingt so, machte Nahkampf, war Türsteher und trainierte Bodybuilding. Ich schob Gott auf die Seite und trainierte und trainierte. Es war ein Metier,

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