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Wieso nicht Geimpfte an der Universität Freiburg unter Druck sind

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An der Uni Freiburg kehrt langsam wieder Normalität zurück. Die Zertifikatspflicht erlaubt den Präsenzunterricht. Doch all jene, die sich nicht impfen lassen möchten, kommen unter Druck, eine Entscheidung zu treffen.

Die Universität Freiburg hat seit drei Wochen wieder ihre Türen geöffnet. Die Uni-Mensen sind gut gefüllt, in den Gängen ist es wieder laut, und die Vorlesungen sind voller Studentinnen und Studenten. Möglich geworden sei das nur dank der Einführung der Zertifikatspflicht, sagt Rektorin Astrid Epiney: «Es war die beste aller schlechten Möglichkeiten», um den Präsenzunterricht wieder dauerhaft einzuführen. Andernfalls hätte sich wohl spätestens nach einigen Wochen ein Ansteckungsherd gebildet, und die Uni hätte den «Laden wieder schliessen müssen». 

Für die Zertifikatspflicht sind viele Studentinnen und Studenten dankbar. Das bestätigt auch Guillaume Haas, Co-Präsident der Studierendenvereinigung AGEF. «Die Mehrheit der Studierenden ist glücklich darüber, wieder im Präsenzmodus Vorlesungen und Seminare zu haben, und sehr zufrieden mit den derzeitigen Massnahmen.»

Weniger zufrieden mit der Gesamtsituation sind nicht geimpfte Studierende. Sie fragen sich, wie gut der Unterricht ist, wenn sie die Vorlesungen nicht vor Ort verfolgen können. 

«Es ist nicht dieselbe Qualität»

Einige Dozenten gäben sich Mühe und würden die verwendeten Dokumente hochladen, die Vorlesung filmen und auch auf Fragen der Studenten zu Hause eingehen, sagt eine 22-jährige Psychologiestudentin. Andere Professoren wiederum würden nur Präsentationen hochladen ohne weitere Informationen. «Es ist nicht dieselbe Qualität», sagt die Psychologiestudentin. «Wir haben so einen enormen Nachteil gegenüber den anderen Studierenden.» Das sei unfair. «Ich will die gleichen Chancen haben, die Prüfung zu bestehen, wie meine Kolleginnen und Kollegen, die die Vorlesungen vor Ort besucht haben», sagt sie.

Die Psychologiestudentin hat sich vergangenes Wochenende impfen lassen. «Eigentlich wollte ich das nicht, ich habe lange mit mir gerungen.» Aber die Sorge um die Qualität der Vorlesungen im Fernunterricht war einer der Gründe, wieso sie sich schliesslich zur Impfung entschieden hat. 

Eine 24-jährige Rechtsstudentin hat in den vergangenen Wochen ihre Vorlesungen online verfolgt, weil sie ihre zweite Impfdosis noch nicht erhalten hat. Sie hat gute und schlechte Erfahrungen mit dem Fernunterricht gemacht. Der Dozent habe in einer Pflichtvorlesung eine Kamera aufgestellt und sich sowie die Präsentation hinter ihm gefilmt. «Wir konnten von zu Hause aus alles sehen und haben ihn auch gut gehört. Das war wirklich gut», sagt sie. Beim zweiten Mal jedoch habe der Dozent die Kamera nicht drehen wollen, als er gewisse Aspekte der Vorlesung auf dem Whiteboard erklärte. «Das war für uns nicht so gut, weil wir absolut nichts mitbekommen haben», sagt sie. 

Nie gleich gut

Die Rektorin der Uni, Astrid Epiney, sagt auf Anfrage, dass die Dozenten und Professoren verpflichtet seien, eine Variante des Distanzunterrichts anzubieten. «Der Fernunterricht kann jedoch nie ganz gleichwertig sein mit dem Unterricht im Präsenzmodus», sagt Epiney. «Das wurde auch transparent kommuniziert.» Dozierende müssten ihre Vorlesung nicht zwingend aufnehmen oder live streamen, aber sie müssten etwas Valables anbieten. «Was jedoch nicht geht, ist, einfach Lehrbücher weiterzugeben und sonst nichts», stellt Epiney klar. 

Dabei seien Probleme beim Fernunterricht nicht ausgeschlossen. «Wir sind jetzt erst in der dritten Unterrichtswoche, das entwickelt sich noch.» Die Uni habe auch Verständnis für die Studierenden. «Es ist wichtig, dass Studierende, die der Ansicht sind, dass der Fernunterricht ungenügend ist, sich direkt an die Dozierenden oder das Departement wenden.» Das legt auch AGEF-Co-Präsident Guillaume Haas den Studierenden ans Herz. «Ich glaube, viele trauen sich nicht. Aber sie können auch auf uns zukommen, wir können helfen», sagt er. 

Organisatorischer Aufwand

Ist eine Studentin oder ein Student nicht geimpft, so muss sich die Person mehrmals in der Woche testen lassen, damit sie den Unterricht an der Universität verfolgen kann. Ab heute Montag sind die Tests kostenpflichtig. Für Personen, die die erste Impfdosis bereits haben, sind die Tests noch bis Ende Oktober gratis. Wer sich nicht impfen lassen möchte, muss also bald jede Woche tief ins Portemonnaie greifen. 

Für die Psychologiestudentin waren die ständigen Tests ein weiterer Grund für die Impfung. «Ich hatte keine Lust, mich immer wieder testen zu lassen», sagt sie. Das sei ein grosser organisatorischer Aufwand, bedeute unnötigen Zeitverlust und Stress. Ausserdem koste es bald viel Geld, da alle Kosten auf sie selbst zurückfallen würden. Sie hatte gehofft, dass die Universität die Tests für die Studierenden übernehmen würde. 

Nicht geimpft ist eine 19-jährige Studentin, die Medienwissenschaften im ersten Jahr studiert. Auch sie findet, dass die Organisation rund um das Testen mühsam sei und dass es nicht zuletzt eine Kostenfrage sei, seit klar sei, dass der Bundesrat die Tests nicht mehr gratis anbieten werde. Sie ist noch unschlüssig, ob sie sich impfen lassen möchte. Aber nebst der Organisation der Tests verunsichert sie auch der Fernunterricht, und sie möchte den Anschluss nicht verlieren. 

Sozialer Nachteil

«Ich will am Studentenleben teilnehmen können», sagt sie. Sie möchte nichts verpassen, nur weil sie nicht geimpft ist. «Es geht mir darum, dass ich mich nicht zur Impfung zwingen lassen möchte», sagt sie. Aber wenn es nicht mehr anders gehe, dann werde sie sich impfen lassen. Die Psychologiestudentin kennt viele Uni-Kollegen, die sich widerwillig haben impfen lassen: wegen der Kosten für die Tests, der sozialen Aspekte und des Fernunterrichts. «Wir haben uns wegen des Drucks von aussen impfen lassen», sagt sie. 

In den Räumlichkeiten der Universität herrscht seit Semesterbeginn die Zertifikatspflicht.
Aldo Ellena

Tests

Keine Pooltests an der Uni möglich

Die Hochschule für Technik und Architektur Freiburg bietet ihren Studierenden seit Anfang Oktober Speichel-PCR-Pooltests an. Das Zertifikat ist anschliessend eine Woche lang in den Räumlichkeiten der betreffenden Hochschule gültig. 

An der Universität Freiburg seien Pooltests jedoch nicht möglich, stellt Astrid Epiney klar. «Wir haben das geprüft, und es ist bei uns logistisch nicht umsetzbar», sagt sie. Einzig in kleineren Gruppen könnte das möglich sein, beispielsweise für Labors. «Die Uni Freiburg hat rund 11’000 Studierende und keine Klassenverbände; die Studierenden haben zahlreiche Lehrveranstaltungen mit jeweils anderen Teilnehmenden, sodass eine zentrale Umsetzung von Pooltests selbst auf Fakultätsebene logistisch nicht mit vertretbarem Aufwand möglich ist.» Auch bedauert sie, dass die Uni selbst keine Tests anbieten und übernehmen kann. «Die Testinfrastrukturen werden in allen Kantonen durch den Kanton zur Verfügung gestellt. Wir haben dazu die Infrastruktur nicht», sagt sie. 

Die Uni habe eine Güterabwägung vorgenommen. «Die grosse Mehrheit der Studierenden ist geimpft, und der Schutz der Gesundheit aller ist uns sehr wichtig.» km

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