Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Wildes Pflaster sorgt für Stabilität

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Nicole JEgerlehner

Nun rollt an der Alten Brunnengasse wieder der Verkehr: Die Gasse ist neu gepflästert und ab heute wieder befahrbar. Während knapp einem Jahr haben Pflästerer die Gasse von Hand Stein um Stein in Form gebracht. Diagonal und unregelmässig verlegten sie die Steine aus Hartquarzsandstein aus einem Steinbruch im Kanton Obwalden.

Mit Wildpflaster

Dabei folgten die Pflästerer wissenschaftlichen Vorgaben: Während vier Jahren hatte eine Forschergruppe um Michael P. Fritz, Professor an der Freiburger Hochschule für Technik und Architektur, nach der idealen Lösung für die Pflästerung gesucht. Sie entschieden sich, der Alten Brunnengasse mit einem Wildpflaster ihren kulturellen Wert zurückzugeben – und gleichzeitig den Lärm der rollenden Autopneus niedrig zu halten.

Erhöhte Trottoirs

Zur Sicherheit der Fussgängerinnen und Fussgänger wurde zudem das Trottoir höher gelegt: Fahrbahn und Gehsteig sind nun klar getrennt. Für die Trottoirs sahen die Experten eigentlich beigen Muschelkalk vor, weil diese Farbe zu den Sandsteinhäusern passen würde. Die Stadt Freiburg tendierte aber auf den blauen und billigeren Muschelkalk. Da machte das Steinbruchunternehmen in Estavayer-le-Lac darauf aufmerksam, dass es auch gemischtfarbigen Muschelkalk gibt, der noch billiger sei. So war allen gedient.

Die diagonale und unregelmässige Verlegung der Steine in der Alten Brunnengasse bremst das abfliessende Wasser; so wäscht dieses die Pflästerung nicht aus. Zudem entsteht auch weniger Lärm, wenn Autos über diese Art der Pflästerung rollen.

«Ohne eine nostalgische Ästhetik vorzutäuschen, konnte eine traditionelle Gestaltung mit zeitgenössischen Komponenten realisiert werden»: dies sagte Fritz im Frühling zu den FN, als die erste Bauetappe beendet war.

Verkehr ist hausgemacht

3000 Autos rollen ab heute wieder jeden Tag durch die Gasse, welche eine der ältesten und noch heute wichtigsten Strassen der Freiburger Unterstadt ist. 70 Prozent des Verkehrs in der Unterstadt wird durch die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers verursacht. Darum stand auch nie zur Debatte, die Alte Brunnengasse ganz zu schliessen. Tagsüber ist die Gasse nun wieder in beiden Richtungen befahrbar. Nachts, das heisst zwischen 21 und 5 Uhr, gilt ein Einbahnregime: Dann dürfen Autos die Strasse nur hinunterfahren.

Bei Tiefbauarbeiten wurden 2001 die ursprünglichen Pflastersteine der Alten Brunnengasse entfernt. Daraufhin entbrannte in Freiburg ein Pflasterstein-Konflikt. Die wissenschaftliche Arbeit der Gruppe um Michael P. Fritz hat den Konflikt gelöst. Gleichzeitig dient die Sanierung und Pflästerung der Alten Brunnengasse auch als Vorbild für künftige Pflästerungen in der ganzen Schweiz.

Mehr zum Thema