Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Wintergarten oder Lob der Faulheit

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ratgeber Garten

Nichtlaisser faire, sondernne pas tout faire: Wie man mit ein bisschen Faulheit auch im Winter Freude am Garten haben und genauso viel machen kann. Zu meinen Gartenanfangszeiten machte ich noch sehr vieles so, wie man es schon seit langer Zeit eben halt macht. Dazu gehörte auch, im Herbst pflichtbewusst sauberschweizerisch alle abgestorbenen und – schlimmer noch – absterbenden Pflanzen bodeneben runterzuschneiden.

Schlau war das in vielerlei Hinsicht nicht. Stauden wie Astern, Chrysanthemen, Hosta etc. ziehen am Ende ihrer Saison noch möglichst viele Nährstoffe aus den absterbenden Pflanzenteilen in ihre Wurzeln. Solange die Stängel also noch nicht rascheltrocken sind, sind sie von Nutzen.

Ich brauchte eine Weile, um auch den ästhetischen Aspekt schätzen zu lernen. Waren mir früher welkende Blätter und Stängel einfach nur ein deprimierender Anblick, sah ich plötzlich die eigentümliche Schönheit in den verschiedenen Rot-, Gelb- und Brauntönen. Um nichts in der Welt würde ich mich heute dieser leuchtenden Farben in der weichen Herbstsonne berauben wollen.

Sind alle Nährstoffe gebunkert, bleiben nur noch tote, mehr oder weniger kahle Stängel mit Samenständen übrig. Man könnte nun meinen, sie hätten keine Funktion mehr, ausser einfach so dazustehen. Weit gefehlt. Den Pflanzen, die nun unter der Erdoberfläche überwintern, sind sie ein willkommener Winterschutz. Doch nicht nur ihnen. In die hohlen Stängel verkriechen sich viele Insekten, um in diesem sicheren Unterschlupf den Winter heil zu überstehen. Und die Samenstände? Nun, die sind nichts anderes als natürliche Vogelfutterstellen oder auch ein spannendes Buffet für Hühner, sofern man denn welche hat.

Die Ästhetik kommt auch hier nicht zu kurz: Die vom Raureif überzuckerten oder vom Schnee zugepuderten Gebilde sind so märchenhaft schön, dass man geneigt ist, Ende Herbst gar keine Stängel mehr zu schneiden.

Ich tu’s trotzdem noch ein bisschen. Einerseits, weil es gewisse Stauden gibt, die sich sonst unkrautmässig versamen würden, andererseits, weil sich zu schwere, lange Stängel gerne mal auf andere Pflanzen legen und sie ersticken. Wintergrüne Stauden wie zum Beispiel Heuchera schätzen das nicht. Und zugegeben: Ich bin froh, wenn ich im frühen Frühjahr nicht allzu viele stehen gelassene Stängel zu schneiden habe. Faulheit eben.

 Nicole Häfligerstudierte Germanistik und Anglistik und arbeitete fünfzehn Jahre als Gymnasiallehrerin in Freiburg. 2012 hat sie ihre lang gehegte Leidenschaft zum Beruf gemacht und verdient heute ihr Geld in den Bereichen Gartendesign und -unterhalt. Im eigenen Garten zieht sie vor allem Stauden, Gemüse und Heil- und Gewürzkräuter. nicole-haefliger@gmx.ch

Mehr zum Thema