Ski Alpin 07.02.2017

«Wir kamen uns vor wie Pinguine am Südpol»

Unter den 1400 freiwilligen Helfern an der Ski-WM sind auch acht Sensler. Bruno Zbinden aus Schwarzsee erzählt, wie er die Ankunft, das Einkleiden und den ersten Tag im Einsatz erlebt hat.

«Wir acht Sensler Helfer sind am Sonntag nach St. Moritz gereist und kamen gerade noch über den Julierpass, bevor der Schnee die Strasse unpassierbar machte. Als Erstes ging es ans Einkleiden, denn alle der 1400 Helferinnen und Helfer bekommen die gleiche Ausrüstung: Hosen, drei Schichten Jacken, Handschuhe und Mützen. Da gab es schon das erste Gelächter, denn obwohl wir unsere Kleidergrössen vorher angegeben hatten, passte die eine oder andere Hose nicht so ganz. Witzig war dann auch der darauffolgende Spaziergang durch St. Moritz, denn jeder Zweite sah dort gleich aus. Wir kamen uns ein wenig vor wie Pinguine am Südpol. Heute Morgen waren wir dann erstmals im Einsatz, nachdem wir die Nacht im Massenlager in Celeina verbracht hatten. Eine Dusche für acht Personen – es erinnerte mich ein wenig an ein Schullager. Frühstück gab es um 4.45 Uhr, und dann wurden wir mit Bussen abgeholt, zur Gondelbahn gebracht und in das riesige Helferzelt im Zielgelände geführt. Die Stimmung war super, dazu hat auch ein wenig Bruno Wyss beigetragen, indem er in der Gondel ganz spontan das Guggisberger Lied angestimmt hat. Trotz der vielen Leute klappte alles sehr gut. Wir haben am Vormittag auf der Piste, auf welcher der Damen-Super-G stattfinden soll, Netze aufgestellt und Sprünge präpariert. Der Einsatz stand unter dem Motto «Kampf gegen den Sturm»: Der starke Wind hat immer wieder Schnee auf die Pisten geweht, und wir haben ihn wieder weggeräumt. Der Zeitplan ist bereits geändert worden, wegen des Wetters konnte das geplante Training nicht stattfinden. Gut möglich, dass es weitere Änderungen gibt. Wir hoffen aber, dass die Rennen stattfinden, denn für uns als Helfer wäre es natürlich toll, wenn Lara Gut auf einer Piste gewinnen würde, bei der wir bei der Präparation mitgeholfen haben.»

zb/im

Acht Mitglieder des Skiclubs Schwarzsee sind als freiwillige Helfer bei der Ski-WM in St. Moritz dabei. Zwei davon, Bruno Zbinden und Bruno Wyss, erzählen in den FN in regelmässigen Abständen exklusiv von ihren Erlebnissen auf und neben der Piste.