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«Wir brauchen einen Investor»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

In vier Monaten ist es wohl aus mit der Schumacher AG. Die traditionsreiche Buchbinderei aus Schmitten hat ein Konsultationsverfahren eingeleitet, wie sie gestern mitteilte: Das ist bei drohenden Massenentlassungen gesetzlich vorgeschrieben. In einem Konsultationsverfahren informiert der Arbeitgeber die Angestellten über die bevorstehenden Kündigungen und gibt dem Personal die Möglichkeit, Vorschläge zu unterbreiten, wie die Entlassungen vermieden werden könnten.

«Extrem schwacher Sommer»

«Die internationale Konkurrenz ist sehr hart», sagte Verwaltungsratspräsident Raoul Philipona den FN. «Auch Schweizer Kunden kaufen lieber im Ausland ein.» Das letzte Jahr sei «sehr durchzogen» gewesen. «Und wir hatten einen extrem schwachen Sommer.» Darum habe sich die Firmenleitung die Frage stellen müssen, ob die Schumacher AG Bestand habe. Das Fazit: «Wenn wir keine Lösung finden, müssen wir Ende März schliessen.»

Eine Lösung aus eigener Kraft ist aber nicht mehr denkbar. «Dazu fehlt uns die Sub­stanz», sagt Philipona. Das Unternehmen habe vor drei Jahren Geld investiert, als es davon ausging, dass der Kanton das Firmengebäude kaufen würde. Doch dieser sagte überraschend ab (siehe auch Kasten). «Heute fehlt uns das Geld, das wir damals investiert haben», sagt Philipona.

Und darum sagt er: «Wir suchen nach einer Lösung ausserhalb der Firma.» Mit anderen Worten: «Wir brauchen einen Investor.» Denn damit die Schumacher AG weiter bestehen könnte, müsste sie restrukturieren, automatisieren und digitalisieren. Und das alles kostet. «Das schaffen wir aus eigener Kraft nicht.»

Daher sieht es ganz danach aus, als ob die 93 Angestellten auf Ende März ihre Stellen verlieren werden. Zehn haben bereits selber gekündigt oder gehen bis dahin in Pension. «83 Personen wären von den Kündigungen betroffen», so Philipona.

Im Moment aber sind die Angestellten am Arbeiten: Die Auftragsbücher sind voll, die Firma hat Aufträge mit einem Umsatz von fast zwei Millionen Franken. «Zurzeit haben wir Saison», so Philipona. Sein Ziel sei es, bis Ende März alle Löhne auszahlen und alle Kunden zufriedenstellen zu können.

Die Gewerkschaften sind informiert. «Wir werden mit unseren Mitgliedern, die bei der Schumacher AG arbeiten, Kontakt aufnehmen», sagt Marie-Louise Fries, Regionalsekretärin der Syna. «Und wir stehen der Personalkommission zur Verfügung, wenn sie dies wünscht.» Nun gehe es darum, Sozialpläne auszuarbeiten und zu schauen, dass das Vermögen den Angestellten zugutekomme. Zudem werde die Syna darauf achten, dass die Firma die Angestellten bei der Stellensuche unterstütze.

Chronologie

Entlassungen und ein Zwist mit dem Kanton

Das traditionsreiche Unternehmen Schumacher AG hat turbulente Jahre hinter sich – immer wieder musste die Firma Angestellte entlassen. So baute Schumacher im Jahr 2008 bereits 26 Stellen ab, zwei Jahre später erneut 54; damit blieben 150 Stellen erhalten. Ende 2014 dann legt das Unternehmen ein ganzes Massnahmenpaket vor, mit dem das längerfristige Überleben gesichert werden sollte. Unter anderem verzichteten das Personal und die Geschäftsleitung auf ihren 13. Monatslohn. Zudem konzentrierte das Unternehmen seine Produktion in Schmitten, strich eine Führungsebene und lagerte mehrere Bereiche aus – beispielsweise die Logistik. Dann kam die Idee auf, dass der Kanton Freiburg das Firmengebäude der Schumacher kaufen könnte, um dort das Lager für Kulturgüter unterzubringen. Im September 2016 sprach der Grosse Rat einen Kredit über 28 Millionen Franken. Die angeschlagene Schumacher AG hätte sich mit dem Verkaufspreis von 20,2 Millionen Franken entschulden und in die Zukunft investieren können. Doch im Juni 2017 gab der Kanton bekannt, dass er das Gebäude nun doch nicht kaufe: Der Ausbau würde viel mehr kosten, als erwartet. Dies war ein Schlag für die Schumacher AG, die bereits Investitionen in Millionenhöhe getätigt hatte. Im März 2018 verkaufte sie ihre Liegenschaft in Schmitten an eine Anlagestiftung und wurde gleichzeitig Hauptmieterin ihrer bisherigen Räumlichkeiten.

 

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