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«Wir brauchen euren Container nicht»

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Autor: pascal jäggi

Freiburg Der Saal im Café des Boulangers war gerammelt voll, die Stimmung gereizt, als Adrien Laubscher am Donnerstag sein Projekt Pacontainer vorstellte, das im Juli und August bei der Sankt-Johannbrücke zu stehen kommen soll. Es folgten massive Vorwürfe der Quartierbewohner. Vor allem, dass der Quartierverein Neustadt nicht informiert wurde, sorgte für Zündstoff. «Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt», sagte Jean-Marie Aeby, Präsident des Vereins, «im Quartier haben wir auch etwas zu sagen».

Zwei Wochen, um gegen das Baugesuch zu rekurrieren, seien ein Witz, so Aeby. «Wir sind doch keine Juristen», entfuhr es ihm. Die Behörden hätten dem Verein Pacademy vorgeschlagen, erst nach dem Baugesuch auf die möglichen Partner zuzugehen, erklärte Laubscher das Ignorieren.

«Das Projekt besteht aus einem Container und einer Terrasse mit 35 Plätzen. Das ist ganz einfach eine Buvette, davon haben wir schon genug. Wir brauchen euren Container nicht», warf ein Neustädter ein. Laubscher versuchte zu beschwichtigen: «Pacontainer soll für alle da sein, es wird beispielsweise Animationen für Kinder geben.» Davon hielten die Anwesenden wenig. «Meine Kinder können sich im Sommer selber amüsieren. Zudem gibt es noch den Ferienpass, das reicht völlig», sagte eine vierfache Mutter.

Geschlossene Gesellschaft?

Pacontainer soll ein Ort der Begegnung werden, auch für Nichtneustädter, hielt Adrien Laubscher fest. «So können auch andere Freiburger die Schönheit der Saaneufer geniessen», so der Initiant. «Die kommen doch sowieso schon», hielt eine Bewohnerin dagegen, «der Fussballplatz wird von jungen Leuten aus anderen Orten genutzt, ebenso wie das Ufer und die Feuerstellen». Was positiv gemeint war, wie sie betonte.

Zusammen mit verschiedenen negativen Aussagen über ein neues Projekt, das von aussen eingeführt wird, wurde dies aber von Corinne Ziegler, Präsidentin der Quartierakademie, Partner von Pacontainer, als «xenophob» gewertet: «Alles soll so bleiben, wie es ist, nichts Neues darf ins Quartier.» Eine Woge der Entrüstung brandete auf.

Ein Norweger erzählte, wie herzlich er aufgenommen worden sei, und eine junge Deutschschweizerin sagte, dass sie in nur einem Jahr die Bewohner als offene Menschen kennengelernt habe.

Einige flapsige Bemerkungen von Adrien Laubscher trugen auch nicht viel zur gegenseitigen Verständigung bei. So antwortete er auf den Vorwurf, der Container passe nicht ins mittelalterliche Bild des Quartiers: «Es gibt doch schon zwei Container in der Neustadt – einen für PET- und einen für Glasflaschen.»

Es gab allerdings auch einige wenige Befürworter. «Das Ganze ist doch bloss ein Provisorium und ein Experiment, lasst euch einfach darauf ein», forderte eine Bewohnerin. «Wir können das auch als Chance sehen, der Quartierverein kann den Ort ja selber nutzen», meinte eine andere.

Die Befürworter blieben jedoch chancenlos. In einer Abstimmung sprachen sich vier Bewohner für Pacontainer aus, drei enthielten sich, 41 lehnten das Experiment ab. Dass sie damit nichts verhindern können, war den Anwesenden bewusst. «Aber ohne die Bevölkerung können sie ein solches Projekt nicht durchführen», sagte ein älterer Herr nach der Veranstaltung. Es klang wie die Ankündigung eines «heissen» Sommers in der Neustadt.

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