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«Wir dürfen nicht selbstzufrieden sein»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: MAtthias Fasel

Die Erwartungen an Sandy Jeannin waren bereits vor der Saison riesig. Von verschiedenen Medien als wichtigster Gottéron-Transfer seit Bykow/Chomutow bezeichnet, personifizierte er auch für die Fans bereits vor seinem ersten Auftritt im St. Leonhard die neue Aufbruchstimmung. Für den Nati-Captain, der sich in 589 NLA-Spielen für Zürich, Davos und Lugano 106 Tore und 227 Assists gutschreiben lassen konnte, war das aber nie ein Problem. «Ich wusste von Anfang an, dass die Erwartungen an mich hoch sind.»

Und offensichtlich kann Jeannin ganz gut mit Druck umgehen. In den ersten zwölf Partien gehörte er regelmässig zu den besten Freiburgern und trägt dank vier Toren und acht Assists auch den Helm des Topskorers.

Die anderen wachrütteln

Auch die Pelletier-Mentalität, dass das Team und nicht der Einzelspieler im Vordergrund steht, scheint Jeannin bereits absolut verinnerlicht zu haben. Auf die Frage, wie er mit seinem persönlichen Saisonstart zufrieden ist, antwortet er: «Ich bin nicht ganz zufrieden. Wir sind zwischenzeitlich in ein kleines Loch gefallen. Aber das Spiel gegen Genf hat uns wieder Selbstvertrauen gegeben.» Ok, aber wie beurteilt er nun sein eigenes Spiel? «Auch damit bin ich nicht ganz zufrieden. In einigen Spielen habe ich schlecht gespielt.» Er hofft, dass er in Zukunft der Mannschaft in schwierigen Situationen noch mehr helfen kann. «Manchmal müssen alle Spieler den Kopf noch mehr bei der Sache haben. Als erfahrener Spieler ist es auch meine Aufgabe, die anderen manchmal wachzurütteln», so der 180 cm grosse und 83 kg schwere Stürmer.

«Im Powerplay sind wir zum Teil zu passiv»

Viel hat man sich von Jeannin auch im Powerplay versprochen. Mit seinem starken Slapshot und seiner guten Übersicht zieht er in Überzahl oft von der blauen Linie aus die Fäden. Doch das Powerplay, seit Jahren ein Sorgenkind der Drachen, ist auch dieses Jahr nicht gerade berauschend. Elf Minuten Überzahl brauchen die Freiburger im Schnitt, um ein Tor zu erzielen. Nur Kloten, Ambri und Biel brauchen noch länger. «Effektiv haben wir das Rezept noch nicht gefunden. Es müssen alle härter arbeiten. Es besteht die Gefahr, dass man das Gefühl hat, man müsse weniger arbeiten, weil man einen Spieler mehr auf dem Eis hat. Dann sind wir zum Teil zu passiv. Aber in den letzten Spielen haben wir uns bereits verbessert.» Und immerhin ist Gottéron das einzige Team, das noch keinen Shorthander kassiert hat.

Die Familie noch im Tessin

Persönlich gefällt es dem Neuenburger, der auch gut Deutsch spricht, in Freiburg gut. «Ich bin sehr gut aufgenommen worden und fühle mich immer wohl in der Kabine.» Aber etwas liegt dem Familienmenschen doch ein bisschen auf dem Magen. Er wohnt momentan noch alleine in einer Wohnung in Grolley. Seine Frau und die beiden Kinder Erin (5) und Loane (3) wohnen noch im Tessin.

Keine leichte Situation für einen, der sagt, die Familie sei eindeutig das Wichtigste im Leben, und der bei der Frage, was er nebst dem Eishockey sonst noch gerne macht, einige Sekunden überlegen muss, um dann fast ein bisschen verlegen schmunzelnd zu sagen: «Bisher habe ich fast meine gesamte Freizeit mit der Familie verbracht. Aber ich bin allgemein an Sport interessiert, mache also gerne andere Sportarten, zum Beispiel Tennis, und schaue sie mir auch im Fernsehen an.» Doch seine Familie vermisse er schon sehr. «Es ist hart, die Kinder oft nur am Telefon zu hören. Aber es ist ja zum Glück nur vorübergehend.» Im Dezember zieht er dann gemeinsam mit seiner Familie in ein Haus in Cottens.

«Das Schlimmste wäre Selbstzufriedenheit»

Dass er nach seinen acht Jahren beim heutigen Gegner Lugano in Freiburg gleich für vier Jahre unterschrieben hat, zeigt, dass er noch einiges vorhat. Auch abseits vom Rink: «Ich gebe mir ein Jahr, um mich richtig einzuleben, dann möchte ich neben dem Eishockey auch an meiner beruflichen Zukunft arbeiten.» Ausgebildet ist er zwar als Sanitärinstallateur. In Zukunft kann er sich aber zwei andere Berufswege vorstellen. Einerseits irgendetwas mit Eishockey («Ich würde gerne meine Erfahrung an jüngere Spieler weitergeben») oder aber als Treuhänder, irgendwie passend zu seinem überlegten und vertrauenswürdigen Auftreten.

Aber natürlich hat er auch mit Gottéron noch Ziele. «Es gibt noch sehr viel zu verbessern im Team. Dann ist es auch möglich, einmal den Titel zu gewinnen. Doch dazu müssen alle hungrig sein und daran glauben, dass wir es schaffen können. Wir dürfen einfach nicht selbstzufrieden sein. Das wäre das Schlimmste.»

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