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«Wir freuen uns auf den Weibermost»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Mit Schnaps hatte die Gründung der Süssmostgesellschaft aber durchaus etwas zu tun. Am 1. September 1929 hatte die Obstbaukommission Alterswil nämlich eine Informationsveranstaltung zur sinnvollen Verwertung des Obstes organisiert. Weit über 100 Personen, einschliesslich Staatsrat und Oberamtmann, waren der Einladung gefolgt. In den darauffolgenden Tagen schritt man zur Gründung der «Süssmostgesellschaft Alterswil-Brünisried», der ersten derartigen Genossenschaft im Kanton. Alkoholkonsum eindämmen Dazu hielten die Freiburger Nachrichten am 13. September fest: «Ihr Zweck ist die Bekämpfung des Alkoholismus durch Herstellung des Süssmostes in den Bauernhäusern, um dadurch ein billiges Volksgetränk im Haushalt zu gewinnen durch bessere Verwertung des Mostobstes und um dieses der Brennerei zu entziehen.» Weiter wird berichtet, dass schon ein Sterilisierapparat angeschafft worden war und zwei Steriliseure ausgebildet wurden. Alfred Piller und Christof Birbaum hatten in Rheineck einen dreitägigen Kurs besucht. «Es freuen sich auf den Genuss dieses sogenannten nicht nur etwa die Weiber, sondern ebensosehr auch die Männer, die jungen wie die alten und die Abstinenten wie die », schliesst der Bericht. Der erste Most wurde am 4. Oktober 1929 in Beniwil hergestellt. Die fahrbare Mosterei ging dann auf Tour nach Juch, Zumholz (Alterswil), Bächlisbrünnen, St. Antoni, Menzishaus, Alterswil-Dorf, Gerewil, Aeschlenberg, Warla, Giffers, Wengliswil, Brünisried, Zumholz und Plaffeien. Dem ersten Vorstand gehörten an: Christian Schneider, Zelg, als Präsident, Emil Felder, Lehrer in Brünisried, als Sekretär/Kassier, Peter Burri, Wilersgut, Albrecht Kormann, Wilersgut, und Albin Bertschy, Alterswil. Immer zeitgemäss ausgerüstet Seit 17 Jahren wird die Genossenschaft von Niklaus Sturny aus Galteren präsidiert. Er hielt am Donnerstagabend an der Generalversammlung in Alterswil auch kurz Rückschau auf die vergangenen 75 Jahre. Er konnte darauf hinweisen, dass der Maschinenpark immer wieder erneuert wurde. So wurde letztmals 1981 eine neue Presse zum Preis von 32 400 und 2001 ein neuer Sterilisierapparat für 8500 Franken angeschafft. Er machte auch auf eine interessante Beobachtung aufmerksam: Oft folgt auf ein schlechtes ein sehr gutes Obstjahr. So musste 1942 Mostobst zugekauft werden. 1943 wurden dagegen 84 000 l Süssmost und 30 000 l Gärmost hergestellt. 1957 gab es gar keinen Most, dafür 1958 118 500 l. 2003 war ein sehr schlechtes Jahr. In der vergangenen Saison wurden dagegen für 161 Kunden wieder rund 38 500 l Apfelsaft gepresst. Wie Erhard Roth, seit 21 Jahren Sekretär/Kassier, ausführte, steht die Genossenschaft auch finanziell auf gesunden Füssen. Sie weist zurzeit ein Vermögen von rund 40 000 Franken aus. Aus Anlass des 75-Jahr-Jubiläums wurden die 50 Anteilscheine dieses Jahr nicht mit einem Franken verzinst, sondern mit einer Flasche Wein – dies allerdings mit einer schön gestalteten Jubiläumsetikette. Ein besonderer Dank wurde an den Steriliseur Franz Schneider (seit 22 Jahren) und seine beiden Helferinnen Vreni Jungo und Margrith Marro gerichtet. Die Genossenschaft ist daran, sich neu zu organisieren. So erklärte sich der Präsident bereit, die Apparate vorläufig auf seinem Hof zu lagern. Ist bis zur nächsten Most-Saison kein neuer Standort gefunden, wird vermutlich das Obst auch in Galteren gepresst. Die Genossenschaft ist auch auf der Suche nach einem Steriliseur, der einmal die Nachfolge von Franz Schneider antreten könnte. öler>

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