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«Wir haben eine gute Stimmung»

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Anfang Jahr entstand aus den Gemeinden Cour­tepin, Villarepos, Wallenried und Bärfischen die neue Gemeinde Courtepin. Der Start verlief turbulent: So lehnte das Kantonsgericht einen Rekurs gegen das Resultat der Gemeinderatswahlen im Sektor Villarepos ab, fast gleichzeitig trat der amtierende Gemeindepräsident und neu gewählte Gemeinderat Jean-Claude Hayoz zurück. Die Gemeinderäte hatten ihm den Bärfischner Gemeindepräsidenten Daniel Jorio als Syndic der neuen Gemeinde vorgezogen. Nach den ersten 100 Tagen sei die Atmosphäre im Gemeinderat und in der Verwaltung gut, meint Daniel Jorio im Interview.

 

Daniel Jorio, wo steht die fusionierte Gemeinde nach den ersten 100 Tagen?

Wir sind zurzeit immer noch daran, die Strukturen von vier Gemeinden zusammenzubringen. So müssen wir die Reglemente der Gemeinden vereinheitlichen. Wir arbeiten zum Beispiel noch mit vier verschiedenen Abwasserreglementen mit vier verschiedenen Tarifen. Das bringt Schwierigkeiten für die Buchhaltung, weshalb wir möglichst schnell ein gemeinsames Reglement erarbeiten wollen. Bei all dieser Arbeit muss die Gemeinde jederzeit funktionieren.

Was bedeutete die Fusion für die Politiker und die Mitarbeiter?

Der Gemeinderat und die Mitarbeiter müssen sich an eine neue Umwelt gewöhnen. Jeder Gemeinderat kannte seine Gemeinde mit ihren Dossiers. Jetzt übernehmen wir neue Aufgaben für eine Gemeinde, die vom Schiffenensee bis fast nach Avenches reicht. Wir müssen viel lernen. Das braucht Zeit, die wir aber nicht haben. Zum Glück können wir auf unsere Kollegen im Rat und die Verwaltung zurückgreifen, welche die Situation in den Dörfern und die Vorgeschichte der Dossiers kennen. Auch für die Mitarbeiter ist die Situation neu. Sie müssen nicht nur eine vergrösserte Gemeinde kennenlernen. Sie müssen sich auch an eine neue Betriebskultur mit klaren Hierarchien gewöhnen. Aber alle sind motiviert. Wir haben eine gute Stimmung im Gemeinderat und in der Verwaltung.

Wie ist die Stimmung in der Bevölkerung?

Ich merke, dass zum Beispiel Menschen aus meinem Dorf Bärfischen das Gefühl haben, sie seien nicht mehr gleichermassen auf dem Laufenden. Denn wir sind automatisch nicht mehr so nahe an der Bevölkerung, wie das in kleinen Gemeinden der Fall ist. Die Information der Bevölkerung ist zentral. Da können wir noch mehr machen als heute. Wir müssen vermeiden, dass sich die Menschen abgehängt fühlen. Aber: 170 Menschen besuchten die erste Gemeindeversammlung. Das war mehr, als wir erwartet hatten. Die Stimmung war gut.

Als Syndic einer kleinen Gemeinde haben Sie nach dem kurzfristigen Rücktritt von Jean-Claude Hayoz ihr Amt unter besonderen Vorzeichen übernommen. Wie wurden sie aufgenommen?

Wir pflegen im Gemeinderat eine äusserst gute Zusammenarbeit. Es gibt keine Rivalitäten oder persönlichen Konflikte. Das Gleiche gilt für die Zusammenarbeit mit der Verwaltung. In Courtepin haben sich vielleicht schon einige gefragt, wer der neue Gemeindepräsident ist. Schliesslich kannte man mich vorher nicht besonders gut. Ich habe aber an der Gemeindeversammlung eine offene Stimmung gespürt. Diese offene Haltung ist für mich als gebürtigen Genfer auch typisch für den Kanton Freiburg.

Was gefällt Ihnen an der Arbeit als Syndic?

Zuerst einmal ist es die Teamarbeit im Gemeinderat. Weiter sind es die grossen Projekte, die interessant sind. Es ist eine vielschichtige Arbeit, mit finanziellen und organisatorischen Gesichtspunkten, die ein grosses Themenspektrum abdecken. Manchmal muss man Dossiers gegenüber dem Kanton vertreten, dann muss man den Bürgern gegenübertreten. Mir gefällt diese Vielfalt der Aufgaben.

Courtepin hat sich als zweisprachige Gemeinde positioniert. Wie wollen sie die Zweisprachigkeit verankern?

Durch die Fusion können nun deutschsprachige Schulkinder aus Villarepos, Wallenried und Bärfischen deutschsprachige Klassen in Courtepin besuchen. Wir wollen nun vor allem auch die deutsche Sprache in der Verwaltung stärken. Wenn wir Arbeitsstellen in der Verwaltung ausschreiben, legen wir Wert auf gute Deutschkenntnisse. Wir suchen also entweder eine zweisprachige Person oder eine Person mit deutscher Muttersprache.

Welche Projekte warten auf Courtepin?

In den nächsten Jahren wird uns sicher der Schulraum beschäftigen. So werden wir der Gemeindeversammlung vom 15. Mai einen Projektierungskredit für den Ausbau der alten Turnhalle unterbreiten. Eine Erweiterung soll Platz für mehrere Schulzimmer und Räumlichkeiten für die ausserschulische Kinderbetreuung schaffen. Wichtig sind auch die Stras­senbauprojekte, wie die Umfahrung Courtepin oder der Ausbau der Verbindung Villarepos–Courtepin. Weiter werden wir die Ortsplanung fertig revidieren. Der Sektor Wallenried ist abgeschlossen, der Sektor Courtepin ist es bald, beim Sektor Bärfischen arbeiten wir zurzeit die Korrekturen des Kantons ein. Es bleiben die Einspracheverhandlungen im Sektor Villarepos. Das wird uns noch einige Zeit beschäftigen.

Wie soll die neue Gemeinde zusammenwachsen?

Auf der administrativen Ebene müssen wir die Vereinheitlichung vorantreiben. Alle Bürger sollen dieselben Dienstleistungen zur Verfügung haben und dafür die gleichen Tarife bezahlen. Weiter müssen wir dafür sorgen, dass die Ortsteile gut miteinander verbunden sind. Auf der emotionalen Ebene haben wir immer betont, dass die vier Dörfer ihr Eigenleben und ihre Traditionen behalten sollen. Wir hoffen aber, dass die Bürger zunehmend Anlässe in anderen Ortsteilen besuchen, wie das übrigens schon geschieht. Gerade durch die Vereine gibt es durchaus heute Kontakte zwischen den Menschen verschiedener Ortsteile. Diese Kontakte wollen wir stärken, zum Beispiel mit sportlichen und kulturellen Aktivitäten oder gemeinsamen Altersausflügen. Wir wollen eine Gemeinde, in der man sich wohlfühlt und in der die Dienstleistungen funktionieren. Dabei wollen wir trotz aller Projekte und Investitionen ausgeglichene Finanzen präsentieren. Das ist ein grosses Programm.

«Wir wollen die Kontakte unter den Menschen der verschiedenen Ortsteile stärken.»

Daniel Jorio

Syndic von Courtepin

«Die Information der Bevölkerung ist zentral. Da können wir noch mehr machen als heute.»

Daniel Jorio

Syndic von Courtepin

Zahlen und Fakten

Zweitgrösste Gemeinde des Seebezirks

Anfang 2017 ist mit der Fusion von Courtepin, Wallenried, Villarepos und Bärfischen das neue Courtepin entstanden. Es ist mit rund 5200 Einwohnern nach Murten die zweitgrösste Gemeinde des Seebezirks. Der Fusionsplan von Oberamtmann Daniel Lehmann hatte Cressier und Misery-Courtion als weitere Fusionspartner vorgesehen. Diese wollten sich allerdings nicht an der Fusion beteiligen. Die Fusion gelang auch nicht schon im ersten Anlauf: 2003 war eine Fusion am Nein aus Wallenried gescheitert. Stattdessen schloss sich Courtepin nur mit Courtaman zusammen. Im September 2015 votierte die Bevölkerung der vier Gemeinden mit deutlichen Mehrheiten für eine Viererfusion. Courtepin stimmte mit 68 Prozent am deutlichsten zu. Wallenried folgte mit 66 Prozent, Bärfischen mit 63 Prozent. Verhältnismässig knapp fiel das Resultat in Villarepos mit 57 Prozent aus. Im September 2016 wählten die Bürger der vier Fusionsgemeinden ihren neuen Gemeinderat. In Courtepin schafften der amtierende Syndic Jean-Claude Hayoz, Mirjam Biçer, Eric Vonlanthen und Silvio Greca die Wahl im ersten Wahlgang. In Bärfischen wurde Ammann Daniel Jorio gewählt, in Wallenried Gemeinderat Martin Moosmann. In Villarepos setzte sich Gemeinderätin Arlette Ruch im zweiten Wahlgang gegen Syndic Meinrad Monney durch. Einen Rekurs gegen diese Wahl wies das Kantonsgericht ab. Ende Jahr trat Jean-Claude Hayoz überraschend zurück, weil der Gemeinderat ihm Daniel Jorio als Syndic der neuen Gemeinde vorgezogen hatte. Hayoz wurde in einer Nachwahl durch Hans-Peter Jöhr ersetzt.

sos

 

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