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«Wir hatten hier ein treues Publikum»

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Der Duft nach Popcorn, das farbige Zirkuszelt, die edel angezogenen Mitarbeiter, das schummrige Licht vor Vorstellungsbeginn und die Spannung vor jedem Auftritt der Künstler in der Manege: Es sind viele Komponenten, die den Besuch einer Zirkusvorstellung zu einem besonderen Erlebnis machen. Immer Anfang August zaubert der Circus Monti diese Atmosphäre nach Tafers. Und dies seit bald 30 Jahren. Denn der Familienzirkus feiert dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen. «Und wir sind schon sehr früh nach Tafers gekommen», sagt Zirkusleiter Johannes Muntwyler. Nun bricht das Familienunternehmen aus dem Aargau mit dieser Tradition. Die Tournee wird ab 2015 von heute 45 auf neu 10 Gastspielorte verkürzt. «Das ist nicht eine Entscheidung gegen einen der 45 Gastspielorte, sondern eine Entscheidung für den Zirkus», erklärt der 50-Jährige. Die Familie wolle in Zukunft mehr Zeit haben für die Kernarbeit, statt sie in den Auf- und Abbau und in den Transport zu stecken. Und das Monti-Team erhoffe sich dadurch auch mehr Zeit für sich. «Auch im Hinblick auf die Nachfolgeregelung», so Muntwyler. Seine Söhne sollen nicht die nächsten 30 Jahre so weiterschuften müssen.

Gang herunterschalten

Der Circus Monti ist seit 30 Jahren ein Familienzirkus, bei dem alle überall mit anpacken. Das zeigt sich schon nur daran, dass die Mutter von Johannes Muntwyler gestern während der Pause ebenfalls Süssigkeiten, Popcorn und Glacé verkauft hat.

Nach Tafers seien sie immer gerne gekommen. «Wir haben uns hier stets willkommen gefühlt. In all den Jahren hatten wir sehr gute Zuschauerzahlen und konnten uns ein treues Publikum aufbauen.» Dass die Tournee nun verkürzt werde, habe keine wirtschaftlichen Gründe, so Muntwyler. «Wir bedauern es, dass wir an den kleineren Orten nicht mehr präsent sein werden. Aber das Bedürfnis nach einem ruhigeren Rhythmus ist noch grösser als das Bedauern.» Er möge das Auf- und Abbauen nach wie vor gerne, beteuert er. «Aber es muss nicht mehr in dieser Intensität sein.» Denn allein der Zeltaufbau dauert fünf Stunden. Mit Transport von A nach B müsse man acht Stunden einplanen.

Bedauern und Verständnis

Das Taferser Publikum bedauert es, dass der Zirkus nächsten Sommer nicht mehr im Dorf haltmacht, zeigt aber auch Verständnis für den Schritt der Familie Muntwyler. «Vor allem für die Kinder ist es schade», sagt Claudia Guillebeau. Sie hat den Zirkus mit ihren drei Kindern schon oft besucht. Gestern durften die achtjährigen Zwillinge mit dem Gotti hingehen. Auch Andrea Bertschy und Edith Stadelmann aus Tafers haben in den vergangenen Jahren keine Monti-Vorstellung verpasst. Beide haben gestern mit ihren Kindern die Nachmittagsvorstellung besucht. Auch die Eltern von Andrea Bertschy waren mit dabei. Es sei schade, dass der Zirkus nächstes Jahr nicht mehr herkomme, aber sie könnten die Entscheidung gut verstehen, sagen sie. «Der Aufwand für einen Tag ist riesig», so die Freundinnen. Auch Ammann Josef Cattilaz bedauert die Entwicklung. «Ich würde es begrüssen, wenn der Zirkus in einem Zwei- bis Dreijahres-Turnus wieder zurückkäme», so der Syndic.

Eine Woche am selben Ort

Die Chancen dafür stehen eher schlecht. Denn der Circus Monti peilt ab 2015 nur noch Städte an, in denen er ein Wochengastspiel halten kann. Dazu zählen unter anderem Bern, Basel, Luzern, Aarau, Solothurn, Zürich–und vielleicht bald auch Freiburg? «Nicht gleich nächstes Jahr. Aber Freiburg wäre ein Ort, an dem wir uns ein Wochengastspiel vorstellen könnten», sagt Johannes Muntwyler. Damit würde der traditionsreiche Familienzirkus auch wieder in den Kanton Freiburg zurückkehren.

 

Johannes Muntwyler. 

Neuausrichtung: Paléo-Zelt gehört nun Monti

D er Circus Monti konzentriert nicht nur seine Tournee, er hat auch die Zirkus und Zeltvermietung Alfredo Nock AG übernommen und will sich mit einem Weihnachtsvarieté in seinem Winterquartier in Wohlen (AG) neu positionieren. Mit dem Kauf der Alfredo Nock AG gehört die Circus Monti AG gemäss Mitteilung zu den führenden Zirkuszeltvermietungen Europas. Bestehende Partnerschaften mit Veranstaltern wie dem Paléo Festival in Nyon oder dem Arosa Humorfestival würden aufrechterhalten. Während der Saison (März bis Oktober) arbeiten 60 Personen für die Circus Monti AG. Zehn sind das ganze Jahr hindurch angestellt. ak

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