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«Wir hatten viel Glück im Leben»

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In Bern findet vom Freitag bis Sonntag die Hochzeits- und Festmesse Marinatal statt, an der sich junge Paare darüber informieren können, wie sie ihre Hochzeit und ihr künftiges Leben organisieren können (siehe Text unten). Diese Phase haben Marie und Michel Nicolet- Jungo schon lange hinter sich. Die beiden sind sich vor rund 62 Jahren begegnet.

Bei der Arbeit kennengelernt

Die gebürtige Gifferserin arbeitete damals als Köchin im Tearoom David in der Stadt Freiburg. Er ist in Villarimboud im Glanebezirk aufgewachsen und war im selben Betrieb als Patissier angestellt. Sie fanden sich sympathisch, und schon bald wurden sie ein Paar. 1958 haben sie in der Kirche St. Pierre in Freiburg geheiratet. «Also, auf die Knie bin ich nicht gegangen», antwortet Michel Nicolet mit einem Lachen auf die Frage, wie er um ihre Hand angehalten habe. Er habe sie einfach gefragt, meint er. Marie lächelt und sagt dazu nur: «Es war schön». Sie war damals 27 Jahre alt, er vier Jahre jünger.

Deutsch und Welsch

Die beiden strahlen eine grosse Zufriedenheit aus. Beim Erzählen fängt sie oft einen Satz an und er ergänzt und beendet ihn. Ein eingespieltes Team, was anfangs gar nicht so einfach war. Denn sie ist Senslerin und hat die französische Sprache eher gezwungenermassen bei der Arbeit im Tearoom gelernt. Er ist Welschfreiburger, der zwar recht viel Deutsch versteht, diese Sprache aber lieber nicht spricht. «Er könnte schon, will aber nicht», sagt sie dazu.

Michel Nicolet, der die Ausbildung als Patissier ohne grosse Leidenschaft abgeschlossen hat, blieb dem Beruf nicht lange treu. Er machte die Aufnahmeprüfung für die Polizeischule und arbeitete fortan als Polizeibeamter. Das Backen habe er dann ganz seiner Frau überlassen, sagt er. «Sie hat das so gut gemacht, das war mir nur recht.»

Das junge Paar hat zuerst in der Stadt Freiburg gewohnt, später wurde Michel Nicolet auf den Polizeiposten in Prez-vers-Noréaz versetzt, wo Marie sich um das grosse Haus kümmerte. Ihre Leidenschaft gehörte auch dem grossen Garten, in dem sie viel Gemüse zog, aber auch ihre 70 Rosenstöcke pflegte und hegte. «Nein, nein», sagt Michel auf die Frage, ob Gärtnern auch sein Hobby sei. «Ich hatte ja in meiner Frau schon eine schöne Blume, was sollte ich mich noch mit anderen beschäftigen?», macht er ihr ein Kompliment. Und Marie ergänzt schlagfertig, dass das wohl besser gewesen sei: «Er hätte wohl die falschen Pflanzen ausgezupft.» Beide lachen. Die kleinen Neckereien sind liebevoll. «Wir haben in all den Jahren viel gelacht, aber auch viel gearbeitet», sagt sie.

Viele kleine Ausflüge

Sein Hobby waren Hunde. Die Familie Nicolet hielt sich einen Deutschen Schäferhund, und Michel hat sich viele Jahre im Freiburger Hundeklub engagiert, zuletzt als Präsident. Er sang zudem 34 Jahre im Polizeichor mit, und die beiden haben mit dem Chor einige Reisen ins Ausland unternommen. Überhaupt sind sie gerne gereist. Die Hochzeitsreise ging nach Cannes, verrät Marie. Eine Woche hätten sie ein wunderbares Hotel genossen, sich einen Picknickkorb geben lassen und Ausflüge gemacht.

Überhaupt gehören kleine Ausflüge traditionell zu ihrem Leben. Marie erzählt von den Spaziergängen, die sie als junges Paar regelmässig unternommen hätten: Abends durch die Stadt flanieren oder durch den Perolleswald gehen. «Als ich nach Hause kam, war der Picknickkorb oft schon gepackt, und wir fuhren mit dem Citroen 2CV an den Schiffenensee», erinnert sich Michel. «Sie war super, ich musste gar nichts tun, alles war organisiert.» Die abendlichen Touren behielten sie auch bei, als die Kinder kamen. «So hatten wir abends etwas Gemeinsames.»

Kinder und Enkel

Die Zeit sei schnell vorbeigegangen, sagt Marie. Erst kam ein Sohn, dann eine Tochter – und zehn Jahre später noch ein Sohn. «Ein Nachzügler, das war eine Überraschung», sagt Michel. Der Jüngste sei natürlich am stärksten verwöhnt worden. «Wir hatten Glück mit unseren Kindern», sagt seine Frau. «Aus allen ist etwas geworden, keines hat uns Kummer bereitet.»

Michel und Marie Nicolet haben heute sechs Enkelkinder und drei, bald vier Urenkel. Für sie ist Michel am 6. Dezember immer gerne in die Rolle des Samichlous geschlüpft. «Meine Frau hat mir ein wunderbares Kostüm gemacht, den Bart vorbereitet und alles organisiert, ich musste nur noch reinschlüpfen», erzählt er. Er habe seine Rolle wohl sehr gut gespielt, denn zu seiner Freude hätten sich die Enkelinnen und Enkel nie gefragt, warum zwar Grandmaman an der Sami­chlous­feier war, nicht jedoch Grandpapa. Das Kostüm hat er nicht nur für die Familie angezogen, sogar für Staatsräte habe er den Samichlous gespielt, erzählt er.

Immer zusammen

«Wir haben nichts bereut und würden alles noch einmal gleich machen», sagt die 88-Jährige mit Überzeugung. «Und wir hatten viel Glück im Leben, sind gesund und zwäg geblieben.» Für sie sind es die vielen Gemeinsamkeiten, die ihr gemeinsames Leben prägten. «Wir haben viel zusammen gemacht und fast alles zusammen entschieden», sagt sie. Sie sei vom Naturell her ein Mensch, der sich rasch an­passen könne. «Das macht viel aus. Man muss Kompromisse schliessen können.» Streit habe es zwischen ihnen nie gegeben – «also bisher noch nicht», ergänzt der 84-jährige Michel mit einem Lachen. Er habe als Polizist viel erlebt, Familienstreitigkeiten, Gewalttaten und andere schwierige Situationen. Er habe oft schlichten müssen und dabei stets versucht, aufgebrachte Gemüter mit Worten zu beruhigen. «Das ist vielleicht ein Grund, warum es bei uns immer friedlich zu und her ging: weil er draussen viele unschöne Eheszenen gesehen hat», meint Marie.

Sie habe oft Angst um ihren Mann gehabt und habe gehofft, dass er nach seiner Schicht heil wieder nach Hause komme. Wenn er zurückkam, haben sie immer ein paar Worte gewechselt. «So konnte ich einiges abladen und verarbeiten», erklärt Michel. Als Frau eines Polizisten sei sie auch sonst viel in seine Arbeit einbezogen worden.

Er ist überzeugt, dass es in einer Partnerschaft auch da­r­um geht, mal nachzugeben und die kleinen und grossen Wünsche der Partnerin zu erfüllen. «Bei uns ging das gut, denn sie hat nie etwas Verrücktes verlangt, was ich ihr nicht geben konnte oder wollte», sagt er schmunzelnd.

«Ich hatte ja in meiner Frau schon eine schöne Blume, was sollte ich mich noch mit anderen beschäftigen?»

Michel Nicolet-Jungo

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