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«Wir kommen so oft als möglich zusammen»

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Gestern haben die Juden die erste Kerze angezündet, heute Abend folgt die zweite–bis am 24. Dezember brennen acht Kerzen auf dem Chanukka-Leuchter. Mit der neunten Kerze werden die anderen Kerzen angezündet. «Mit dem Lichterfest Chanukka erinnern wir uns an den Sieg der Makkabäer über die hellenisierten Juden und makedonischen Syrer im jüdischen Jahr 3597, also 164 vor Christus», sagt Claude Nordmann, Präsident der Israelitischen Gemeinde Freiburg.

Für die Freiheit gekämpft

Die Makkabäer beendeten die Herrschaft des Seleukidenreiches über Judäa, beseitigten den Zeus-Altar im jüdischen Tempel, den Griechen errichtet hatten, und führten den jüdischen Tempeldienst wieder ein. «Wir kämpften damals für die Freiheit, und mit Chanukka feiern wir diesen Sieg.»

In jüdischen Tempeln soll der siebenarmige Leuchter Menora nie erlöschen. Nach dem Aufstand der Makkabäer blieb im Tempel noch gerade genug Öl für einen Tag. «Doch dann reichte das Öl auf wunderbare Weise für acht Tage, bis neues geweihtes Öl zur Verfügung stand», sagt Claude Nordmann. «Daran erinnern nun die acht Kerzen auf der Chanukkia.»

Chanukka wird jeweils am Abend gefeiert, nach dem Einbruch der Dunkelheit. Die Familie kommt zusammen, die Kinder erhalten Geschenke. «Es ist ein sehr fröhliches Fest», sagt Claude Nordmann. «Wir kommen so oft als möglich zusammen–erst mit der Familie, dann mit Freunden.»

Auch in der Synagoge fin- det ein Fest statt; in Freiburg dieses Jahr am kommenden Sonntag. Im ganzen Kantonsgebiet gehören rund achtzig Personen der israeliti- schen Gemeinde an. «Zu Chanukka kommen rund zwanzig in die Synagoge», sagt Claude Nordmann.

Zu Chanukka werden oft Sufganiot gereicht, eine Art Berliner. Auch Leviot gehört zum Lichterfest dazu: eine kleine Röschti mit Apfelmus und Schlagrahm. Beide Gerichte stammen ursprünglich aus Polen–und erinnern, indem sie in Öl gebacken werden, an das Wunder des Lampenöls.

Spiel mit langer Tradition

«Zudem spielen wir mit viereckigen Kreiseln, den Sewiwonim oder Dreideln», sagt Claude Nordmann. Auf den Seiten des Kreisels stehen vier hebräische Schriftzeichen–Nun, Gimel, He und Schin. Sie stehen für die Initialen des hebräischen Satzes «Ein grosses Wunder geschah dort». Mit dem Dreidel spielen die Kinder meist um Süssigkeiten. Zeigt die Seite «Nun» nach oben, gewinnt das Kind nichts, verliert aber auch nichts. Bei «Gimel» gewinnt das Kind den gesamten Kasseninhalt, bei «He» die Hälfte. Und wer auf «Schin» fällt, muss ein Stück in die Kasse legen. Wer nichts mehr in die Kasse legen kann, scheidet aus. «Das Spiel hat eine lange Tradition», sagt Claude Nordmann.

Zum Kalender

Der jüdische Mondkalender

Chanukka–auch Lichterfest genannt–beginnt am 25. Tag des Monats Kislew. Der jüdische Kalender richtet sich nach den Mondphasen, wird aber durch Schaltjahre korrigiert. Ein normales Jahr umfasst zwölf Mondmonate, ein Schaltjahr dreizehn; damit wird das Jahr von 354 auf 384 Tage verlängert und so dem Sonnenjahr angeglichen. Auf diese Weise finden die jüdischen Feste zwar nie an den gleichen Daten, doch immer in der gleichen Jahreszeit statt. Chanukka beispielsweise beginnt nächstes Jahr am 6. Dezember, und 2016 dauert es vom 24. Dezember bis am 1. Januar.njb

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