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«Wir können viel von behinderten Menschen lernen»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Carole Schneuwly

Ivo Vonlanthen, Sie sind seit den Anfängen von Creahm Freiburg vor zehn Jahren als Atelierleiter dabei. Wie sind Sie damals zu der Aufgabe gekommen?

Ich war durch frühere Projekte mit den beteiligten Institutionen verbunden und habe mich von daher für den Aufbau von Creahm interessiert. Es faszinierte mich, wie die behinderten Künstlerinnen und Künstler an die Arbeit gehen: unvoreingenommen und mit einem besonderen Umgang mit den Farben. Creahm Freiburg wurde nach dem Vorbild der gleichnamigen Organisation in Belgien aufgebaut. Ich ging damals für ein Stage nach Belgien, und was ich sah, gefiel mir: sehr professionelle Ateliers, in denen die Künstler in einem ausserinstitutionellen, nicht geschützten Umfeld selbständig arbeiten konnten.

Haben sich Ihre Erwartungen an Creahm Freiburg erfüllt?

Voll und ganz. Die Arbeit im Atelier ist auch für mich stimulierend: Ich gebe etwas ein, bekomme aber auch viel zurück. Auf einer nonverbalen und gefühlsmässigen Ebene können wir viel von den behinderten Menschen lernen. Mich berührt ihre Ganzheit, die Art, wie sie völlig in etwas aufgehen, sei es in ihrer Arbeit oder in ihren Beziehungen.

Wie muss man sich den Alltag im Atelier vorstellen?

In der Regel verfolgen alle ihre eigene Arbeit. Dazu kommen gemeinsame Projekte wie Kunst-am-Bau-Aufträge. An Ideen und Inspirationen fehlt es den Künstlerinnen und Künstlern nicht: Sie sprudeln regelrecht über und schöpfen aus sich selbst – je mehr Freiraum sie haben, umso mehr.

Was ist dann Ihre Aufgabe als Atelierleiter?

Ich sehe mich und meine zwei Kolleginnen als kritische Begleiter. Wir diskutieren über die Werke der Künstler und machen Vorschläge, wie sie sie weiterführen und perfektionieren könnten.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung des Ateliers Creahm in den letzten zehn Jahren?

Eigentlich ist es verrückt, wie viele Sachen wir gemacht haben! Dennoch ist unsere Arbeit nach zehn Jahren nicht einfacher geworden. Vor allem wenn es darum geht, an Subventionen zu kommen, fallen wir immer wieder zwischen Stuhl und Bank, zwischen das Soziale und das Künstlerische. Hier müssen wir unsere Kommunikationsanstrengungen weiter verbessern; die Projekte im Jubiläumsjahr waren hierbei ein wichtiger Schritt.

2009 werden Sie zudem vom Boxal-Areal in Freiburg in den Pavillon des Jeunes in Villars-sur-Glâne ziehen…

Der Umzug ist für April geplant. Wir werden in Villars-sur-Glâne viel mehr Platz und eine Grünfläche im Freien haben und endlich einen eigenen Ausstellungsraum einrichten können.

Bleiben Sie dem Atelier treu?

Ich denke, dass nach zehn Jahren womöglich der Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen ist. Ich hatte die Chance, Creahm Freiburg mit aufzubauen; für ein solches Projekt ist es aber gut, wenn immer wieder neue, unverbrauchte Energien einfliessen. Sicher ist, dass ich dem Atelier immer verbunden bleiben werde!

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