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«Wir lernen jedes Jahr dazu»

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Hoch über dem Murtensee stehen sie stolz bereit, die Ermelsburger Tannenbäume. Es sind rund 8000 Stück, jedes Jahr finden etwa 500 den Weg in eine gute Stube oder auch vor eine Eingangstür. Die Bäumchen sind unterschiedlich: Die einen sind hoch und schlank, andere dicht und rund, die Farbe der Nadeln variiert von Grün bis Blau. «Die Geschmäcker sind verschieden», sagt Landwirt Ruedi Ermel. Vor 15 Jahren habe die Familie Ermel mit dem Anbau von Weihnachtsbäumen begonnen, «im ersten Jahr haben wir ein gutes Dutzend verkauft». Beflügelt vom Zuspruch der Kundinnen und Kunden, hätten sie den Anbau stetig ausgeweitet. Inzwischen ist der gepflegte Bauernhof weit herum bekannt für seine Bäumchen, «es gibt Berner, die mit dem Zug nach Murten kommen und zu Fuss den Hügel erklimmen, um sich bei uns einen Tannenbaum auszusuchen.» Das kommt nicht von ungefähr: Die Familie Ermel hat seit 63 Jahren einen Stand am Berner Märit, jeden Dienstag und Samstag verkauft sie auf dem Bundesplatz Obst, Gemüse und mehr. «Damit hatte mein Vater angefangen», erzählt Ruedi Ermel. Inzwischen habe er den Betrieb seinem Sohn David übergeben. Der Name Ermelsburg sei wohl durch die Nähe zum Murtner Ortsteil Burg und dem Familiennamen entstanden. «Seit mindestens sechs Generationen leben hier Ermels, so weit reicht das Wissen über unsere Vorfahren zurück.»

Aufwendige Pflege

Auf 1,2 Hektaren Land bauen Ermels Tannenbäume an. Die Setzlinge stammen zum grössten Teil aus dem Forstgarten im bernischen Lobsigen. «Im ersten Jahr wächst nur die Wurzel, im zweiten Jahr wächst das Bäumchen ein wenig, und ab dem dritten Jahr können wir mit einem kontinuierlichen Wachstum rechnen», erklärt Landwirt David Ermel. Die Pflege sei aufwendig: «Das hatten wir zu Beginn unterschätzt. Wir müssen das Gras und das Unkraut zwischen den Bäumen regelmässig mit der Motorsense mähen, sonst haben die jungen Bäumchen keine Chance, sie brauchen Licht.»

Jedes Bäumchen hat seine eigene Form. Gewünscht ist ein symmetrischer Baum mit einem schönen Spitz, der nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz ist. «Mit Einschnitten ins Kambium können wir das Wachstum der Zweige steuern.» Das Kambium sei die Gewebeschicht, die bei Pflanzen für das Dickenwachstum verantwortlich sei, erklärt David Ermel. «Die dennoch unförmigen Christbäume liefern Zweige für Adventskränze und Stecken für Stangenbohnen.»

Wilde und robuste Bäumchen

Es gibt verschiedene Sorten: Neben den Klassikern Nordmanntanne, Blaufichte und Rottanne sind auch Koreatannen, Serbische Fichten, Coloradotannen und einige wenige Korktannen zu entdecken. Die wertvollsten seien die Edelblautannen: «Die Setzlinge sind schon sehr teuer, sie wachsen langsam, und die ersten zwei Meter sind noch nicht schön. Es dauert etwa zehn bis zwölf Jahre, bis wir eine prächtige Edelblautanne anbieten können», führt David Ermel aus. Die wilden Blautannen seien schon früher parat, in der Farbe variieren sie stark von verschiedenen Grüntönen bis Blau. «Die stechen aber stark», gibt Ruedi Ermel zu bedenken.

Die Nadeln der Coloradotanne sind länger und duften köstlich nach Zitrone, auch gehört der Baum zu den robusteren Sorten, die lange halten und problemlos bereits Anfang Dezember in die gute Stube aufgenommen werden können, wie David Ermel erklärt. Die Koreatanne trägt hübsche Zapfen, und ihre Endknospen glitzern weiss. Eine Ermelsburger Koreatanne gibt es übrigens bereits in der Altstadt Murten vor einer Drogerie zu entdecken.

Das Risiko klein halten

Verschiedene Sorten anzupflanzen, ist nicht nur für den Absatz sinnvoll: «Wir können das Risiko von Krankheiten minimieren», erklärt David Ermel. Die Rottanne beispielsweise sei anfällig auf die Gallmücke. «Wir lernen jedes Jahr dazu, ausgelernt haben wir nie. Die Weihnachtsbäume sind ein breites Feld», sagt Ruedi Ermel, «und Glück gehört auch dazu.» Sie seien zwar kein zertifizierter Bio-Betrieb, «aber eigentlich sind unsere Bäume bio». Überhaupt sei der ganze Betrieb ökologisch mit seinen über 160 Hochstammbäumen. Diese tragen Früchte wie Kirschen, Äpfel und Birnen verschiedener Sorten, auch alte Obstsorten wie die Bernerrose finden sich auf dem Hof.

Herunterfahren

Ab dem 3. Dezember schneidet die Familie Ermel täglich Weihnachtsbäume und präsentiert sie auf ihrem Hofareal. Auf den gemütlichen Teil mit Tee und Kuchen müssen die Besucherinnen und Besucher dieses Jahr aus bekannten Gründen verzichten. Ob sich für Weihnachten 2020 mehr Leute als sonst ein schmuckes Bäumchen für das Wohnzimmer leisten, weil viele zu Hause bleiben, werde sich zeigen, sagt David Ermel. «Es kann beides sein.» Auf jeden Fall bitte die Familie Ermel darum, sich wenn möglich unter der Woche zu ihrem Hof aufzumachen, so dass es am Samstag und Sonntag nicht zu eng wird. Und sie empfiehlt, die frisch geschnittenen Bäumchen nicht sofort in die Wohnung zu nehmen, sondern sie zwei, drei Tage draussen stehen zu lassen: Sie müssen zuerst herunterfahren, so dass sie am Fest in ihrer ganzen Pracht erstrahlen können.

Schweizer Anbau

Dekomaterial gibts gratis im Wald

Das Wetter meinte es dieses Jahr gut mit den Schweizer Weihnachtsbäumen: Die Bäume sind laut der Interessengemeinschaft (IG) Schweizer Christbaum gut gewachsen und es hat wenig Spätfrost und Hagel gegeben. Der Verband Wald Schweiz und die IG Christbaum empfehlen, den Weihnachtsbaum nicht erst im letzten Moment und während des grossen Festtagsgedränges zu kaufen. Mit heimischen Christbäumen sei das besonders gut möglich, weil sie weder lange Transportwege hinter sich hätten noch lange gelagert werden müssten, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Die Schweizer Christbaumproduzenten seien gespannt, ob in diesem besonderen Jahr die Nachfrage nach einheimischen Weihnachtsbäumen höher sei als in den Vorjahren. Es gebe genügend Schweizer Christbäume, und sie könnten bei Bedarf jederzeit frisch nachgeschlagen werden. Rund 600 Landwirte und Forstbetriebe produzieren laut Mitteilung Schweizer Christbäume im Landwirtschaftsgebiet oder im Wald.

Im Übrigen lohne es sich auch, über die Wahl des Weihnachtsbaumschmucks nachzudenken: «Oft kommt Massenware zum Einsatz, die von weit herkommt. So sind im Handel beispielsweise Föhrenzäpfli aus China zu haben, obwohl man allerlei Zapfen und anderes Dekomaterial gleich um die Ecke im Wald gratis sammeln kann und darf.»

emu

 

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