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«Wir müssen lokal Arbeitsplätze anbieten können»

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Der Düdinger Syndic Kuno Philipona (CVP), der Plaffeier Ammann Otto Lötscher (Talschaft Schwarzsee) und der Gemeindepräsident von Tafers, Gaston Waeber (SVP), haben mit den FN über Arbeitsplätze im Sensebezirk, dessen wirtschaftliche Entwicklung und über die Idee einer Einheitsgemeinde Sense diskutiert.

 

 Wie beurteilen Sie die Arbeitsplatz-Situation in Ihrer Gemeinde?

Otto Lötscher:Wir sind zufrieden, wie es läuft. Wir haben uns in Plaffeien immer als Regionalzentrum des Sense-Oberlandes gesehen und waren stets bestrebt, Arbeitsplätze zu schaffen und die bestehenden bestmöglich zu unterstützen. Durch Strukturveränderungen wie Bankenfusionen oder Poststellenzusammenlegungen ist es jedoch für gewisse Berufe schwieriger geworden. Ein Glücksfall für Plaffeien ist sicher die Hartmetallfabrik Extramet.

Kuno Philipona:Ich kann mich dem anschliessen. Wir haben in Düdingen eine tiefe Arbeitslosigkeit. Es ist uns in den letzten Jahren aber leider nicht gelungen, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Zum Glück hat Sika vor rund vier Jahren ausgebaut, damit entstanden einige neue Jobs. In der Arbeitszone Birch hat sich aber kein Grossunternehmen angesiedelt. Das ist ein Wunsch, der offen bleibt.

 

 Warum hat es im Birch bisher nicht geklappt?

Philipona:In der Agglomeration Freiburg und im Sense-Unterland hat es auch andere grosse Gewerbeflächen, und leider gibt es in der Schweiz nicht jeden Tag Firmen wie Comet, die sich hier niederlassen wollen. Wer kommen will, wird von Gemeinden aus der ganzen Schweiz umgarnt, nicht nur von uns.

 

 Wie ist die Lage in Tafers?

Gaston Waeber: Wir sind zufrieden, die Anzahl Arbeitsplätze nimmt stetig zu und wir hoffen, dass auch die Demenzstation zusätzliche Arbeitsplätze bringt. Wir haben oft Anfragen von Kleingewerbetreibenden, etwa aus Düdingen, die sich an ihrem Standort nicht entwickeln können. Unser letztes Gewerbeland beim Muttacker haben wir vor einem Monat an Gewerbetreibende verkauft und hoffen, so wieder Arbeitsplätze nach Tafers zu holen. Leider ist kein Gewerbeland mehr zur Verfügung und auch kein Land in Aussicht, das eingezont werden könnte.

 

 Ist es im Sense-Oberland schwieriger als im -Unterland, Jobs zu schaffen?

Lötscher:Ja, ganz sicher, vor allem im industriellen Bereich, die Industrie ist an der Auto- und Eisenbahn zu finden. Ein Transportunternehmer beispielsweise muss sich aufgrund der Schwerverkehrsabgabe gut überlegen, ob er sich so weit von der Autobahn weg ansiedeln will. Wichtig ist, dass man in Zukunft die Rahmenbedingungen dafür schafft, damit auch dezentral Arbeitsplätze entstehen können. Ich denke zum Beispiel an ein Hightechunternehmen, für das nur wenig Transport nötig ist. Es kann nicht sein, dass wir den Pendlerverkehr immer mehr fördern. Die Leute sollten die Möglichkeit haben, dort zu arbeiten, wo sie wohnen, das ist für das Oberland von grosser Bedeutung.

 

 An welche Rahmenbedingungen denken Sie?

Lötscher: Die Raumplanung muss es ermöglichen, auch im Oberland Gewerbezonen auszuscheiden.

Philipona:Besonders wichtig scheint mir, dass wir für die einheimischen Firmen auf unserem Gemeindegebiet Platz schaffen können, damit sie nicht wegziehen, weil sie nicht ausbauen können. Dass wir ihnen zurzeit keine Lösung anbieten können, weil wir entweder kein Land zur Verfügung haben oder dieses in der Zone von kantonaler Bedeutung liegt, ist ein grosses Problem. In der Zone Warpel, nahe Hauptstrasse, Auto- und Eisenbahn, bieten wir auf kleinstem Raum 500 Arbeitsplätze an. Ein zweites solches Gebiet schwebt mir für uns vor. Zwei bis drei Hektaren Fläche für Firmen, die aus dem Dorfzentrum aussiedeln möchten, wären dringend nötig. Dies entspricht zwar nicht dem regionalen Richtplan, würde aber durchaus Sinn machen.

 

 Gaston Waeber, hat es Vorteile, Bezirkshauptort zu sein?

Waeber:Wegen des Spitals, der Pflegeheime und allen anderen kantonalen und bezirks- bezogenen Institutionen sind wir im Bereich Dienstleistungen stark, rund 72 Prozent unserer Arbeitsplätze sind in diesem Sektor zu finden, hauptsächlich im Bereich Pflege und Gesundheit. Das ist unser grosses Plus.

Lötscher:Nicht nur in Plaffeien; in allen Dörfern wird es wichtig sein, lokal Arbeitsplätze anbieten zu können, deshalb muss man diese pflegen. Unternehmen mit bis zu fünf Angestellten sind wichtig für das Dorfleben und schaffen eine gesunde Struktur, die weiterhin in den Dörfern Platz haben muss. Wir sind bestrebt, dass dies weiterhin möglich ist. Dieses Interesse verfolgen die meisten Gemeinden.

Philipona:Wegen des neuen Raumplanungsgesetzes braucht es andere Formen. Es muss möglich sein, Firmen in verdichteter Form anzusiedeln. In Düdingen wurde 1988 das Industrie- und Gewerbezentrum 2000 geschaffen, das auf kleinstem Raum viele Arbeitsplätze bietet. So etwas müssten wir erneut schaffen, auch wenn es raumplanerisch schwierig werden könnte.

Waeber:Eine private Gesellschaft hat mittels Baurechtverträgen die Möglichkeiten geschaffen, dass Kleinunternehmer in Tafers angesiedelt wurden, so konnten in kurzer Zeit Arbeitsplätze geschaffen werden. Auf diese Weise müssen diese nicht ihr ganzes Geld in Landkäufe und Infrastruktur investieren. Dazu braucht es Investoren, damit Firmen als Mieter auftreten können. Die Gemeinden sind gefordert, auch solche Modelle auszuprobieren.

Lötscher:Es ist wie für die Tourismusentwicklung vielleicht auch im industriellen Bereich eine Lösung, bezirksübergreifend etwas zu realisieren. Zum Beispiel mit einem Landaustausch oder einer gemeinsamen Investition in Erwerb und Erschliessungen von Industrieland.

 

 Wie gut steht der Sensebezirk wirtschaftlich da?

Lötscher:Aus meiner Sicht steht der Sensebezirk verglichen mit den anderen Regionen gut da. Das ist aber kein Grund, sich in den Sessel zurückzulehnen und zu warten. Wir müssen immer wieder dran sein, unsere Strukturen den Veränderungen anzupassen und so auch neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Philipona: Wir haben uns gut und moderat entwickelt. Vielerorts geschieht das grosse Wachstum vor allem durch Migration, wie in Bulle. Ob dies erstrebenswert ist, sei dahingestellt. Wir können in der Schweiz nicht immer weiter wachsen. Ich bin nicht der Auffassung, dass man sich rückwärts bewegt, wenn man nicht wächst. Denn wachsen kostet auch. Wir wohnen heute auch viel breiter – Düdingen hat während 20 Jahren neuen Wohnraum geschaffen, ist aber nicht extrem gewachsen.

Waeber:Der Sensebezirk allgemein hat sich gut und gesund entwickelt. In Tafers hatten wir lange Zeit keine Bevölkerungsentwicklung, 2005 kam ein Schub. Damals haben wir gesehen, dass das Wachstum nicht allzu schnell vor sich gehen darf, ansonsten hinkt die Infrastruktur, wie beispielsweise Schulhäuser, hinterher.

Philipona:Wir haben in den letzten Jahren im Bezirk Infrastrukturen geschaffen, die sich sehen lassen können, sei es für den Sport, die Schulen oder für das Gesundheitswesen. Man kann uns nicht vorwerfen, wir hätten nichts getan.

 

 Bringt ein dichterer Fahrplan Verbesserungen mit sich?

Waeber:Klar, zum Beispiel für Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsort nicht in Tafers haben, umgekehrt sind wir wiederum attraktiver für Arbeits- und Ausbildungsplätze unserer Unternehmungen und nicht zuletzt für unsere Bevölkerung, die diese Fahrplanverbesserung längst herbeigesehnt hat. Ansonsten würden wir in naher Zukunft am täglichen Pendlerverkehr ersticken.

Lötscher:Für das Oberland ist ein guter Fahrplan eminent wichtig. Wir sind sehr zufrieden, wie sich dieser verbessert hat. Es fahren auch immer mehr Touristen mit dem Bus nach Schwarzsee. Einzig die Anbindung Düdingen–Plaffeien ist für uns bis heute nicht befriedigend.

Philipona: Diese Linie ist in der Tat verbesserungswürdig. Ansonsten sind wir in Düdingen mit dem Halbstundentakt nach Freiburg und Bern gut bedient, die Bemühungen der Region Sense haben gefruchtet.

Lötscher: Wir wollen ein gutes Angebot, aber es muss auch bezahlbar sein.

 

 Könnten Sie sich einen Bezirk mit nur einer Gemeinde vorstellen, wie es im Greyerzbezirk angedacht ist?

Philipona:Steuergleichheit wäre ein grosser Vorteil. Wir haben viele Gemeinschaftswerke im Sensebezirk, da wäre ein einheitlicher Steuersatz gerechter für den Bürger. Ob es organisatorisch so einfach wäre, in den nächsten Jahren eine einzige Gemeinde zu schaffen–ich denke, die Leute sind noch nicht so weit.

Lötscher: Ich unterstütze den steuerlichen Aspekt, finde aber, dass die Zeit für einen solchen Zusammenschluss noch nicht reif ist. Eine solche Entwicklung muss erst im Kleinen wachsen und analysiert werden. Im Sensebezirk ist das Potenzial für die eine oder andere Fusion bestimmt noch da. Aber ich will nicht mehr für die anderen Gemeinden reden, sondern bin sehr glücklich, dass wir die längst fällige Dreierfusion mit Plaffeien, Oberschrot und Zumholz realisieren können. Klar hätte ich lieber auch gleich Plasselb und Brünisried mit ins Boot geholt. Ich bin überzeugt davon, dass diese Fünferfusion früher oder später wieder aktuell wird.

Waeber: Die meisten Gemeinden sind noch nicht bereit, über eine solche Annäherung zu diskutieren. Eine Einheitsgemeinde ist ein bisschen eine Generationenfrage.

Philipona:Ganz abwegig ist eine Einheitsgemeinde Sense dennoch nicht. Wir sollten diese angehen, bevor Krisenstimmung herrscht, und ein Projekt lancieren, solange es noch allen gut geht. Denn eine solche Entwicklung braucht Zeit.

Waeber:Die Fusionsgespräche scheitern meist an den Finanzen und zuletzt noch am Namen oder am Wappen. Mit dem Finanzausgleich verschieben wir viel Geld. Diesen Ausgleich könnten wir auch anders schaffen – indem wir alle gleich viel Steuern zahlen.

Philipona: Ich vergleiche eine solche Einheitsgemeinde immer mit Düdingen und seinen vielen Weilern. Die Leute aus den Weilern kommen nicht zu kurz. Im Gemeinderat etwa stammen fünf von neun Mitgliedern aus den Weilern.

Zahlen und Fakten

Anzahl Einwohner und Arbeitsplätze

Die Gemeinde Düdingen zählt zurzeit 7800 Einwohner und zirka 3050 Arbeitsplätze. In Tafers hat es 3295 Einwohner und 1770 Arbeitsplätze, die Gemeinde Plaffeien zählt 1980 Einwohnerinnen und Einwohner und gemäss Gemeindeschreiber Gérald Buchs rund 1000 Arbeitsplätze.ak

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