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«Wir müssen selbständig Entscheide treffen»

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«Wir müssen selbständig Entscheide treffen»

Gabriella Guex leitet die Berner Rettungssanitäterschule

Kinder und Karriere schliessen sich nicht aus, das beweist die neue Schulleiterin im Ausbildungs-Zentrum Insel. Seit diesem Frühling ist Gabriella Guex-Escher, Mutter von drei Kindern zwischen 15 und 23 Jahren, Leiterin der Schule für Rettungssanität in Bern.

Von ELISABETH SCHWAB-SALZMANN

«Ich liebe meinen Beruf, auch wenn es ab und zu sehr hektisch zu und her geht», sagt Gabriella Guex. Zu rund 20 Prozent ist die gelernte Krankenschwester und diplomierte Rettungssanitäterin bei der Ambulanz Sense. Seit vier Jahren ist sie an der Schule für Rettungssanität Bern zu 80 Prozent als Ausbildnerin tätig. Seit März 2005 ist sie Leiterin der Rettungssanitäterschule im Ausbildungszentrum Insel.

Viele Frauen dabei

Jedes Jahr besuchen rund 60 Kandidaten in drei Schulklassen die Kurse in Bern. Früher war die Rettungssanität eine Männerdomäne, heute sind schon viele Frauen in diesem Beruf vertreten. Deutschsprachige der Ambulanzen Murten und Sense machen ihre Ausbildung in Bern oder Zofingen, die Französischsprachigen von den Ambulanzen Freiburg Süd und Saane bilden sich in Lausanne oder Genf aus.

Gabriella Guex kann auf die Hilfe von rund 50 externen Dozenten zählen. Neben ihrer Unterrichtstätigkeit gehören Verwaltungs-, Management- und berufspolitische Aufgaben zu ihrem Alltag. Ständige Weiterbildung ist besonders in den medizinischen Berufen wichtig. Das berufsbegleitende Nachdiplomstudium in «medical education» an der Universität Bern, das mit einem Master abschliesst, gehört deshalb zu den weiteren Herausforderungen der Wahlfreiburgerin; sie packt demnächst ihre Masterarbeit an.

Teamarbeit ist entscheidend
beim Einsatz

Rund ein Drittel der Einsätze von Ambulanzen betrifft Verkehrsunfälle, ein weiteres Drittel medizinische Notfälle wie zum Beispiel Herzinfarkte, schwere Asthmaanfälle und ein Drittel Patienten-Verlegungen (von Spital zu Pflegeheim oder in andere Spitäler für Spezialuntersuchungen).

Gibt es Einsätze, die auch für Rettungssanitäterinnen belastend sind? «Notfälle, bei denen Kinder betroffen sind, lösen im ganzen Team starke Emotionen aus. Nach ausserordentlichen Ereignissen finden Debriefings statt, Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen vom Team können aber auch sehr oft hilfreich sein. Wir können nicht am Platz heilen, was wir können, ist Symptome lindern, Ruhe in eine schwierige Situation bringen und schnellstmöglich die Patienten ins nächstgelegene Spital bringen.»

Was macht die Attraktivität des Berufes aus? Die grosse Vielseitigkeit in der Arbeit sei attraktiv, zum Arbeitsalltag gehörten aber auch Nacht- und Wochenend-Einsätze, meint die Fachfrau: «Eine Rettungssanitäterin muss vor Ort sehr selbständig entscheiden. Braucht es einen Arzt, einen Anästhesiespezialarzt oder ist die schnellstmögliche Verlegung ins Spital angezeigt? Die grosse Befriedigung in unserer Arbeit liegt eigentlich darin, dass wir den Menschen konkret helfen können in einer oft sehr belastenden Situation.»

Wiedereinstieg gut geglückt

Die gebürtige Zürcherin machte im Berner Lindenhofspital die Grundausbildung als Krankenschwester AKP. Sie bildete sich zur Rettungssanitäterin und Erwachsenenbildnerin weiter, arbeitete als Ausbildungsverantwortliche beim SRK und übernahm nun die Leitung der Rettungssanitäterschule. Der für viele Frauen typische Karriereverlauf von Ausbildung, Berufstätigkeit, Rückzug in die Familienarbeit und Wiedereinstieg bis zur heutigen Position bedingte viel Durchhaltewillen. «Ich hatte Glück, der Wiedereinstieg ins Berufsleben ist mir gut gelungen», erklärt Guex.

Auftanken in der Familie

Sie lebt mit ihren drei Kindern in Freiburg, die zwei älteren studieren in Basel und Zürich und sind am Wochenende zuhause. In der knappen Freizeit entspannt sie sich beim Musizieren, unternimmt lange Spaziergänge mit ihrem Partner oder geniesst es, wenn wieder einmal die Tochter und die beiden Söhne zu einem gemeinsamen Essen da sind.

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