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«Wir mussten nicht nur auf, sondern auch neben dem Eis kämpfen»

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In Freiburg entstand 1980 die erste Frauen-Eishockeymannschaft. Christiane Bürke-Bischofberger war von Anfang an mit dabei. Als Torhüterin des Nationalteams reiste sie 1990 an die erste offizielle Frauen-Weltmeisterschaft in Ottawa.

Im Jahr 1980 schloss sich eine Gruppe von Pionierinnen zur ersten weiblichen Eishockeymannschaft der Schweiz zusammen – in der Freiburger Unterstadt. Christiane Bürke-Bischofberger, damals 14 Jahre alt, war eine davon. «Wir verbrachten damals den Sommer in der Motta und den Winter in der Patinoire», erinnert sich die Tochter eines Freiburger Wirtepaars. Beim öffentlichen Eislaufen waren sie und ihre Freundinnen in der Augustinerhalle fast jedes Mal am Start und als eingefleischte Gottéron-Fans war auch Eishockey für sie kein Fremdwort. Eines Tages, die Gruppe beobachtete gerade das Training der ersten Mannschaft, kam der Freiburger Künstler und Animator Hubert Audriaz auf sie zu und fragte: «Wieso schaut ihr zu? Spielt doch selbst!»

Viel ehrenamtliche Arbeit

Der Eishockeyclub La Vannerie entstand, unter der Leitung von Audriaz selbst. Einen Stock und «Männerschlittschuhe» mussten die Spielerinnen selbst kaufen. Den Rest besorgte das Freizeitzentrum Freiburg, zu dem sie gehörten.

Das erste Mannschaftsbild von La Vannerie mit Hubert Audriaz (erste Reihe, 7. v.l.) als Trainer. Torhüterin Christiane Bürke-Bischofberger sitzt rechts unten im Bild.
Foto zvg

Als Gegenleistung war Fleiss gefragt: Die 14- bis 20-Jährigen halfen tatkräftig mit, unter anderem bei der Bolzenfasnacht und beim Ferienpass. Von regelmässigen Eiszeiten, Spielstrategie und Theorie konnten die Spielerinnen jedoch nur träumen. Ihr Training war das Eislaufen in der Augustinerhalle am Saane-Ufer westlich der Bernbrücke, nur gelegentlich stand diese fürs Hockeytraining der Frauen zur Verfügung.

Das Logo von La Vannerie, ein fliegendes Einhorn mit Eishockeystock, hat Hubert Audriaz selbst gezeichnet.
Bild zvg

Auf die Begeisterung hatte das keinen Einfluss: «Wir hatten Freude und wollten lernen», erklärt Bürke-Bischofberger, die auch Giga genannt wird. Viele der Spielerinnen waren trotz der fehlenden Förderung sehr ambitioniert. Ihr Trainer habe jedoch andere Ansichten gehabt.

Bei den Mädchen möchte ich den Wettbewerbsgedanken vermeiden, es soll ein Spiel bleiben.

Huber Audriaz
Künstler und ehemaliger Trainer von La Vannerie

Das erklärte Hubert Audriaz zum Beispiel gegenüber «La Liberté» vom 13. April 1983. Erst später, in einem Trainingscamp für Frauen, habe sie zum ersten Mal von einem Give and Go gehört, der Begriff für einen Pass mit anschliessendem Rückpass, und erfahren, dass es mehr als eine Auslösung gibt, erinnert sich Bürke-Bischofberger lachend.

Gegnerinnen gesucht

Da es in der Schweiz 1981 noch kein weiteres Eishockey-Frauenteam gab, fand der erste Match von La Vannerie gegen Französinnen aus Villars-le-Lans statt. Giga schätzt, dass sie da erst zum fünften Mal in ihrem Leben im Tor stand – vor rund 1000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Ihre Ausrüstung war damals noch recht einfach: «Meine Schoner bestanden aus Leder und waren mit Stroh gefüllt.»

Erste Weltmeisterschaft

1987 erstand sie ihre ersten Goalie-Schlittschuhe. Denn das erste, jedoch noch inoffizielle – weil nicht von den nationalen Verbänden getragene – internationale Frauenturnier stand an: das World Tournament in Kanada.

Die Spielerinnen der Swiss Selection, die Bezeichnung für die damalige noch inoffizielle Frauen-Eishockeynationalmannschaft, 1987.
Foto zvg

Ihre Teamkolleginnen in der Swiss Selection trainierten mit ihrem jeweiligen Club inzwischen zwei bis dreimal pro Woche. Sie hingegen nur ungefähr alle zwei Wochen, wenn das 1982 eröffnete Stadion St. Leonhard gerade für die Damen verfügbar war.

Die Priorität war: Zuerst Männer, dann die Buben, dann wieder Männer, dann Buben, und dann kamen irgendwann wir.

Christiane Bürke-Bischofberger

Jede Sekunde auf dem Eis zählte. Dafür nahm die Sportlerin kurze Nächte in Kauf – denn wenn, dann begann das Training erst um 22 Uhr.

Neuer Verein, neues Glück

1989 wechselten die älteren Spielerinnen von La Vannerie zum HC Unterstadt, wo sie ihren Ehrgeiz frei leben durften. Für die Torhüterin ein Segen. Hier durfte sie nämlich mit den Männern trainieren. «Die waren der Hammer», so Bürke-Bischofberger. Sie sei von Anfang an gut aufgenommen worden und habe in der Zeit viel gelernt.

Christiane Bürke-Bischofberger (3. v.l.) mit zwei Teamkolleginnen im Trikot des HC Unterstadt.
Foto zvg

Als Teil der Schweizer Nationalmannschaft reiste die Freiburgerin 1990 an die erste offizielle Frauen-Weltmeisterschaft in Ottawa. Im Vergleich zu vorherigen, inoffiziellen internationalen Turnieren übernahm der Schweizer Verband erstmals die Transportkosten der Spielerinnen.

Torhüterin Christiane Bürke-Bischofberger während der ersten offiziellen Frauen-Weltmeisterschaft, im Spiel gegen die USA.
Foto zvg

Viel Durchhaltewillen

«Eishockey ist für mich eine grosse Leidenschaft», betont Bürke-Bischofberger, die auch mal mit gebrochenem Finger oder gezerrtem Muskel spielte. Durchbeissen, das mussten die Frauen beherrschen. Am Anfang hätten viele sie nicht ernst genommen, erinnert sie sich.

Wir mussten nicht nur auf, sondern auch neben dem Eis kämpfen.

Christiane Bürke-Bischofberger

Die Eishockeyspielerinnen hätten sich selbst viel Druck gemacht und wollten zeigen, was sie können. «Es war eine harte, aber auch eine gute Zeit.»

Liebe zum Eishockey bleibt

Ihre Sportkarriere – die sie neben ihrem Vollzeit-Job bestritt – beendete sie, als sie eine Familie gründen wollte.

Ich sah einfach keine Perspektiven im Eishockey.

Christiane Bürke-Bischofberger

Dennoch ist ihre Liebe zur Sportart nicht kleiner geworden. Sie besucht regelmässig Gottéron-Spiele, ab und zu auch von der Frauenmannschaft, die seit 2022 zu den Drachen gehört. «Es gefällt mir, wie sie spielen.» Im Unterschied zum Männerhockey seien Checks bei den Frauen verboten.

Das kann zu einem technisch und taktisch spannenderen Spiel führen, soweit Qualität weiterhin gesteigert wird.

Christiane Bürke-Bischofberger

Spielwitz und Kreativität, dadurch könnten sich die Frauen im Eishockey von den Männern abheben.

Interesse fehlt nicht

Dass weniger Frauen Eishockey spielen als Männer, liege nicht am fehlenden Interesse, sondern an den Umständen, meint Bürke-Bischofberger: «Die Schweiz hat es verpasst, Frauensport zu fördern.» Dies falle besonders im Vergleich zu Kanada und den USA auf, wo Frauen-Eishockey sehr attraktiv ist. Mit der richtigen Unterstützung, also guten Eiszeiten, Coaches und Infrastruktur, denke sie aber, dass der Sport auch beim weiblichen Geschlecht in der Schweiz eine Bedeutung erhalten könnte. Sie betont: «Ich habe Eishockey nicht ausgewählt, ich machte es einfach gern!»

Geschichte

Die Anfänge des Frauen-Eishockeys in Freiburg

1980 entstand in Freiburg mit La Vannerie das erste Frauen-Eishockeyteam der Schweiz. Weitere Teams bildeten sich schnell: 1981 kamen Lausanne und Genf dazu, ein Jahr später Kloten und Davos. 1984 waren es insgesamt schon zehn Mannschaften. Zur gleichen Zeit wurde das Frauen-Eishockey Teil des Schweizerischen Eishockeyverbandes (SEHV).

Im Jahr darauf spielten die Frauen eine erste, noch inoffizielle Meisterschaft, getrennt in zwei Gruppen: Ost und West. In der Saison 1985/86 gingen die Freiburgerinnen als Siegerinnen der Gruppe West hervor. Der offizielle Meisterschaftsbetrieb der Frauen begann ab der Saison 1986/87. Gleichzeitig entstand auch die Swiss Selection, das Frauen-Nationalteam, die 1987 bei der ersten, jedoch noch inoffiziellen Weltmeisterschaft in Toronto den fünften Platz von sieben Plätzen belegte.

1989 wechselten die Spielerinnen von La Vannerie zum HC Unterstadt. Im selben Jahr fand die erste offizielle Damen-Europameisterschaft in Ratingen und Düsseldorf (damalige BRD) statt. Zwei Freiburgerinnen, Christiane Bürke-Bischofberger und Nicole Mettraux-Schumacher, gehörten dort zum Schweizer Kader. Ein Jahr später spielten die beiden mit dem Schweizer Team in Ottawa um den ersten offiziellen Eishockey-Weltmeistertitel der Frauen.

Zwei Freiburgerinnen an der Weltmeisterschaft: Christiane Bürke-Bischofberger (links) und Nicole Mettraux-Schumacher (rechts) nach einem Gegentor durch die Amerikanerinnen.
Foto zvg

Die Konkurrenz in der Schweiz wurde immer grösser. 1991 schafften die Freiburgerinnen noch knapp den Ligaerhalt. Mangels genügendem Spielkader und aufgrund fehlender Finanzen und Trainingsmöglichkeiten stiegen sie aber freiwillig in die Nationalliga B ab.

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