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«Wir sind absolut am Limit»

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Das Pflegeheim in Kerzers mit 38 Bewohnern und jenes in Courtepin mit 45 Bewohnern stehen derzeit unter Quarantäne. Kerzers bereits seit dem 25. Oktober, Courtepin seit Sonntag. Je zehn Bewohnerinnen und Bewohner dieser Pflegeheime sind mit dem Coronavirus infiziert. So der Stand gestern Vormittag. «Die Situation in den Pflegeheimen ändert sich stündlich und ist nicht planbar», sagt Peider Nicolai, Heimleiter des Pflegeheims St-François in Courtepin, den FN. «Wer infiziert ist, kann drei Tage lang ganz munter sein, und am vierten Tag verschlechtert sich dann sein Gesundheitszustand rapide.»

«Relativ hohe Ausfallquote»

Infiziert sind nicht nur Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Pflegeheime, sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Peider Nicolai spricht von einer «relativ hohen Ausfallquote beim Personal». Hinzu komme, dass der Pflegeaufwand bei den am Coronavirus erkrankten Bewohnerinnen und Bewohnern dreimal höher sei als üblich. Pro Nachtwache seien drei Mitarbeiter im Einsatz. Eigentlich bräuchte es vier bis fünf Personen. «Wir sind mit unseren Ressourcen absolut am Limit», so der Heimleiter. «Mit einer Unterstützung durch den Zivildienst wäre allen gedient.»

Nicht alle Helfer müssten Kenntnisse in der Pflege mitbringen. «Infizierte Bewohner haben Durchfall, erbrechen viel und müssen häufig umgelagert werden. Hier wäre jemand, der einfach nur die Betten neu bezieht, schon eine grosse Hilfe.»

Auch die Spitex ist unter Druck

Im Pflegeheim Kerzers fehlten gestern acht Mitarbeitende, sagt Jean-Claude Cotting, Heimleiter und Vorsitzender der Geschäftsleitung des Gemeindeverbands Gesundheitsnetz See (GNS). «Wir haben Leute aus den Ferien zurückgerufen. Das Pflegepersonal schafft es gerade noch knapp, die Arbeit zu bewältigen.» Im Pflegeheim helfen derzeit Mitarbeiter der Spitex See, der Mütter-Väter-Beratung sowie einer externen Firma aus.

Peider Nicolai lobt die sehr grosse Solidarität zwischen den Pflegeheimen im Seebezirk. Dass im Seebezirk die Spitex Teil des GNS ist und am Standort Courtepin das Konzept der integrierten Versorgung bereits umgesetzt wurde, sei in der aktuellen Lage ein grosser Vorteil. Doch stehe auch die Spitex unter Druck. Diese habe mehr Arbeit, weil die Spitäler Patienten früher nach Hause schicken würden.

Spitäler haben Priorität

Beide Heimleiter haben beim Kanton ein Gesuch um personelle Unterstützung durch Angehörige des Zivilschutzes, des Zivildiensts oder der Armee eingereicht. Eine Antwort stehe noch aus (siehe Kasten). Mit einer positiven Antwort rechnen weder Jean-Claude Cotting noch Peider Nicolai. «Die Hilfeleistungen gehen aktuell zuerst zur Intensivpflege in den Spitälern. Das ist verständlich und richtig so, zeigt jedoch auch eine Vernachlässigung der Langzeitpflege», sagt der Heimleiter von Courtepin.

Glück in der ersten Welle

In der ersten, wie jetzt auch in der zweiten Corona-Welle seien die Pflegeheime gleich vorsichtig gewesen, sagt Peider Nicolai. «In der ersten Welle hatten wir einfach ein Riesenglück.» Der Kanton habe kürzlich bei einer Kontrolle der Corona-Massnahmen im Pflegeheim Courtepin die getroffenen Massnahmen gelobt.

In den übrigen Pflegeheimen des GNS in Murten, Jeuss und Sugiez waren gestern keine Infektionen von Bewohnern bekannt, informiert Jean-Claude Cotting.

Ansteckungen

Lage ist ruhiger im Sensebezirk

In den Pflegeheimen des Sensebezirks ist die Lage momentan weniger dramatisch als im Seebezirk. Gemäss Christine Meuwly von der Koordinationsstelle des Gesundheitsnetzes Sense sind drei Heime betroffen: Im Heim Ärgera in Giffers sei derzeit ein Bewohner erkrankt, im Heim St. Martin in Tafers seien 14 Bewohner und zwei Angestellte positiv getestet worden. Das Heim Bachmatte in Plaffeien hatte Mitte Oktober zahlreiche Fälle verzeichnet; drei Bewohner seien an der Covid-Infektion gestorben. 20 weitere seien positiv getestet worden, mittlerweile gehe es ihnen aber wieder gut, und sie seien nicht mehr in Isolation. In den Heimen der Stiftung St. Wolfgang in Düdingen, Bösingen, Flamatt und Schmitten gebe es derzeit keine Fälle, auch nicht im Pflegeheim Maggenberg in Tafers.

nas

 

Kanton

27 Pflegeheime mit Corona-Fällen

Von den 50 Pflegeheimen im Kanton verzeichnen 27 Heime Corona-Fälle, sagt Christine Meuwly von der Koordinationsstelle des Gesundheitsnetzes Sense auf Anfrage. In 14 Heimen gebe es zwischen 16 und 56 Infektionen; 13 Heime hätten eine bis drei Infektionen.

Fragen der FN zur personellen Unterstützung der Freiburger Pflegeheime beantwortete die Informationszelle des kantonalen Führungsorgans gestern nicht.

jmw/nas

 

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