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«Wir sind der Jugend diese Investitionen schuldig»

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«Wir sind der Jugend diese Investitionen schuldig»

Informations- und Kommunikationstechnologie in den Schulen: Das Konzept liegt vor

Ausrüstung – Pädagogische Fachstelle und Ausbildung der Lehrpersonen: Das sind die Grundpfeiler des Globalkonzeptes für die Integration der Informatik an den Freiburger Schulen. Die Erziehungsdirektion hat das Konzept gestern in Grangeneuve rund 150 Schulverantwortlichen und Gemeindevertretern vorgestellt.

Irland habe dank der Förderung von Informations- und Kommunikationstechnologien einen imposanten Fortschritt erzielt, sagt Beat Vonlanthen, Grossrat und Präsident der kantonalen Kommission für Informatik im Unterricht. Die Arbeitslosigkeit sei von 20 auf 5 Prozent gesunken. Mit diesen Ergänzungen unterstrich Beat Vonlanthen seine Forderung, die Informations- und Kommunikationstechnologien (FR-IKT) in den Freiburger Schulen auf Vordermann zu bringen.

«Schulen ans Netz»

Mit dem zweiten Beispiel «Informatik ab 1. Klasse in Ausserrhoden» illustrierte er wie andere Kantone mit der Thematik «Schulen ans Netz» umgehen. In Appenzell Ausserrhoden sollen alle Schulzimmer ab 1. Klasse mit Computer ausgerüstet werden.

Doch hierzulande mahlen die Mühlen langsam – zu langsam für Beat Vonlanthen. «Vor einem Jahr hat die Kommission den Bericht abgegeben und erst jetzt wird er vorgestellt und in die Vernehmlassung geschickt.» Und dabei werden die kantonalen Verantwortlichen täglich mit Anfragen über den Einsatz der Informatik konfrontiert, was doch zeige, wie dringend gehandelt werden müsse. «Wir sind unserer Jugend diese Investitionen schuldig und werden zweifellos vom profitieren können.»

In spätestens sechs oder acht Jahren?

Ein Globalkonzept, deren Realisierung auf Jahre ausgerichtet ist, bringt folgerichtig auch eine Reihe ungelöster Fragen mit sich. Die erste: Wer soll bezahlen? Bereits hier scheiden sich die Geister. Rund 12 Millionen kosten Ausbildung und Ausrüstung. Der Staatsrat (Gesamt-Staatsrat) ist der Meinung, dass die Gemeinden für die Ausrüstung – insgesamt acht Millionen – aufzukommen haben. Die Politiker hingegen – so auch Beat Vonlanthen – plädieren für staatliche Starthilfe: «Der Kanton soll in den ersten zwei Jahren 30 Prozent der Ausrüstungskosten finanzieren.»

Ein zweiter Streitpunkt ist der Zeitraum der Realisierung. Die Einführung der IKT stehe weltweit oben auf der politischen Traktandenliste, hiess es gestern. Und so sollte es auch in Freiburg sein, forderte die Kommission IKT. Bis in sechs Jahren müsste das Konzept mit Ausrüstung, pädagogischer Fachstelle und Weiterbildung der Lehrer realisiert sein. Der Staatsrat hingegen sieht einen Zeitraum von bis zu acht Jahren vor.

In jeder Klasse einen Computer

Laut Konzept FR-IKT soll bis Ende 2001 in jeder Freiburger Schulklasse mindestens ein Computer mit Internet-Anschluss stehen. «Und ab 2002 müssen alle Schulen – vom Kindergarten bis zum Gymnasium – mit bis zu drei Computern ausgerüstet werden», erklärt Michael Anderes, Projektleiter FR-IKT.

Damit Aline mit Peter
kommunizieren kann . . .

Mit der «wahren Geschichte», respektive der Realität an den Freiburger Schulen fuhr Paul Berger, Informa-
tiker auf. «In der Sekundarschule trifft Aline aus X auf den Peter aus U. Die Aline weiss längstens Bescheid mit dem Ding, doch Peter nicht. Können Sie
sich den Frust des Jungen vorstellen?» Das Stichwort Chancengleichheit ist gefallen.

«Darum», betont Erziehungsdirektor Augustin Macheret, «muss die Anwendung der Informatik in allen Unterrichtsbereichen und auf allen Stufen gefördert werden.»

Bis Mitte Mai wird es sich zeigen – solange dauert die Vernehmlassung – wie viele gewillt sind, anstelle des Strassenbaus den Computerkauf zu fördern.

Irmgard Lehmann

Die Situation heute

Der Kanton Freiburg muss punkto Informatik an den Schulen handeln und zwar sofort: So lautet die Forderung des CVP-Grossrates Beat Vonlanthen, Präsident der kantonalen Kommission für Informatik im Unterricht. Und dies obwohl Freiburg, gesamtschweizerisch gesehen, nicht am Schluss liegt. «Wir müssen unseren Kindern die Plattform schaffen, um im Infozeitalter zu bestehen.»

Dank der Eigeninitiative
engagierter Lehrpersonen

Doch Freiburg beginnt nicht bei Punkt Null. An den Freiburger Schulen wurde im Bereich Informatik doch schon einiges realisiert. Das Engagement ist jedoch sehr unterschiedlich und geht nicht zuletzt auch auf die Eigeninitiative engagierter Lehrpersonen zurück. Ein unterschiedliches Bild zeigen der deutsche und französischsprachige Kantonsteil. So ist die Computerdichte (Anzahl Schüler pro Computer) in den écoles primaires et enfantines dreimal höher als in den Primarschulen und Kindergärten. Die Gründe dafür sind anscheinend auf Einflüsse der Nachbarkantone zurückzuführen.

Gesamthaft gesehen befindet sich jedoch nur in ca. 25 Prozent der Primarschulen in den Schulzimmern ein Computer. Und nur knapp 10 Prozent der Computer sind ans Internet angeschlossen.

Auch bei den Lehrkräften bleibt der Einsatz des Computers mehrheitlich Privatsache. Die Hälfte der Lehrkräfte benutzen ihn. Aber nur gerade 20 Prozent setzten den Computer im Unterricht ein.

Diese Feststellungen belegen, laut kantonaler Kommission für Informatik, dass in den Primarschulen Handlungsbedarf besteht.

Seit mehr als 10 Jahre am Ball

Es ist also nicht so, dass die Schulverantwortlichen auf das Infozeitalter erst jetzt reagieren. Bereits in den 80er Jahren wurden an den Mittelschulen obligatorische Informatikkurse eingeführt. Und auch an den Berufsschulen kennt man die Informatikkurse seit rund 12 Jahren.

Berufsschulen, Gymnasien und
Seminarien ausgerüstet

Die Berufsschulen und die Schulen der Sekundarschule 2 (Gymnasien und Seminarien) sind heute alle mit Mietleitungen ans Netz des Staates Freiburg und damit auch ans Internet angeschlossen. An und für sich gewährleistet ist der Internet-Anschluss auch in ungefähr 75 Prozent der Schulen der Sekundarstufe I (OS-Schulen). Zugang zum Internet haben allerdings nur 25 bis 50 Prozent der Computer.

Ein Globalkonzept

Die bis anhin getätigten Investitionen konzentrieren sich also in erster Linie auf die Ausrüstung. Der pädagogische Aspekt ist bis heute jedoch wenig berücksichtigt worden. Deshalb braucht es das Globalkonzept. il

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