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«Wir sind eine grosse Familie»

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«The working starts in ten seconds», tönt es durch den Lautsprecher. Auf die Durchsage folgt ein Tonsignal. Flugplatz-Atmosphäre auf einem abgemähten Feld. Der zweite Modellsegelflug-Weltcup am Samstag in der Gemeinde Pierrafortscha bei Marly ist in vollem Gang. Die Wetterprognose für das Wochenende ist nicht optimal. «Wir versuchen heute so viele Durchläufe wie möglich durchzuführen», sagt OK-Präsident Markus Schneuwly. Die Piloten machen sich bereit, es starten mehrere gleichzeitig. Die Modellflugzeuge sind mit einem Haken ausgerüstet. Die Piloten hängen sie damit an ein Nylonseil und ziehen sie nach hinten. «Das erfordert viel Kraft.»

Pfeilschnell in der Luft

Die Teilnehmer lassen ihre Flugzeuge wie Pfeile in die Luft schnellen. Innert kürzester Zeit kreisen die Fluggeräte bereits weit oben über den Köpfen. «Sie haben innert fünf Sekunden 180 Meter erreicht.» Die Seile fallen gemächlich Richtung Boden, an ihnen sind Mini-Fallschirme befestigt. Die Segelflugzeuge fliegen derweil geräuschlos im Kreis über die Felder. «Manchmal schliessen sich ihnen sogar Vögel an.» Schneuwly hat das Hobby Motorfliegerei in seiner Jugend betrieben und danach 20 Jahre pausiert. Die F3J-Flugzeuge entdeckte er vor rund 14 Jahren. F steht für die Sparte Modellflug, 3 für den Bereich funkferngesteuerter Modellflug und J für Thermik-Dauerflug. «Die Flugzeuge sind emissionslos», sagt Schneuwly. Besonders gefällt ihm daran: «Diese Art des Fliegens kommt der Natur am nächsten.» Die Meisterschaft erfordert eine grosse Fläche Land. «Wir sind den Landwirten sehr dankbar, dass sie uns diese zur Verfügung stellen.»

Die Segelflugszene ist gut vernetzt: Man kennt sich und ist sich freundschaftlich verbunden. Schneuwly stellt alle Teilnehmer im Vorbeigehen vor. Darunter sind die Meister aus Tschechien, der Slowakei, Frankreich und der Schweiz sowie der Juniorenweltmeister aus Deutschland. In Zweierteams steuern sie konzentriert die Fluggeräte. Während der Pilot per Fernsteuerung die Klappen an den Flügeln manövriert, beobachtet sein Coach die Windverhältnisse, um Aufwinde zu finden. «Der Pilot kann seine Aufmerksamkeit nicht auf beides lenken.» Mit blossem Auge beobachten die Teams die weit entfernten Flugzeuge und die Thermik. Für den Laien sind die Flugzeuge gerade noch zu erkennen. Um meteorologische Veränderungen wahrzunehmen, ist ein geschärfter Blick nötig. «Das ist Übungssache.»

Vier Meter purer Hightech

Zehn Minuten haben die Teilnehmer Zeit: Ziel ist es, das Flugzeug so lange wie möglich fliegen zu lassen. Für jede Sekunde gibt es Punkte. Bald schliesst sich das Zeitfenster. Die Piloten müssen eine bestimmte Markierung ansteuern. Eines der Flugzeuge nimmt Kurs auf sein Ziel und trifft dieses genau – zwei Sekunden vor Schluss. Eine Präzisionslandung: Sie wird mit 100 Punkten belohnt. Gelungen ist sie Luis Tack aus Lauda im deutschen Bundesland Baden-Württemberg. «Für eine so exakte Landung braucht es viel Erfahrung», sagt der 17-Jährige. Der Realschüler war 2018 Mannschafts-Jugendweltmeister und 2015 Mannschafts-Jugendeuropameister. Jedes Wochenende ist er auf dem Flugplatz anzutreffen. Er hat schon mit drei Jahren mit dem Hobby Modellflug angefangen, zuerst mit kleinen Holz- und Styroporfliegern. Den Sport hat er durch seinen Vater kennengelernt. Sein aktuelles Fluggerät hat eine Spannweite von rund vier Metern und ist aus Karbon- und Glasfasern gefertigt – purer Hightech. Im Innern befindet sich ein kleiner Motor, mit dessen Hilfe die Klappen bewegt werden können. «Am Mittag hatten wir eine gute Thermik, jetzt brauchte es mehr Taktik», sagt er, und verweist auf die windstille Lage. Das gute Resultat freut ihn sichtlich. Sein Ziel: die WM.

Die Fribourg’s Trophy F3J ist der zweitgrösste Wettbewerb in Europa und der einzige Anlass dieser Art in der Schweiz. Knapp 60 Personen haben sich für den Weltcup in Pierrafor­tscha angemeldet, darunter neun Junioren. Der jüngste Teilnehmer ist 10 Jahre alt, der älteste 78. Auch vier Frauen sind am Wettbewerb dabei. Eine von ihnen ist Michaela Brem aus dem bayerischen Penzberg. «Es hat allgemein wenig Frauen beim Modell­segel­fliegen. Jeder kennt uns», sagt sie und lacht. Angereist ist die 26-Jährige mit ihrer 28-jährigen Schwester Daniela Allnoch, einer ehemaligen deutschen Meisterin. Beide betreiben den Sport seit Kindesbeinen, ihr Vater ist Jugendleiter. Auch er ist nach Pfaffenwil mitgekommen. «Mir gefällt der Sport, weil der Flieger allein durch die Thermik in der Luft bleibt», sagt Brem. Auch schätzt sie den geselligen Aspekt. Campingwagen stehen etwas weiter weg, auf dem Terrain rund um das Startfeld sind Zelte aufgebaut. Auf Klappstühlen sitzend trinken manche Kaffee, den sie in Thermosflaschen mitgebracht haben. «Wir sind eine grosse Familie», sagt OK-Präsident Markus Schneuwly.

«Am Mittag hatten wir eine gute Thermik, jetzt braucht es mehr Taktik.»

Luis Tack

Modellsegelflieger-Pilot

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Lokaltermin

Unter der Rubrik «Lokaltermin» besuchen die FN regelmässig einen der vielen Sportanlässe in der Region. ms

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