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«Wir sind offen für konstruktive Kritik»

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Anfang dieser Woche hat sich in Kerzers die Aktionsgruppe Ortsplanung gebildet. Sie befürchtet, dass Kerzers mit dem in der neuen Ortsplanung vorgesehenen Wachstum im Verkehrschaos versinken wird (siehe FN vom 28. August). Deshalb will die Gruppe am Dienstag an einem Informationsabend eine Initiative lancieren, um eine Gemeindeversammlung zu erwirken. Im Interview nimmt Gemeinderat Martin Maeder zur Kritik und zum Vorgehen der Aktionsgruppe Stellung.

 

 Martin Maeder, wie erleben Sie persönlich die Verkehrsprobleme in Kerzers?

Ich sehe das hohe Verkehrsaufkommen im Dorf selber täglich und habe daran auch keine Freude. Der Bahnübergang an der Murtenstrasse mit den Staus als Folge der langen Schliesszeiten ist ganz klar ein grosses Problem.

 

 Sie verstehen also die von der Aktionsgruppe Ortsplanung zum Ausdruck gebrachten Ängste der Bevölkerung?

Ich habe grundsätzlich nichts gegen diese Aktionsgruppe. Es ist wichtig, dass alle mitreden können. Wir sind offen für konstruktive Kritik.

 

 Sie sagen, Sie haben «grundsätzlich» nichts gegen die Gruppe. Was stört Sie?

Ich wünschte mir eine konstruktive Zusammenarbeit und nicht eine Opposition gegen die Ortsplanung mittels Unterschriftensammlung. Es wäre mir lieber, wenn die Gruppe ihre Anregungen mittels Einsprachen oder Bemerkungen innerhalb der öffentlichen Auflage einbringen würde. Falls darunter sogar Lösungsansätze wären, umso besser. Die geplante Unterschriftensammlung für eine Initiative ist aus unserer Sicht rechtlich so nicht möglich.

 

 Es wird kritisiert, dass die Ortsplanung viel Bauland vorsieht, ohne eine Lösung des Verkehrsproblems zu liefern. Was sagen Sie dazu?

Wir arbeiten an Lösungen. Bezüglich einer Unterführung für die Barriere führen wir Gespräche mit der BLS, und für die Dorfumfahrung machen wir immer wieder Druck beim Kanton. Dass Handlungsbedarf besteht, ist klar, aber wir haben kein fertiges Konzept, das wir in der Ortsplanung festhalten könnten. Mit der Sanierung des Autobahnviadukts haben wir aber bereits ein wichtiges Ziel erreicht. Zudem ist geplant, mit dem Astra ein Projekt für zwei provisorische Kreisel bei der Autobahnausfahrt auszuarbeiten.

 

 Eine rasche Lösung zeichnet sich aber weder bei der Umfahrung noch bei der Barriere ab. Haben Sie Ideen, wie das Verkehrsproblem ohne diese Grossprojekte entschärft werden könnte?

Ja, es gibt Ansätze, die in der Ortsplanungsrevision drin sind. Für das Gebiet Murtenstrasse haben wir eine Detailbebauungsplan-Pflicht verankert. Damit erhalten wir bei künftigen Bauprojekten Mitsprache. Zudem sind neue Verkehrsanschlüsse für die Neumatt und die Mühlegasse vorgesehen, was den Bahnübergang entlasten würde. Weiter haben wir eine Umfahrung light über den Moosgärtenrain und die Treitenstrasse eingeplant. Und für die Sanierung der Ortsdurchfahrt besteht das Projekt «Valtraloc», das der Bevölkerung vor rund fünf Jahren vorgestellt wurde.

 

 Darin sind ein Kreisel unten an der Burgstatt und ein Einlenker auf der Murtenstrasse vorgesehen. Warum wurde bisher nichts realisiert?

In der Umsetzung stockt es, was auch für uns unbefriedigend ist. Bei der Murtenstrasse, die wir prioritär behandeln, hat uns der Kanton auferlegt, beidseitig ein Trottoir zu bauen. Die dadurch nötigen Landverhandlungen mit den Eigentümern gestalten sich schwierig und haben das Ganze verzögert. Ähnlich ist es beim Kreisel: Da machen die Anwohner einen Wertverlust der Liegenschaften geltend.

 

 Laut den Kritikern wird die Ortsplanung dem Leitbild der Gemeinde, das ein «Wachstum im Einklang mit der Infrastruktur» fordert, nicht gerecht. Warum soll Kerzers so stark wachsen?

In Kerzers besteht ein grosser Bedarf an Wohnraum. Das hat die Überbauung Scheueracker kürzlich gezeigt: Alle 46 Mietwohnungen waren rasch vergeben, viele an Leute aus dem Dorf und der Region. Als Gemeinde ist es unsere Aufgabe, Wohnraum für die Jungen zu schaffen. Deshalb braucht es neue Bauzonen, wie wir sie in der Ortsplanung vorgesehen haben. Zudem ist Kerzers aufgrund der guten Verkehrslage im kantonalen Richtplan zurecht als regionales Zentrum festgelegt und damit als Wachstumsgebiet vorgesehen.

 Besteht mit den neuen Bauzonen nicht die Gefahr, dass Kerzers zu schnell wächst?

Nein, die in der Ortsplanung vorgesehene Einzonung ist für die nächsten 20 Jahre. Zudem gibt es einen Erschliessungsplan, der das Wachstum etappiert. Es wird also nicht einfach plötzlich alles überbaut.

 Werden Sie am Dienstag an der Informationsveranstaltung der Aktionsgruppe Ortsplanung teilnehmen?

Wir besprechen das im Gemeinderat. Da wir nicht eingeladen wurden, stellt sich die Frage, ob wir überhaupt erwünscht sind. Im Sinne eines Miteinanders hätte ich aber kein Problem, am Anlass teilzunehmen.

Gemeinderat: «Wir haben stets informiert»

D ie Aktionsgruppe «Ortsplanung Kerzers» kritisiert neben dem Inhalt der Ortsplanung auch die mangelhafte Information, insbesondere zum Verkehr. Gemeindepräsidentin Susanne Schwander ist damit nicht einverstanden. «Wir haben in den letzten Jahren an Gemeindeversammlungen und in den Gemeindeinfos stets über den Stand der Verkehrsprojekte informiert.» Da der Verkehr ein Dauerthema sei, habe man am Infoabend zur Ortsplanung das Schwergewicht nicht darauf gelegt. «Bei der Ortsplanung war das für uns ein Aspekt von vielen.»

Der ebenfalls kritisierte Zeitpunkt des Infoanlasses in der letzten Sommerferienwoche sei nicht perfekt gewesen, so Schwander. «Eigentlich hatten wir ihn vor den Ferien geplant, aber es reichte nicht.» Da der Termin für die öffentliche Auflage bereits feststand, habe sich der Gemeinderat dann für die letzte Ferienwoche entschieden. «Wir gingen davon aus, dass dann die meisten bereits aus den Ferien zurück sind.» Zudem habe es an drei weiteren Tagen Fragestunden gegeben. «Es war nie unsere Absicht, Leute von Informationen auszuschliessen.» luk

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