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«Wir spüren den Preisdruck jeden Tag»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Am Wochenende feiert die Firma Horner AG in Tafers ihr 85-jähriges Bestehen mit zwei Tagen der offenen Türen; rund 1300 Besucher werden erwartet. Die meisten von ihnen sind Kunden, die regelmässig eine Reise oder einen Ausflug in einem Hornercar mitmachen – jährlich befördert das Unternehmen zwischen 10 000 und 12 000 Individualkunden. Dazu kommen noch Vereine und Firmen, die eine Gruppenreise buchen.

«Wir legen mit unseren Reisecars und Minibussen jährlich rund 770 000 Kilometer zurück», sagt Geschäftsführer Hanspeter Baeriswyl. Das ist zwar das Kerngeschäft der Firma, doch rund ein Drittel des Betriebs fällt auf den Transport- und Logistikbereich, den die Firma ebenfalls von Tafers aus betreibt. So ist sie etwa für die Auslieferung sämtlicher Sika-Produkte für die Westschweiz zuständig und legt pro Jahr rund 250 000 Kilometer zurück.

Andere Preis-Dimension

Horner ist schweizweit in der Branche ein mittelgrosser Player. In Freiburg ist das Unternehmen das grösste unter jenen, die ausschliesslich im Kanton tätig sind. Das Unternehmen beschäftigt rund 55 Personen, 30 davon sind Chauffeure. Die meisten Mitarbeiter arbeiten Teilzeit. Die zunehmende Konkurrenz anderer Anbieter, auch aus dem Ausland, nimmt Hanspeter Baeriswyl ernst. Mit den Preisen für Fernreisen, wie sie etwa Unternehmen wie Flixbus oder Domo Reisen anbietet, könne er nicht mithalten. «Solange wir Schweizer Standards wollen – zum Beispiel beim Lohn der Chauffeure, aber auch bei der Ausrüstung der Fahrzeuge – können wir keine konkurrenzfähigen Angebote machen.» Erst einmal wartet er die weitere Entwicklung ab, etwa was der Bund zum Konzessionsantrag von Domo Reisen entscheidet.

Den Preisdruck bekomme Horner täglich zu spüren. «Alle Kunden vergleichen heute Preise und holen mehrere Offerten ein.» Gehe es nur um eine Carreise, dann zähle einzig und allein der Preis. «Wenn auch Nebenleistungen hinzukommen, dann zählt auch die Beratung, die Idee und das Know-how des Veranstalters.» Das ist für ihn die grösste Herausforderung: Ein Gespür dafür zu haben, was den Leuten gefallen könnte, es mittels eines über Jahrzehnte aufgebauten Netzwerks von Hotels, Gastrobetrieben, lokalen Tourismusorganisationen zu kombinieren und daraus ein Paket zu schnüren, das ein Horner-Produkt von anderen abhebt.

Trotz des guten Namens, der für Qualität bürge, müsse man stets dranbleiben und dabei immer kurzfristiger planen, schneller reagieren und auch neue Werbekanäle erschliessen. Ein Spagat sei es auch, auf die Bedürfnisse der älteren Kundschaft einzugehen und zugleich neue und vor allem jüngere Kunden abzuholen. Horner AG versucht dies mit Angeboten für Aktivferien, mit Fahrten an Sport- oder Kultur-Events oder Ausflügen in den Europapark. «Wir überprüfen unser Angebot ständig und passen uns neuen Trends an», so Baeriswyl.

Der Nachwuchs beschäftigt das Sensler Unternehmen auch intern: Es sei immer schwieriger, Chauffeure zu finden. «Viele junge Leute sind nicht mehr bereit, regelmässig am Wochenende zu arbeiten», sagt Hanspeter Baeriswyl. «Unsere Branche hat Bestand», ist er überzeugt, «aber nur, wenn wir uns den geänderten gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen.»

Tage der offenen Tür: Sa., 8., und So., 9. April, 11–16 Uhr; Horner-Areal, Tafers.

Nutzfahrzeugverband

«Die Branche ist für künftige Herausforderungen gewappnet»

An Herausforderungen mangle es Freiburger ­Carreiseunternehmen auch in Zukunft nicht, sagt Philipp Wieland von der kantonalen Sektion des Schweizer Nutzfahrzeugverbands Astag. «Erhebliche Probleme verursacht etwa die neue Regulierungswut in Europa mit Mindestlohngesetzen und Mehrwertsteuer-Vorschriften, die von Land zu Land völlig unterschiedlich durchgesetzt werden.»

Das zeige sich auch in einem anderen Bereich. «Es ist einem nicht in der Schweiz eingelösten Reisebus untersagt, Personenbeförderung im Binnenverkehr durchzuführen», erklärt Wieland. Dies sei so im Kabotage-Gesetz geregelt. «Leider werden jedoch viel zu selten Kontrollen durchgeführt. Was zur Folge hat, dass fehlbare Unternehmungen nicht zur Rechenschaft gezogen werden.» Hier seien die Behörden und der Dachverband gefordert.

Auch weil die neun Freiburger Carreiseunternehmen, die Mitglied der Astag sind, stark in ihrer Region verwurzelt seien und neben dem klassischen Cargeschäft oftmals auch noch weitere Geschäftsfelder für sich entdeckt hätten, blickt Philipp Wieland optimistisch in die Zukunft: «Insgesamt beurteile ich die Qualität der Busbetriebe als sehr hoch und stelle fest, dass die Branche für künftige Herausforderungen gewappnet ist.»

mz

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