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«Wir überfordern momentan die Erde»

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Über 50 Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden Galmiz und Mont-Vully nahmen am Mittwochabend an der Informationsveranstaltung auf dem Areal der Kompostieranlage Seeland AG teil. Der Geschäftsführer Christian Haldimann sowie der Raumplaner Heinrich Hafner von BHP Raumplan präsentierten ihnen das 45  Millionen Franken teure Erweiterungsprojekt. Haldimann will seine Kompostieran­lage zu einem Biomassenzentrum und einem Energiepark ausbauen. Dadurch wird das Areal nahezu vervierfacht (FN vom 15. September).

Grossverteiler würden von den Gemüselieferanten zunehmend den Nachweis verlangen, dass ihre Gemüseabfälle kompostiert und vergärt werden, sagte Haldimann. Deshalb benötige es im Grossen Moos eine leistungsfähige Vergärungsanlage. Momentan würden jährlich rund 35 000 Tonnen Biomasse angeliefert. In Zukunft solle die Anlage mehr als doppelt so viel verarbeiten können.

Wichtig sei auch die Produktion von erneuerbaren Energien. «Wir überfordern momentan die Erde mit unserer wirtschaftlichen Produktion», sagte Haldimann. «Eines Tages wird kein Öl mehr verfügbar sein.» Im Erweiterungsprojekt vorgesehen sind unter anderem eine Trockenvergärungsanlage für Grün- und Rüstabfälle sowie eine Nassvergärungsanlage für überlagerte Lebensmittel. Bei diesen beiden Vergärungen entsteht Biogas. Daraus kann in einem Blockheizkraftwerk Wärme für ein Fernwärmenetz gewonnen werden. Ein konkretes Projekt existiert bereits in Sugiez. Die Wärme für dieses Netz werde in seiner Anlage produziert und von Groupe  E Celsius verteilt und verkauft, sagte Haldimann.

Das Biogas kann auch in Strom umgewandelt werden. Elektrizität spiele eine wichtige Rolle für die Mobilität, sagte Haldimann. Er verwies dabei auf seinen vollelektrischen Müllwagen auf 26-Tonnen-Basis – einer von weltweit vier Prototypen–, der im Sommer 2017 seinen Dienst aufgenommen hatte. Wegen dem notwendigen Platz für Batte­rien und wegen der Reichweite werde die Mobilität in Zukunft aber nicht nur elek­trisch funktionieren können, so Haldimann. Er denke darum an Antriebe mit Flüssiggas, Wasserstoff und synthetischen Treibstoffen. Diese seien heute noch teuer, würden sich aber schon bald verbreiten, zeigte er sich überzeugt. «Zusätzlich müssen wir lernen, Energie zu lagern», sagte Haldimann.

Unterstützung trotz Geruch

An der Informationsveranstaltung stellten die Bürger keine Fragen. Pierre-André Burnier, Syndic der Nachbargemeinde Mont-Vully, sprach die Geruchsimmissionen aufgrund der Kompostieranlage an: «Da sich Wohngebiete unserer Gemeinde unweit der Anlage befinden, sind wir im Fall von Immissionen als Erstes betroffen.» Abhängig von der Windrichtung und dem Luftdruck gebe es ab und zu unangenehme Gerüche. Er sei aber überzeugt, dass neue Technologien die Situation verbessern würden, sagte Burnier und versicherte, dass die Gemeinde Mont-Vully hinter dem Ausbauprojekt stehe.

«Es kann leider nirgendwo garantiert werden, dass eine Kompostieranlage zu 100  Prozent geruchsfrei ist», sagte Haldimann. Seit die Anlage Anfang der 90er-Jahre in Betrieb genommen wurde, seien Verbesserungen erreicht worden. «Die Geruchsbelästigung ist heute sicherlich viel geringer als früher.» Das Ausbauprojekt werde positive Auswirkungen haben, so Haldimann. In Zukunft werde vermehrt in geschlossenen Gebäuden gearbeitet. Die Abluft werde dort abgesaugt und durch Biofilter gereinigt.

Neun Jahre lange Planung

Vor neun Jahren habe er die Planungsarbeiten für den Ausbau in Angriff genommen, sagte Haldimann an der Informationsveranstaltung (siehe Kasten). Allein für die Planung seien bislang Kosten von rund einer Million Franken angefallen. Die umfangreichen Unterlagen zum Ausbauprojekt liegen seit vergangenem Freitag öffentlich auf.

«Es kann nirgendwo garantiert werden, dass eine Kompostieranlage zu 100 Prozent geruchsfrei ist.»

Christian Haldimann

Geschäftsführer Kompostieranlage Seeland AG

Chronologie

Ein Projekt mit langer Vorgeschichte

Seit 1991 produziert die Kompostieranlage Seeland im Galmizer Chablais Kompost. Das Ausbauprojekt wurde ab 2010 entwickelt, so die Angaben des Planungsbüros BHP Raumplan. Das Dossier wurde 2011 zur kantonalen Vorprüfung eingereicht. Der Kanton Freiburg und der Bund verlangten eine regionale Standortevaluation, die 2013 durchgeführt wurde. 2015 war das Gesamtkonzept fertig, und es fanden Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung und für betroffene Grundeigentümer statt. Nach der kantonalen Vorprüfung in den Jahren 2016 und 2017 wurde das Projekt überarbeitet und nun aufgelegt.

jmw

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