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«Wir wollen den dritten Sitz holen»

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Bei den Wahlen am 20. Oktober treten sechs der sieben bisherigen Freiburger Nationalräte wieder an. Einzig der Sitz des nicht mehr kandidierenden Dominique de Buman (CVP) wird neu zu vergeben sein. Die Linke sieht darin die Chance, den vor vier Jahren an die SVP verlorenen Sitz wieder zurückzuholen. Chancen rechnen sich nicht zuletzt die Grünen aus.

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Ziel: 8,3 Prozent

Die Hoffnungen scheinen berechtigt. Dank der Debatte rund um den Klimawandel könnte die Partei mehr Wählerinnen und Wähler mobilisieren als je zuvor. Obwohl die Grünen im Kanton Freiburg bisher eine untergeordnete Rolle spielen – die erste grüne Staatsrätin wurde erst 2011 gewählt – zeichnete sich eine mögliche Wende bereits bei den Grossratswahlen 2016 ab, als die Grünen ihre Sitzzahl auf sechs Mandate verdoppelten. Das entspricht einem Wähleranteil von 5,43 Prozent. Für den Einzug in den Nationalrat müssen sie allerdings nochmals kräftig zulegen. Um einen Nationalratssitz zu gewinnen, ist nämlich ein Wähleranteil von rund 14 Prozent nötig. Bei den Nationalratswahlen von 2015 kamen die Grünen auf 5,3 Prozent. «Wir peilen drei zusätzliche Prozentpunkte an», sagt Julien Vuilleumier vom Wahlkampfteam der Grünen. In der Listenverbindung mit der SP und der Mitte links – CSP könnte es dann knapp reichen, vorausgesetzt, die SP erzielt ihrerseits 25 Prozent (+1) und die CSP 3 Prozent (+2). Für die Linke würde so ein Wähleranteil von 36 Prozent resultieren. «Je nach Listenverbindungen und Restmandaten reichen für einen Sitz auch 12 Prozent. Aber klar, 36 Prozent sind für drei Sitze das Minimum.»

Klappt es, wäre es das erste Mal, dass die Freiburger Grünen einen Vertreter oder eine Vertreterin nach Bundesbern entsenden könnten. «Die Themen, die die Grünen seit dreissig Jahren bearbeiten – Umweltschutz, Biodiversität und Klimaschutz – sind jetzt auch in der Politik angekommen. Die Grünen haben in all den Jahren ein enormes Know-how entwickelt. Es ist an der Zeit, dass unsere Lösungen umgesetzt werden.» Dass sich andere Parteien nun auch ein grünes Mäntelchen umgeworfen haben, stört Vuilleumier nicht. «Dass Umweltthemen bei den anderen Parteien an Relevanz gewonnen haben, ist grundsätzlich eine gute Neuigkeit. Aber wir bleiben das Original.» Bei den Grünen liege der Ausgangspunkt der politischen Überlegungen in der Ökologie, bei anderen Parteien in der Sozial- oder der Wirtschaftspolitik. Der Unterschied zur SP, mit der die Grünen eine Allianz eingegangen sind, liege in der historisch unterschiedlich begründeten DNA der Parteien und in der Art und Weise des Politisierens: «Die Grünen politisieren sehr pragmatisch und konkret.»

Junge Liste

Die Nationalratsliste der Grünen zählt sieben Kandidatinnen und Kandidaten (siehe Kästen). Mit vier Frauen wird sie der Forderung nach Gleichberechtigung gerecht, mit einem Durchschnittsalter von etwas über 36  Jahren präsentiert sie die jüngste Liste im Kanton. «Unsere Liste ist Ausdruck der gesellschaftlichen Teilhabe. Alle sollen mitbestimmen können.» Mit Gerhard Andrey haben die Grünen auch einen Vertreter aus der Wirtschaft. Der Unternehmer kandidiert zudem nicht nur für den Nationalrat, sondern auch für den Ständerat und ist somit das eigentliche Zugpferd auf der Liste der Grünen. «Mit ihm streben wir eine politische Vielfalt in der kleinen Kammer an, und natürlich erhöht seine Doppelkandidatur die mediale Aufmerksamkeit. Das gibt ihm eine grosse Präsenz und den Grünen mehr Stimmen.»

CO2-Abgabe bis Lohngleichheit

Zusammengefasst wollen die Grünen sich für folgende Themen in den eidgenössischen Räten stark machen, wie Julien Vuilleumier erklärt: für eine Wirtschaft im Dienste der Menschen, welche auch für die Kosten zulasten der Umwelt aufkommt, und für eine sofortige Reduktion des CO2-Ausstosses mithilfe von ökologischen Anreizen wie der CO2-Abgabe. Aber nicht nur der Klimawandel sei ein grosses Problem, sondern auch der dramatische Rückgang der Biodiversität. Hier brauche es ebenfalls starke Massnahmen. «Wir sind die erste und die letzte Generation, die die existenziellen Bedrohungen noch abwenden kann.» In der Sozialpolitik setzen sich die Grünen für die Gleichbehandlung von Mann und Frau ein und für einen Vaterschaftsurlaub oder eine Elternzeit.

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Gerhard Andrey

Der gebürtige Sensler Gerhard Andrey kandidiert nicht nur für den Ständerat, sondern auch für den Nationalrat. Der 43-Jährige ist Mitbegründer der Webagentur Liip mit 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Firma steht für vieles, was Andrey ein Anliegen ist: partizipative Entscheidungsstrukturen – Liip gehört den Mitarbeitenden; Gleichberechtigung mit vierwöchigem Vaterschaftsurlaub; Teilzeitarbeit. Der Unternehmer sagt zudem: «Erst eine intakte Umwelt ermöglicht eine überlebensfähige Wirtschaft. Und nur eine prosperierende Wirtschaft finanziert unsere soziale Wohlfahrt.» Er plädiert darum für die Abkehr von der fossilen Einwegwirtschaft hin zu einer ökologischen Kreislaufwirtschaft. Andrey ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in Granges-Paccot. Er ist Vi­ze­- präsident der Grünen Sc­hweiz und Verwaltungsrat der Alternativen Bank.

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Liliane Galley

Liliane Galley ist 46 Jahre alt und kommt aus Freiburg. Die Heilpädagogin mit einem Master des Hochschulinstituts für Öffentliche Verwaltung Lausanne ist Mitglied der kantonalen Kommission für Gesundheitsförderung und Prävention, Agglomerationsrätin und Vorstandsmitglied der Theatergruppe Improvi­sibles in Bulle. «Ich engagiere mich mit konkreten und ehrgeizigen Massnahmen für die Umwelt», schreibt sie auf der Website der Partei. Wichtig seien ihr zudem die Qualität und der hindernisfreie Zugang zu Sozial- und Gesundheitsleistungen. Die Politikerin setzt sich weiter dafür ein, dass Menschen in Belangen, die sie betreffen, mitreden können. Auch die Gleichberechtigung von Frau und Mann ist ihr ein Anliegen. Liliane Galley arbeitet beim Bundesamt für Sozialversicherungen als Projektleiterin der Plattform Jugend und Medien und dort im Bereich Kinder- und Jugendfragen.

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Olive Haymoz

Die Düdingerin Olive Haymoz ist eine der drei deutschsprachigen Kandidaten auf der Liste der Grünen. 2016 wurde sie in den Generalrat ihrer Wohnsitzgemeinde gewählt. 2018 half sie, die Grünen-Sektion Sense zu gründen, die sie präsidiert. Die 23-Jährige ist auch im Vorstand des Robinsonspielplatzes Düdingen sowie Jubla-Leiterin. Zudem ist sie Mitglied im Genossenschaftsrat des Online-Magazins «Republik». Die Powerfrau machte 2016 die zweisprachige Matura am Kollegium Heilig Kreuz. Heute absolviert sie eine Ausbildung zur Pflegefachfrau. «Als angehende Pflegefachfrau setze ich mich für ein Gesundheitssystem ein, das langfristig für alle Beteiligten profitabel ist», sagt sie. Im Nationalrat will sie aber auch die Anliegen der Jugend vertreten und die der Frauen. Olive Haymoz ist Mitglied der Bewegung Helvetia, die sich für mehr Frauen in der Politik einsetzt.

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Bruno Marmier

Bruno Marmier ist 44-jährig. Er lebt in Villars-sur-Glâne, ist verheiratet, Vater von zwei Mädchen und selbstständiger Übersetzer. Politisch hat er schon viel Erfahrung gesammelt: Er ist Grossrat, Gemeinderat, Vorstandsmitglied der Agglomeration Freiburg und Präsident der Kantonalpartei der Grünen. Marmier ist zudem Gründungsmitglied der Genossenschaft Optima Solar Freiburg. Diese baut und betreibt Fotovoltaik- und vergleichbare Anlagen zur Erzeugung und zum Verkauf von erneuerbarem, CO2-freiem Strom. «Sich von den fossilen Energien zu verabschieden, um eine nachhaltige Zukunft zu gestalten: Das ist die ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderung, die wir gemeinsam stemmen müssen», schreibt Marmier auf der Website der Grünen. Als Nationalrat wolle er diese Aufgabe unverzüglich an die Hand nehmen.

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Ophélie Brodard

Ophélie Brodard vertritt als Jüngste im Bunde die Jugend auf der Liste der Grünen. Die 22-Jährige lebt in Romont und ist dort Generalrätin und in dieser Rolle auch Mitglied der Raumplanungskommission. «Ich engagiere mich für die Sache der Tiere, eine Lebensweise, die die Natur respektiert, und für eine Zukunft, die auf nachhaltige Lösungen baut», wirbt sie für ihre Kandidatur. Sie studiert an der Universität Freiburg Recht mit dem Zusatz «Zweisprachig». Die Finalistin Miss Suisse Francophone 2019 nahm im vergangenen Frühling auch an den Klimademonstrationen der Jugendlichen teil. Sie ist der Ansicht, dass sie einen neuen und jungen Geist ins Bundeshaus bringen kann. «Ich tausche mich gerne aus und suche die Diskussion, um gute Lösungen zu finden. Ich verfüge über ein grosses Allgemeinwissen und dank meinem Jurastudium lerne ich weiter dazu.»

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Nicolas Pasquier

Nicolas Pasquier ist 41-jährig und wohnt in Bulle. Der studierte Naturwissenschaftler unterrichtet Mathematik und Naturwissenschaften an der Berufsschule in Bulle. Er ist Grossrat, Generalrat, Präsident der Grünen Greyerz, Mitglied der Interparlamentarischen Kommission der Fachhochschule Westschweiz, Präsident des Vereins zum Erhalt des Grünraums in Bulle (ADEV) und schliesslich Vorstandsmitglied von Pro Natura Freiburg. «Ich setze mich für eine Gesellschaft ein, in der sich der Mensch im Einklang mit der Natur entfalten kann und in der alternative Wirtschaftsmodelle ein sinnvolles Leben in Würde ermöglichen. Ich engagiere mich für eine gleichberechtigte Gesellschaft, die offen und bereit ist, auf die klimatischen und technologischen Herausforderungen zu reagieren», begründet Pasquier seine Kandidatur für den Nationalrat.

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Mirjam Ballmer

Die 36-jährige Mirjam Ballmer ist eine alte Häsin im Politgeschäft. Bereits mit 24 Jahren wurde sie in Basel-Stadt in den Grossen Rat gewählt, wo sie neun Jahre lang Einsitz hatte. 2008 bis 2010 war sie im Vorstand der Grünen Schweiz und von 2012 bis 2016 Co-Präsidentin der Grünen Basel-Stadt. Seit 2016 ist sie Vorstandsmitglied der Grünen der Stadt Freiburg. Ballmer rückte 2018 in den Grossen Rat nach, wo sie Mitglied der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission ist. Im gleichen Jahr wurde sie in die Konstituierende Versammlung Grossfreiburg gewählt. Die studierte Geografin und stellvertretende Generalsekretärin der Konferenz für Wald, Wildtiere und Landschaft möchte sich in Bern für Umwelt- und Klimaschutz, die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie eine nachhaltige Wirtschaft engagieren. Mirjam Ballmer ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern

 

 

 

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