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«Wir wollen die Zukunft mitbestimmen»

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Die Mitglieder der Käsereigenossenschaft Lanthen haben entschieden, das 125-Jahr-Jubiläum nicht mit einem grossen öffentlichen Fest zu feiern. Der Aufwand wäre für die Genossenschaft mit noch acht Mitgliedern zu gross gewesen, sagt Peter Jungo, seit rund einem Jahr Präsident der Genossenschaft. Stattdessen haben die Genossenschaftsmitglieder Anfang September einen Jubiläumsausflug gemacht, und sie lassen ihre Kunden am Jubiläum teilhaben (siehe Kasten).

Acht Genossenschafter

«Uns geht es recht gut», fasst Peter Jungo die momentane Situation der Käsereigenossenschaft zusammen. Die Milchmenge sei mit 1,3 Millionen Kilogramm relativ konstant. Neben den acht Genossenschaftern liefern auch vier Gastlieferanten Milch. Diese wird zu Gruyère AOC verarbeitet. «Unsere Käserei befindet sich in einem zeitgemässen Zustand», führt Peter Jungo weiter aus. Ein Sorgenkind ist der Kellerraum, der zu klein ist und modernisiert werden sollte. Das ist mit ein Grund, warum die Käsereigenossenschaft Lanthen im Gespräch mit sechs weiteren Genossenschaften im unteren Sensebezirk und der bernischen Nachbarschaft ist. «Es gibt Ideen für eine vertiefte Zusammenarbeit», erklärt er. Das Projekt stecke aber noch in der Anfangsphase (siehe Kasten). Sämtliche Genossenschaften seien eigenständig und um ihr eigenes Wohl besorgt. Es sei schwierig vorauszusagen, welcher Weg der richtige sei.

Offen für die Zukunft

«Wir wollen unsere Zukunft in der Hand behalten und nicht leichtfertig weggeben», erklärt der Präsident die Haltung der Genossenschaft. Da sich im Laufe der Zeit die Betriebsstrukturen der Landwirtschaftsbetriebe änderten, sei ein Weiterdenken unabdingbar. «Wir müssen offen sein für die Zukunft, ohne dass wir vergessen, was frühere Mitglieder der Genossenschaft während 125 Jahren aufgebaut haben.» Das Motto, das sich die Genossenschaft auf die Fahne geschrieben hat, lautet denn auch «Mit Mut in die Zukunft».

Als wichtigste Entscheidung in der jüngeren Geschichte der Käsereigenossenschaft nennt Peter Jungo den Entscheid vor zwölf Jahren, von Emmentaler auf Gruyère AOC umzusteigen. Damals habe die Option «Gruyère oder Aufgeben» gelautet. «Es war ein grosses Engagement notwendig, dass es geklappt hat.» Mit dem Greyerzer sei man momentan auf der besseren Seite, auch wenn bei der AOC-Produktion angesichts der Milchpreise nicht alles rosig sei. «Wir sind auch nur ein Rädchen im grossen Getriebe der Käseproduktion.»

 

«Wir wollen unsere Zukunft in der Hand behalten und nicht leichtfertig weggeben.»

Peter Jungo

Käsereigenossenschaft Lanthen

Zur Käserei

Preisgekrönter Käse aus Lanthen

Die Käsereigenossenschaft Lanthen ist 1887 gegründet worden. «Der Zusammenschluss zu einer Genossenschaft war ein grosses Bedürfnis, ja eine Notwendigkeit», heisst es in der Festschrift, die zum 100-jährigen Bestehen der Genossenschaft herausgegeben wurde. Noch im Gründungsjahr wurde am heutigen Standort in Lanthen eine Käserei mit Käsekellern gebaut. Im Jahr 1987 zählte die Genossenschaft 25 Mitglieder. Heute sind es noch acht. «Wir sind stolz auf unsere Käserei», sagt Präsident Peter Jungo. Seit 1994 führt Markus Sturny die Käserei. «Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit», betont der Präsident und verweist auf die Goldmedaille, die der Lanthen-Käser 2010 bei den World Cheese Awards in Birmingham für seinen Gruyère AOC gewonnen hat. Zum Jubiläum erhält jeder Kunde und jede Kundin des Käseladens in Lanthen ein Geschenk. Die Aktionswoche dauert vom 15. bis zum 22. September.im

Projekt: Sieben Käsereien in der gleichen Lage

D ie Käsereigenossenschaften Lanthen, Frieseneid, Wünnewil, Bösingen, Dietisberg, Obermettlen und Juchlishaus (BE) befinden sich alle in der gleichen Situation. «Sie müssen in den nächsten fünf bis zehn Jahre grössere Investitionen tätigen, um den Betrieb aufrechterhalten zu können», sagt Christoph Zbinden. Er ist der Leiter einer Projektgruppe, die vor zwei Jahren eingesetzt wurde. «Es macht keinen Sinn, dass jeder für sich einen Weg sucht. Besser ist eine übergreifende und ganzheitliche Lösung.»

Mehrere Varianten seien diskutiert worden. Die Idee, eine neue Grosskäserei zu bauen, sei mittlerweile wieder fallen gelassen worden. «Das wäre ein zu grosses Projekt für die Genossenschaften», erklärt Christoph Zbinden. So wird nun eine bessere Zusammenarbeit untereinander geprüft. Eine Variante sieht vor, dass am Ende noch drei Käsereien bleiben. «Das sind aber nur Ideen. Konkret ist noch gar nichts. Wir prüfen, was Sinn macht und was nicht.» Es gebe zwar unterschiedliche Auffassungen über den Weg, doch seien sich die Genossenschaften über das grosse Ziel einig: «Die heutige Wertschöpfung soll in der Region bleiben.»

Bis zum Jahr 2020 soll ein Entscheid fallen. Dann soll die erste «neue» Käserei ihren Betrieb aufnehmen. Dass alle Gruyère AOC produzieren (insgesamt sieben Millionen Kilogramm Milch), macht die Planung einfacher. «Auch die Sortenorganisation ist interessiert, wie es bei uns weitergeht», sagt Christoph Zbinden. im

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