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«Wir wollen ein Freiburger Bier für die Freiburger Bevölkerung machen»

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Autor: Pascal Jäggi

Im Sommer sagte Jens Tomas Anfindsen gegenüber den FN schon, dass er mit seiner Freiburger Biermanufaktur aus dem Keller des Franziskanerklosters ausziehen möchte. Sein Ziel sei zu expandieren. Jetzt lässt der Norweger den Worten Taten folgen. «Ab 2012 wollen wir ein neues, helles Bier produzieren», sagte er gestern an der Segnung seines Weihnachtsbieres. Die Produktion soll rund sechsmal grösser werden. «Wir wollen ein Stadtbier machen, ein Freiburger Bier für die Freiburger Bevölkerung», erklärt Anfindsen. Mit der Produktion von hellem Bier zielt er auf den «normalen» Bierkonsumenten. Das bisherige, obergärige Bier, das es weiterhin geben soll, sprach eher Liebhaber an.

Erfahrener Partner

Um die grössere Produktion zu sichern, spannt der Norweger mit Uwe Siegrist zusammen. Der stellvertretende Braumeister von Falken in Schaffhausen, einer der grössten unabhängigen Brauereien in der Schweiz, zieht 2012 nach Freiburg und widmet sich voll dem Projekt. 1200 Hektoliter wollen die beiden jährlich herstellen. Brauer Uwe Siegrist vergleicht die Menge mit dem Ausstoss von Gasthausbrauereien. Es ist weniger als beim Alten Tramdepot in Bern oder bei Steinfels (Back+Brau) in Zürich, aber gut doppelt so viel wie beim Croix-Blanche in Posieux. Anfindsen nennt als Vorbilder das Luzerner Bier (2000 Hektoliter) und Turbinenbräu aus Zürich (16 000 Hektoliter). Damit es als echtes Freiburger Bier akzeptiert wird, lässt Anfindsen den Lokalpatriotismus spielen. Das Bier heisst denn auch «La Patriote». Um die Bevölkerung miteinzubeziehen, soll sie sich finanziell beteiligen können. «Wir bieten Aktien zum Kauf an», sagt er. 1500 Aktien à 500 Franken werden herausgegeben. Den Rest werden die Braumeister mit Eigenkapital finanzieren, neben Anfindsen und Siegrist sind drei weitere Personen beteiligt.

Bier aus dem Schlachthof

Im Kellergewölbe des Franziskanerklosters ist offensichtlich zu wenig Platz für die neue Produktion. Ein neuer Ort wartet schon. «Wir haben mit der Stadt Freiburg einen Mietvertrag im alten Schlachthof abgeschlossen», erklärt Anfindsen. Dieser läuft erstmal für ein Jahr. Was danach ist, weiss der Gymnasiallehrer noch nicht. «Zuerst wollen wir uns auf den Aufbau konzentrieren», sagt er. Dafür gibt es einiges zu tun. Je nachdem, wie gut der Aktienverkauf läuft, wird auch der Aufbau der Anlagen vorankommen. Um Anfang 2012 nicht auf dem Trockenen zu sitzen, hat Jens Tomas Anfindsen vorerst einen Vertrag mit der Berner Brauerei Felsenau abgeschlossen. «Dort wird das Bier nach unserem Rezept und unter unserer Kontrolle gebraut», so der Norweger. Sobald dann im alten Schlachthof alles bereit ist, soll die Produktion von «La Patriote» in Freiburg starten.

Neben der erhofften Unterstützung durch die Bevölkerung setzt Anfindsen auf die Wirte. «Wir bieten ihnen die Installierung unserer Anlagen an oder sie können unser Bier über ihre Anlagen laufen lassen.» Er hofft, dass die Wirte selber das neue Freiburger Bier übernehmen wollen. Allerdings hat er seinen Vorschlag bisher den Wirten noch nicht unterbreitet. Auch Geschäfte sollen angesprochen werden. «In gewissen Supermärkten, etwa bei Coop, soll unser Bier auch zu kaufen sein», sagt er.

Preis ist entscheidend

Muriel Hauser-Gremaud, Präsidentin von Gastro-Freiburg, kannte das Projekt von Jens Tomas Anfindsen bisher nicht. Sie stellt sich eine Realisierung schwierig vor. «Der Biermarkt ist übersättigt», sagt sie auf Anfrage. Für die Wirte seien Qualität und Preis entscheidend. «Wir können bei der Marge nicht sparen», meint die Chefin der Restaurants Beausite und Gothard. In einer ersten Reaktion sieht sie ein neues Bier eher als Parallelangebot denn als Konkurrenz zu Cardinal.

Gründer Jens Tomas Anfindsen (rechts) und Braumeister Uwe Siegrist (links) stossen wohl zum letzten Mal mit Pater Pascal Marquard im Keller des Franziskanerklosters auf die Freiburger Biermanufaktur an.Bild Charles Ellena

Gemeinderat:Froh über Zwischennutzung

Der Freiburger Gemeinderat setzt sich für die Zwischennutzung des alten Schlachthofs ein. Neben der Biermanufaktur wollen sich ein Schreiner und der Skate Park einmieten, wie Gemeinderätin Madeleine Genoud-Page (CSP) sagt. Die Mieter müssen sich bewusst sein, dass sie kaum ewig bleiben können, sagt Vizesyndic Jean Bourgknecht (CVP). «Die Verträge sind vorerst auf ein Jahr beschränkt», erklärt er. Ob auf dem Gelände ab 2013 das lange geplante Schwimmbad entstehen wird, ist zwar noch nicht sicher. Doch alle entscheidenden Akteure sprechen sich dafür aus. pj

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