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«Wir wollen nur das Gesetz einhalten»

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Dass Pro Natura Freiburg Einsprache erhoben hat gegen die Entnahme von 720 Kubikmetern Kies aus dem Schwarzsee, hat nicht nur den Plaffeier Gemeinderat und Schwarzsee Tourismus verärgert. In Leserbriefen äusserten auch Leute aus Freiburg, Schmitten oder Düdingen ihren Unmut über das für sie unverständliche Vorgehen. Pro Natura würde damit einer ganzen Region Schaden zufügen, lautet einer der Vorwürfe. Zudem zweifeln die Kritiker daran, dass diese Kiesentnahme der Natur schaden könnte.

«Tausende von Jahren»

Yolande Peisl, die Geschäftsleiterin von Pro Natura Freiburg, überrascht diese Reaktion nicht. «Der Schwarzsee ist‹heilig›, die Leute haben diesen Ort sehr gerne. Deshalb ist es schwierig, ihnen zu erklären, weshalb Pro Natura gegen diese Massnahme ist», erklärt sie gegenüber den FN. Präsident Jacques Eschmann hingegen sagt, er sei schon ein wenig erstaunt ob der harschen Kritik an der Naturschutzorganisation. «Wir wollen den See sicher nicht zuwachsen lassen. Wir wollen nur das Gesetz einhalten», verteidigt er die Position von Pro Natura Freiburg. Die Verlandung geschehe nicht von heute auf morgen. «So etwas dauert Tausende von Jahren.»

Dringend oder nicht?

Die Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion begründet ihre Bewilligung zur Entnahme von Kies im Seeweidbachdelta des Schwarzsees mit dringlichen Massnahmen. Dies sind gemäss Artikel 30 des kantonalen Gewässergesetzes Massnahmen, die bei einer unmittelbaren Gefahr getroffen werden und bestehen aus Räumungsarbeiten, Wiederinstandstellung von Schutzbauten während eines Ereignisses sowie Arbeiten zur schnellstmöglichen Behebung bestehender Sicherheitsmängel. Darin liegt für Pro Natura der Fehler beim Vorgehen. «Durch das herbeigespülte Geröll entsteht keine akute Gefahr. Deshalb sind auch keine Sofortmassnahmen notwendig», sagt Jacques Eschmann. Der Kanton hätte eine Kiesentnahme auf diesem Weg gar nie bewilligen dürfen. «Nun machen wir die Arbeit des Kantons und sind die Bösen. Aber Gesetze und Regeln sind nun mal da, um sie einzuhalten, sonst nützt alles nichts», bekräftigt Yolande Peisl.

Ein ordentliches Bewilligungsverfahren mit einer öffentlichen Auflage, in deren Rahmen die Umweltverträglichkeit geprüft wird: Das wäre in den Augen von Pro Natura für die Gemeinde Plaffeien der richtige und wohl auch der schnellere Weg gewesen. «Wir sind keineswegs gegen den Tourismus in Schwarzsee», betont Eschmann. Die vom Kanton bewilligte dringliche Massnahme stoppe aber die Geschiebedynamik nicht. Deshalb solle die Gemeinde eine Gesamtanalyse machen, welche Tourismus, Wasserdynamik, Naturschutz und Geschiebebecken Rechnung trage. Nur so könne sie vielleicht die Konformität einer Kiesentnahme rechtfertigen und langfristige Lösungen finden. «Wenn das Gesetz das Gewässer mit seinem wertvollen Lebensraum schützt, gilt es, dies auch einzuhalten», sagt Yolande Peisl.

«Pragmatischer Ansatz»

FDP-Staatsrat und Umweltdirektor Maurice Ropraz verteidigt die Entscheidung des Kantons. Nach mehreren Anfragen der Gemeinde Plaffeien sei es zu einer gemeinsamen Sitzung mit Staatsrat Beat Vonlanthen (CVP), Staatsrätin Marie Garnier (Grüne), dem Sensler Oberamtmann, Tourismusvertretern und einer Delegation des Gemeinderats von Plaffeien gekommen. Danach habe er eine Interessenabwägung vorgenommen. Alle Interessen in Einklang zu bringen, sei oft schwierig, sagt Maurice Ropraz. Er sei jedoch der Meinung, dass die Bewilligung zur Entnahme von 720 Kubikmetern Kies aus dem Schwarzsee ein ausgewogener Entscheid sei, und er finde es angebracht, in diesem Fall Sofortmassnahmen zuzulassen. «Die Erwartungen aus dem Sensebezirk sind sehr gross», beschreibt er die Situation. Deshalb habe er einen pragmatischen Ansatz gewählt.

Ob dieser auch umgesetzt werden kann, wird das Freiburger Kantonsgericht entscheiden. Das Gericht muss nach der Beschwerde durch Pro Natura darüber befinden, ob die Gemeinde Kies aus dem Seeweidbachdelta entfernen kann oder nicht.

Rückblick

Früher mehrfach Kies entnommen

Um der Verlandung des Schwarzsees entgegenzuwirken, hat Plaffeien 1998, 2005, 2009 und 2010 Kies aus dem See entfernen können. Mit Verweis auf das Bundesgesetz für den Gewässerschutz hatte der Kanton die Materialentnahme seither nicht mehr bewilligt, obwohl die Gemeinde mehrmals interveniert hatte. Das kantonale Wassergesetz von 2009 und sein Reglement von 2011 setzen strengere Bedingungen für Eingriffe in Gewässer. Dennoch kam Staatsrat Maurice Ropraz nach einer Interessenabwägung zum Schluss, dass eine Kiesentnahme von 720 Kubikmetern als dringliche Massnahme gerechtfertigt sei. Die Gemeinde hatte ein Volumen von 2500 bis 3000 Kubikmetern gefordert, nachdem der Seeweidbach im August 2014 nach Gewittern erneut viel Geröll in den See gespült hatte und dieser über die Ufer trat. Dieses Ereignis war der Grund, weshalb die Gemeinde ein Gesuch um Sofortmassnahmen stellte. Zudem ist durch den Kies, den der Bach in den See schwemmt, der Bootssteg des Campings unbrauchbar. Gemeinde und Tourismus befürchten, dass der See immer kleiner werden und schliesslich verschwinden wird.ak

Tourismus-Umfrage: Schwarzsee ist Pilotregion

D er kantonale Tourismusverband arbeitet an einer Studie, welche die wirtschaftliche Leistung der Tourismusregion Freiburg erörten soll. Das Ziel der Studie ist ein Inventar der wichtigsten touristischen Leistungsträger im Kanton wie zum Beispiel dem Papiliorama. Für die Studie wurde Schwarzsee als Pilotregion ausgewählt. Wie Thomas Steiner, Direktor des kantonalen Tourismusverbandes, auf Anfrage erklärt, werden deshalb in Schwarzsee zurzeit Umfragen bei den Gästen durchgeführt. Diese Umfragen würden sich unter anderem auf das visuelle Erscheinungsbild des Sees beziehen, stünden jedoch nicht in direktem Zusammenhang mit der aktuellen politischen Diskussion über die Verlandungsproblematik. Noch vor den Sommerferien, sobald die Resultate aus Schwarzsee vorliegen, werde sich der Tourismusverband mit den anderen Freiburger Regionen absprechen und die Umfragen auch dort durchführen. Die Studie soll gemäss Steiner bis spätestens Frühjahr 2016 vorliegen. Sie soll aufzeigen, wie der Kanton Freiburg die Tourismusentwicklung in Zukunft priorisieren kann. ak

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