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«Wir wollen und können nicht warten»

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Übernahmediskussionen hindern die Roland Murten AG nicht daran, die Zukunft zu planen

Autor: Mit ROLAND NÖTZEL sprach PATRICK HIRSCHI

Im März gab die Valora bekannt, dass sie verschiedene Firmen – darunter auch die Roland AG in Murten – verkaufen will. Wie ist die Stimmung seither?

Nach wie vor gut und zuversichtlich. Der Valora-Gruppe geht es darum, sich auf ihre Stärken zu konzentrieren. Ihre Spezialität ist der Handel, nicht die Herstellung. Für Roland bestehen mit einem neuen Besitzer bessere Entwicklungsmöglichkeiten. Das alles haben wir intern sehr schnell kommuniziert.

Wie sieht es aus fürs Management? Können Sie zurzeit mittel- oderlangfristig die Zukunft planen?

Ja, durchaus. Wir haben zusammen mit Valora entschieden, dass wir voll an unseren Plänen weiterarbeiten. Wir haben für die nächsten Jahre unsere Entwicklung definiert und entschieden, in welche Märkte wir vordringen wollen, in welche neuen Produkte wir investieren wollen. Für uns gibt es nur eins: nach vorne schauen und die Pläne umsetzen. Sobald ein neuer Käufer da ist, werden wir allenfalls in der Übergangsphase ein oder zwei Monate vor der effektiven Übernahme einige Projekte auf Eis legen müssen und den Entscheid des neuen Besitzers abwarten. Aber wir haben so viel vor, wir wollen und können nicht warten.

Was sind das für Projekte?

Wir stellen uns verschiedene Fragen; zum Beispiel, in welchen Ländern wir Fuss fassen wollen oder wo wir noch mehr erreichen können. Oder welche neuen Produkteideen und Optimierungen im Produktionsprozess wir mit Priorität bearbeiten. Das Ganze ist ein laufender Evaluationsprozess.

Gibt es ganz konkrete Beispiele?

Ja, wir haben im Export diese Länder definiert – zum Beispiel England. Das ist eines der Länder, in denen wir noch grosses Potenzial sehen. Stark sind wir zurzeit in Deutschland, aber auch in Österreich, Belgien, Luxemburg, in den skandinavischen Ländern, der Slowakei, Japan und Südafrika und seit einem Jahr neu in China. Hingegen besteht in England, Frankreich, Italien und Spanien noch Nachholbedarf. Auch Nordamerika schauen wir uns an.

Sind auch neue Produkte geplant?

Da sind wir unter anderem an zwei bedeutenden Neuheiten dran. Aber es ist noch zu früh, darüber zu sprechen.

Wie viel Innovation ist in dieser Branche noch möglich?

Für innovative Ideen gibt es fast keine Grenzen. Nebst den «echten» Neuheiten gibt es unzählige Kombinationen von Form, Geschmack und Herstellverfahren. Die Herausforderung ist, die Innovation mit Tradition und Authentizität zu verbinden, den Geschmack der Konsumenten richtig zu treffen, auf die richtigen Neuheiten zu setzen und nicht zuletzt die technische Umsetzung von Ideen zu bewerkstelligen – und das auch wirtschaftlich sinnvoll.

Wie wichtig ist der Absatzmarkt Schweiz für Roland?

60 Prozent verkaufen wir zurzeit in der Schweiz, 40 Prozent im Ausland. Das Verhältnis wird sich jedoch voraussichtlich zugunsten des Auslandes verschieben, weil dort die grösseren Märkte sind und wir wie gesagt in einigen wichtigen Ländern noch nicht vertreten sind. Aber die Schweiz bleibt unser wichtigster Markt. Eines unserer neuesten Produkte, die «Flûtes de Morat», findet einen sehr grossen Anklang. Diese «Flûtes» sind aus zwei verschiedenen, fein abgestimmten und ineinander elegant verdrehten Teigsorten hergestellt. Sie sind ein Zeichen für unseren Dynamismus und die neue Innovationspolitik.Es gibt ja den Gegentrend zur Globalisierung. Das Motto «Zurück zu den Wurzeln» wird immer bedeutender. Zudem möchte der Konsument wieder vermehrt wissen, woher die Produkte, die er isst, stammen und wo sie hergestellt werden. Und dem tragen wir schon seit bald 70 Jahren Rechnung, zum Beispiel mit der Verwendung von natürlichen, hochwertigen und möglichst lokalen Zutaten aus nachhaltigem Anbau sowie strengen Qualitätsanforderungen in allen Bereichen.

Ist das die Zukunft für Roland?

Gewissermassen. Es entspricht unserer Positionierung und Strategie. Es gibt einen Markt für diese Art von Produkten, und der wächst stetig, auch stark im Ausland.

Kann man in der Schweiz noch konkurrenzfähig produzieren?

Murten und die Schweiz sind ein zentraler Bestandteil unserer Marke. Anhand unserer «Flûtes de Morat» sieht man das sehr gut, und wir preisen unsere Produkte besonders im Ausland klar als Schweizer Produkte an. Im Ausland heissen diese z. B. «Schweizer Flûtes». Natürlich sind gewisse Kosten in der Schweiz höher. Dafür finden wir hier motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter, hochwertige lokale Rohstoffe, eine grosse Stabilität und nicht zuletzt eine grosse Bäckerkunst-Tradition. Und gute Maschinen sind überall teuer – ob wir die in Asien aufstellen oder hier. Wichtig ist einfach, dass man hohe Qualität liefert und dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Für qualitativ hochwertige einheimische Produkte zahlt der Kunde gerne einen gewissen Preis. Bei Massenware wären wir hingegen im Moment weniger konkurrenzfähig.

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