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«Wir wollten ein Zeichen setzen»

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Autor: Imelda Ruffieux

«Wir haben seit längerer Zeit Probleme mit der BLS», erklärt Nicolas Bürgisser, Präsident des Gemeindeverbandes Region Sense, warum dieser dem Berner Bahnunternehmen ziemlich hart an den Karren gefahren ist. In einer Medienmitteilung bezeichnet die Region das Vorgehen der BLS als «kleinkariert und egoistisch». Im Brief an die Direktion wird die BLS gar ein «destruktiver Bremser des öffentlichen Verkehrs im Sensebezirk» genannt. Der Verband droht, sein politisches Gewicht bei der nächsten Vergabe der Konzession dahingehend einzusetzen, dass die BLS für das Betreiben der S-Bahnlinie Freiburg – Bern nicht mehr berücksichtigt wird.

Verhinderter S-Bahn-Halt

Der Entscheid zur Schliessung des Reisezentrums sei sozusagen der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe. «Die BLS hat bereits letztes Jahr einen zusätzlichen Halt der Freiburger S-Bahn in Düdingen verhindert», erklärt der Präsident des Gemeindeverbandes. Ein solcher wäre aber wichtig für den Bezirk. «Wir wollten den Pendlern damit die Möglichkeit geben, via Düdingen nach Bern zu reisen und so die verstopfte Stadt Freiburg zu meiden.»

Die BLS hat aber mit einer Ersatzforderung an den Kanton Freiburg von 700000 Franken gedroht, sollte dieser Zusatzhalt eingeführt werden. Dies, weil die Freiburger S-Bahn das Bahnnetz der BLS hätte benützen müssen. «Der Sensebezirk muss unter den Konkurrenzspielen von TPF und SBB gegen BLS leiden», sagt Nicolas Bürgisser. Es sei deshalb an der Zeit gewesen, ein Zeichen zu setzen. «Wir sind von früheren Bahn-Entscheiden geprägt.» Bereits seien die bedienten Bahnhöfe in Schmitten und Laupen geschlossen worden. Der Entscheid, das Flamatter Reisezentrum zu schliessen, sei unverständlich, da dies der einzige Verkaufspunkt in einem Umfeld von über 15000 Einwohnern sei. Nach einer Schliessung in Flamatt wäre das Reisezentrum Düdingen das einzige in diesem Gebiet, argumentiert der Verband. «Wer weiss, plötzlich wird auch dieses infrage gestellt.»

Zu wenig genutzt

Hugo Wyler, Mediensprecher der BLS, hält fest, dass die Schliessung des Flamatter Reisezentrums aus wirtschaftlichen Überlegungen geschieht. «Das Angebot wurde von der Bevölkerung zu wenig genutzt und ist somit finanziell nicht mehr tragbar.» Der abgelegene Standort abseits vom Dorfkern habe dazu beigetragen, dass der Umsatz für einen rentablen Betrieb zu tief sei. «Der Trend bei den Kunden, vermehrt Billette via Internet oder Handy zu kaufen, spricht nicht dafür, dass schlecht genutzte Reisezentren künftig rentieren», sagt Hugo Wyler. Die BLS trage aber die Verantwortung, mit den knapper werdenden öffentlichen Geldern auszukommen. «Wir können defizitäre Betriebsstrukturen nicht decken.» Die Region sei der BLS wichtig. «Deshalb werden wir auf den nächsten Fahrplanwechsel auch auf der S1 die neuesten Doppelstöcker einsetzen», sagt Hugo Wyler zum Vorwurf, die BLS bremse den öffentlichen Verkehr im Sensebezirk. Zudem sei das BLS-Reisezentrum in Düdingen eine Erfolgsgeschichte. «Düdingen ist für uns ein lokales Zentrum von Bedeutung.»

Im Brief an die BLS-Direktion sucht die Region Sense den Kontakt. «Wir sind offen für ein Gespräch und werden uns mit den Kritikern an einen Tisch setzen. Der Kanton Freiburg und die Gemeinde Flamatt wurden bereits informiert», erklärt Hugo Wyler.

Das Reisezentrum im Bahnhof Flamatt wird schlecht genutzt und soll geschlossen werden.Bild Aldo Ellena

Chronologie

Widerstand auf verschiedenen Ebenen

Kürzlich kündigte die BLS an, das Reisezentrum im Bahnhof Flamatt auf Ende März zu schliessen (FN 7. Februar). Dagegen wehren sich die Gemeinden Wünnewil-Flamatt und Überstorf. Sie haben Staatsrat Maurice Ropraz um ein Gespräch ersucht. Die SP-Ortssektion und das Forum Freie Wähler sammeln Unterschriften gegen die Schliessung. Daniel Brunner und 50 weitere Grossräte haben eine Anfrage eingereicht. Die Antwort des Staatsrates steht noch aus. im

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