Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Wir zeigen, was wir drauf haben»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Wir zeigen, was wir drauf haben»

Viel Schweiss, Spraydosen und «Gwundernasen» am Hip-Hop-Event

Die heutige Jugend ist alles andere als faul und abgestumpft. Dies kam am Anlass «Jugend gegen Gewalt» in Düdingen zum Ausdruck. Die jungen Leute setzten sich mit viel Energie für ihre Anliegen ein.

Von ILONA STÄMPFLI

«Die Jugendlichen kommen auf die Bühne und geben wirklich alles. Das, was hier geleistet wird, ist super», sagt Christoph Portmann, der als Moderator durch den Abend führt. In der Eishalle findet das Finale der vier Wettbewerbsdisziplinen Breakdance, Rap, Graffiti und DJ-ing statt. Die Zuschauer sitzen auf dem Boden oder auf Bänken oder wippen stehend zur Hip-Hop-Musik. Ein DJ «scratcht», was das Zeug hält. Ihm läuft der Schweiss über die Stirn, und dies nicht nur wegen der hohen Temperaturen.

30 Gruppierungen haben sich für eine der Wettbewerbsdisziplinen angemeldet. Auch französisch sprechende Jugendliche fanden den Weg in die Düdinger Eishalle. «Ein MC und ein DJ sind nicht aufgetaucht. Das war aber das Einzige, was an diesem Nachmittag nicht geklappt hat, sonst lief alles wie am Schnürchen», führt Christoph Portmann aus.

Hip-Hop in ein besseres Licht rücken

Draussen sprayen junge Künstler Graffiti an grosse Holzwände. Erwachsene und Jugendliche schauen interessiert und neugierig zu, wie die farbenfrohen Bilder entstehen. «Viele Leute denken schlecht über Graffiti, weil es ja eigentlich eine illegale Sache ist. An einem solchen Anlass können wir zeigen, was wir drauf haben», sagt ein 18-jähriger Sprayer.

Ein wichtiges Anliegen der teilnehmenden Jugendlichen war es, die Hip-Hop-Kultur in ein besseres Licht zu rücken. «Ich möchte den Leuten die andere Seite des Hip-Hop zeigen. Hip-Hop hat nichts mit Gewalt zu tun», betont Andy Aschinger. Den Jugendlichen sollte am Anlass gezeigt werden, wie Konflikte auf gewaltfreie Art und Weise ausgetragen werden können. Zum Beispiel mit so genannten «Battles», Wettbewerben in den verschiedenen Hip-Hop-Disziplinen.

Erwachsene erhalten Einblick
in die Jugendkultur

Erwachsene und Eltern von Jugendlichen sollten mit der Jugendkultur in Kontakt kommen. Urs Stampfli, Mitorganisator des Anlasses, bedauert, dass nur wenige Leute der älteren Generation bis zum Schluss ausgeharrt haben. Obwohl an der Podiumsdiskussion zahlreiche Erwachsene anwesend waren, räumten sie das Feld, sobald es in der Eishalle mit Musik und Breakdance weiterging.

«Es ist schade, dass keine Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen stattgefunden hat. An der Podiumsdiskussion haben keine Jugendlichen teilgenommen», meint auch Monique Progin. «Die Generationen finden trotz allen Bemühungen nicht zusammen.» Für ihren Mann René-Franz Rappo bietet der Anlass hingegen die Gelegenheit, einen Einblick in die Jugendkultur zu erhalten. «Ich war noch nie an einer Hip-Hop-Veranstaltung. Jetzt habe ich gesehen, was mein Sohn eigentlich macht. Die Jugendlichen hängen nicht nur herum und konsumieren, wie man manchmal das Gefühl hat. Sie engagieren sich für eine wichtige Sache.»

Am Abend füllt sich die grosse Halle. Vor der Bühne warten die Jugendlichen auf den Beginn der Hip-Hop-Konzerte. Die Gruppe «Lyrical Army» hat eigens für die Veranstaltung zwei Songs zum Thema Gewalt geschrieben. Mit dem Refrain «Steht auf gegen die Gewalt» fordern sie von den Jugendlichen aktives Handeln statt resigniertes Zuschauen. Die «Eggippa Fifauter» konnte das junge Publikum mit echtem Oberländer-Rap im Senslerdialekt begeistern.
«Der Anlass war ein Erfolg», zieht Urs Stampfli Bilanz. «Wir konnten auf das Thema der Gewalt aufmerksam machen, und somit haben wir das Hauptziel erreicht. Natürlich muss die Aufklärungsarbeit weitergehen.» Von allen Seiten wurde das grosse Engagement der Jugendlichen gelobt. «Ein solcher Anlass ist fantastisch. Die schwierige Thematik wird positiv dargestellt. Man sieht, dass bei den Jugendlichen viel Energie vorhanden ist», meint beispielsweise Staatsrätin Ruth Lüthi.
Prügeljugend: Opfer oder Täter?

Nicht allein die Jugendlichen sind die Versager der Gesellschaft, sondern auch die Eltern und die Erwachsenen. Die Podiumsdiskussion endete mit einem entsprechenden Aufruf an die Politikerinnen und Politiker des Kantons.

Von ILONA STÄMPFLI

Ist die Prügeljugend Opfer oder Täter? Diese Frage versuchte man an der Podiumsdiskussion im Rahmen des Anlasses «Jugend gegen Gewalt» zu beantworten. Die Jugendlichen seien ein Spiegel der Gesellschaft, brachte der Jugendarbeiter Qazim Hajzerai das Problem auf den Punkt.

«Wir Erwachsenen bringen es so weit, dass Jugendliche gewalttätig werden.» So ist die Prügeljugend Opfer und Täter gleichzeitig – eine Spirale, die nur schwer zu durchbrechen ist.

Leistungsdruck abbauen

Gründe für die Gewalt waren schnell gefunden. «Die jungen Leute fühlen sich heute unter Druck. Der Leis-
tungsstress will abgebaut werden. Die Anwendung körperlicher Gewalt kann in einem Moment der Anspannung befreiend wirken», meint die Psychologin und Erzieherin Rita Reamy.

Das Fehlen von Grenzen, Normen und Werten, führe zu Orientierungslosigkeit, vermutet der Jugendarbeiter Albert Studer. «Jugendliche, die vernachlässigt werden, müssen niemandem Rechenschaft ablegen.»

Lehrer, Jugendarbeiter und Mitarbeiter von sozialen Institutionen fühlen sich von der Jugendgewalt überfordert und können meist nur noch die Scherben aufwischen. «Ich muss im Jugendraum auf den Goodwill der Jugendlichen zählen können. Fängt jemand eine Schlägerei an, kann ich auch nicht mehr viel machen», sagt Studer.

Forderung nach Institutionen

Was kann nun konkret gegen die zunehmende Jugendgewalt unternommen werden – mit Repression oder Beziehungsarbeit? «Beides schliesst sich nicht aus. Es ist wichtig, dass Repressionsmassnahmen angewendet werden, aber ohne Beziehungsbruch. Die Jugendlichen suchen Beziehungen und wollen Aufmerksamkeit», sagt Rita Reamy hierzu.

Es fehle an Bindegliedern zwischen Jugendlichen, Eltern, Schulen und Behörden, meint der Schuldirektor der OS Wünnewil, Toni Kammermann. «Die Institutionen müssen besser miteinander zusammenarbeiten und der Sozialdienst muss ausgebaut werden.» Dieser Meinung ist auch Albert Studer; er fordert mehr Elternberatungsstellen, Schulsozialarbeiter und Jugendarbeiter.

Auch Patrick Gruber, Vizepräsident der Jugendstrafkammer des Kantons Freiburg, äusserte sein Anliegen: «Es herrscht ein Platzierungsnotstand für jugendliche Straftäter. Die Gewaltspirale kann nur durchbrochen werden, wenn es mehr Plätze gibt. Das Zentralgefängnis ist eine schlechte Notlösung.»

«Eltern brauchen Unterstützung»

Die Erwachsenen seien oft resigniert und intervenierten zu wenig in heiklen Situationen, meinte Franz Kohler, Sozialarbeiter und Mitglied der Eidgenössischen Kommission für Jugendfragen. «Die Eltern müssen ihren Kindern Grenzen setzen.»

Ein junger Mann aus dem Publikum stellte zum Schluss klare Forderungen an die anwesenden Politikerinnen und Politiker: «Die Eltern haben keine Zeit mehr, um ihre Kinder richtig erziehen zu können. Sie brauchen Unterstützung von der Gesellschaft. Es braucht eine familiengerechtere Politik, die eine

Mehr zum Thema