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Wirt verärgert über Informationspolitik

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Der Wirt Roger Neuhaus hat wie alle Einwohner von Tafers am Vormittag des 15. Juli, einem Dienstag, erfahren, dass das Trinkwasser verschmutzt war. «Der Salat und das Gemüse waren bereits gewaschen und verschiedene Geräte gereinigt», sagt der Wirt des Restaurants Maggenberg. Er musste den Salat wegwerfen, Wasser abkochen, Geräte desinfizieren. «Ich kann nicht verstehen, dass wir sowie Bäckereien und Metzgereien nicht vorgewarnt wurden. Das hätte doch möglich sein sollen.» Denn das Spital in Tafers war bereits am Donnerstag zuvor informiert worden.

«Keine Unterstützung»

Neuhaus ärgert sich darüber, dass er während der Zeit, als das Wasser verschmutzt war, keine Unterstützung durch den Kanton erhalten hat. «Die Lebensmittelinspektoren kontrollieren uns ständig, aber in so einer Situation helfen sie uns nicht.»

Eine Woche lang dauerte die Verschmutzung, während der die Einwohner von Tafers, Rechthalten und St. Ursen das Wasser vor Gebrauch abkochen mussten. Dann kam die Entwarnung. «Es hat zu lange gedauert. Ich bin sicher, der Kanton hätte früher entwarnen können», sagt Neuhaus.

«Fehlalarm bringt nichts»

Hans-Peter Schieler, Bäcker in Tafers, relativiert die Situation hingegen: «Natürlich dient es allen, so früh wie möglich von einer Verschmutzung zu erfahren», sagt er. «Aber es ist auch heikel, zu früh zu informieren. Ein Fehlalarm bringt nichts.» Schieler war im Tessin in den Ferien, als die Verschmutzung bekannt wurde. «Ein Kollege, der über das Radio davon erfahren hatte, hat mich angerufen, und ich habe sofort meinen Sohn kontaktiert.» Per Telefon gab der Vater dem Sohn Anweisungen durch. «Wenn man einen Betrieb führt, weiss man, was in so einer Situation zu tun ist. Da ist jeder selber verantwortlich.»

Neuhaus und Schieler halten fest, dass der Schaden für ihre Betriebe durch die Verschmutzung relativ gering war. «Es geht nicht um den Schaden», sagt Neuhaus. «Es geht um die Art und Weise, wie mit uns umgegangen wird.»

«Habe sofort informiert»

Der Kantonschemiker Jean-Marie Pasquier appelliert an die Eigenverantwortung. Am Donnerstag, 10. Juli, sei die festgestellte Verschmutzung sehr gering gewesen. «Es hätte sein können, dass bei der Probeentnahme etwas falsch gelaufen ist und dort Schmutz ins Wasser kam», erklärt Pasquier. «Es bringt nichts, die Leute unnötig zu verunsichern.» Er habe die sofortige Desinfektion des Wassers mit Chlor verlangt und erneute Kontrollen am Montag angeordnet.

Am Dienstag, 15. Juli, habe er die Resultate der Kontrolle erhalten. «Das Wasser war trüb und stark mit Coli-Bakterien verschmutzt. Innerhalb von zehn Minuten habe ich die Gemeinde informiert und Massnahmen wie das Abkochen verlangt.» Die Information an die Bevölkerung weiterzugeben, sei dann Sache der Gemeinde, per Gesetz. «Ich kann nicht auf jede einzelne Situation eingehen. Und Wirte, Bäcker, Metzger sind ausgebildete Leute, die wissen, was zu tun ist.» Habe ihn jemand direkt kontaktiert, habe er Auskunft gegeben.

Die Entwarnung habe er nicht früher geben können, sagt Pasquier: Er habe sicher sein müssen, dass die Chlorung wirksam sei. Die Gemeinden mussten auch ihre UVA-Anlagen kontrollieren und das Netz beobachten. «Der Schutz der Bevölkerung geht vor. Ich kann nicht entwarnen, wenn ich nicht sicher weiss, dass alles sauber ist.»

 Wirt Roger Neuhaus und Bäcker Hans-Peter Schieler waren mit Fragen der Leute konfrontiert. Auch Angelo Lauper, Bauverwalter in Tafers, erhielt unzählige E-Mails und Telefonate von verunsicherten Menschen. «Information ist schon Sache der Gemeinde, aber nach Vorgaben des Kantons», sagt er. Das Flugblatt, das die Leute erhielten, sei nach einer Vorlage gestaltet und wahrscheinlich nicht für alle verständlich gewesen. «Ich könnte sie abändern, aber ich bin nicht Arzt oder Chemiker.» Das Spital habe er vorgewarnt, auf Anweisung eines Trinkwasserinspektors. «Nach der ersten negativen Probe habe ich den Inspektor gefragt, ob ich die Bevölkerung informieren muss. Er hat mir gesagt, nur das Spital.»

Die Meldung zur Trinkwasserverschmutzung auf der Homepage hat die Gemeinde bis zur Entwarnung nie aktualisiert. «Es war eigentlich deutlich: Es hiess, dass die Massnahmen bis auf Widerruf gelten», sagt Lauper. Der Bauverwalter hatte auch anderes zu tun: «Ich musste sicherstellen, dass wir genügend Wasser haben; es galt die Ursache zu finden, Kontrollen zu machen und so weiter.»

Kantonschemiker Jean-Marie Pasquier hält diesbezüglich fest: «Im Nachhinein weiss man immer mehr.» Das Flugblatt sei vermutlich wirklich nicht für alle verständlich. «Ich weiss aber nicht, ob es einen Unterschied macht, wenn ich schreibe, dass das Wasser mikrobiologisch verunreinigt ist oder mit Gülle. Es ist einfach schwierig zu erklären», sagt er.

 

Verschmutzung: Ursache bleibt unklar

D ie Ursache für die Trinkwasserverschmutzung Mitte Juli in den Gemeinden Tafers, Rechthalten und St. Ursen bleibt nach wie vor ungeklärt. Das Wasser aus dem Reservoir Weid in Plasselb, von dem alle drei Gemeinden Wasser beziehen, wird nun dauerhaft gechlort. «Es ist aber kompliziert. Die Trinkwassernetze sind verbunden, und es ist fast unmöglich zu sagen, woher die Verschmutzung kommt.» Anfang Woche mussten die Gemeinden erneut Proben einreichen: Die Resultate waren in Ordnung. mir

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