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Wissen, Können, Wollen

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Der Beginn des Schuljahrs 2019/20 hat für die Deutschfreiburger Schulen historische Bedeutung. Auf dieses Datum hin wird nämlich für alle Schülerinnen und Schüler des Kindergartens, der Primar- und der Orientierungsschule der Lehrplan 21 eingeführt. Einer, der an der Entwicklung dieses Lehrplans von Anfang an – also seit 2007 – ­beteiligt war, ist Markus Fasel, Schulinspektor und Vertreter des Kantons Freiburg in der interkantonalen Begleit­gruppe.

Neuer Fokus

«Der wichtigste Unterschied zum alten Lehrplan besteht in Kompetenzbeschreibungen», sagt Fasel im Gespräch mit den FN. Während nämlich bis in die 1960er-Jahre bei den Lehrplänen das Vermitteln von Stoff und danach bis zur Jahrtausendwende die Orientierung an Lernzielen im Mittelpunkt gestanden seien, wird im neuen Lehrplan beschrieben, was die Schülerinnen und Schüler am Ende der obligatorischen Schulzeit wissen und können sollen. Diese Kompetenzen werden jahrgangsübergreifend von der Klasse 1H bis in die Klasse 11H aufgebaut. In jeder Stufe werden im Lehrplan entsprechende Grundansprüche sowie weitergehende, zusätzliche Kompetenzstufen formuliert.

Den Vorwurf, dass dieser kompetenzorientierte Unterricht auf Kosten der Wissensvermittlung gehe – den er im Übrigen auch vereinzelt von besorgten Eltern gehört habe –, weist Fasel in aller Form zurück. «Das Wissen stellt nach wie vor die Basis jeder Kompetenz dar», sagt er. «Doch wir lassen es nicht dabei bewenden.» Zum Wissen kommen das Können – das Anwenden des Wissens im sozialen Umfeld – und das Wollen – die Bereitschaft, herausfordernde Aufgaben zu lösen.

Neue Fächer, neue Lehrmittel

Mit der Einführung des ­kompetenzorientierten Lehrplans  21 träten gleichzeitig ein neues Schulzeugnis sowie eine neue Stundentafel für die Klassen 1H bis 11H in Kraft, sagt die stellvertretende Vorsteherin des Amts für deutschsprachigen obligatorischen Unterricht (DOA), Marianne Küng. Dabei bleibe die Gesamtanzahl der Lektionen im Kanton Freiburg gleich – im Unterschied zu anderen Kantonen. Neu seien vor allem die Fächer «Medien und Informatik» sowie «Natur, Mensch, Gesellschaft», die auf der Orientierungsstufe in die Teilbereiche «Natur und Technik», «Wirtschaft, Arbeit, Haushalt», «Räume, Zeiten, Gesellschaften (Geografie, Geschichte und Politik)» und «Ethik, Religionen, Gemeinschaft» unterteilt werden. Mit diesen neuen Fächern würden teilweise auch entsprechende neue Lehrmittel eingeführt, so Küng.

Dazu kommen in der Klasse 11H drei Wochenlektionen für «individuelle Vertiefung und Erweiterung» in den Fächern Deutsch, Französisch, Englisch und Mathematik, die je nach Bedarf und zukünftigem Bildungsweg gewählt werden. In der Klasse 10H ist neu eine Wochenlektion «berufliche Orientierung», die der anstehenden Wahl der Lehrstelle oder der weiterführenden Schule dient. Die Entwicklung der «personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen» gewinnt mit dem Lehrplan 21 ebenfalls an Bedeutung. Sie werden von der Klasse 1H bis zur Klasse 11H laufend aufgebaut. Diese überfachlichen Kompetenzen und neu die «Bildung für nachhaltige Entwicklung» sind fächerübergreifenden Bereiche.

Abstriche beim TTG

«Es ist klar, dass bei gleichbleibender Lektionenzahl und neuen, zusätzlichen Fächern Abstriche gemacht werden mussten», sagt Küng. Dies habe vor allem den Bereich «Textiles und Technisches Gestalten» (TTG) betroffen, dem neu von der Klasse 3H bis 10H je zwei Wochenlektionen eingeräumt werden. «Die Problematik liegt hier auch darin, dass die TTG-Lehrpersonen oft nur für dieses eine Fach sowie Hauswirtschaftsunterricht in der 11H ausgebildet wurden», ergänzt der DOA-Vorsteher Andreas Maag. «Wir haben diesen Lehrpersonen aber als Kompensation eine kantonale Weiterbildung im Fachbereich ‹Deutsch als Zweitsprache› angeboten. Keine Lehrperson hat wegen der Lektionenreduktion im TTG ihre Stelle verloren.»

Chronologie

Demokratisch legitimiert

Der Lehrplan 21 löst in Deutschfreiburg die bestehenden Fachlehrpläne von 1995 und 2005 ab. Politischer Hintergrund ist ein 85-prozentiger Entscheid des Schweizer Volks für einheitliche nationale Bildungsstandards im Jahr 2006. Der Lehrplan 21 wurde 2014 zur Einführung freigegeben. Die Welschschweiz hatte bereits 2010 den «Plan d’études romand (PER)» verabschiedet. Auf das Schuljahr 2019/20 wird der Lehrplan 21 in Deutschfreiburg, den Kantonen Zug und Schaffhausen sowie in Liechtenstein eingeführt. Der Aargau folgt ein Jahr später als letzter Deutschschweizer Kanton.

 

 

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