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Wo aus Zuckerrüben Alkohol entsteht

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Vor rund zwei Jahren hat die Schweizer Zucker AG in Aarberg gemeinsam mit Alcosuisse eine neue Ethanol-Produktionsanlage eröffnet. Daraus entsteht aktuell ausschliesslich Trinkalkohol.

Im Jahr 2008 schloss die vorerst letzte Ethanol-Produzentin in der Schweiz ihre Tore. Zehn Jahre später schaffte der Bund das entsprechende Pflichtlager ab (siehe Kasten). Dann kam die Corona-Pandemie. Unter anderem bei den alkoholbasierten Desinfektionsmitteln zeigte sich, wie abhängig die Schweiz von den ausländischen Produkten ist. Michael Clees, Leiter Marktleistung bei der Ethanol-Spezialistin Alcosuisse AG, erinnert sich: «Der Bedarf nach Ethanol im In- und Ausland war einzigartig, und wir mussten nach weiteren und neuen Quellen suchen.»

Seit Mitte 2022 stellt Alcosuisse nun selbst Ethanol her. Dies als einzige Firma in der Schweiz und in Zusammenarbeit mit der Schweizer Zucker AG in Aarberg. Zu Beginn sprachen die Verantwortlichen noch von der Möglichkeit, pharmazeutischen Ethanol herzustellen. Das hat sich allerdings für den Moment erledigt. «Der Fokus liegt aktuell auf dem hochwertigen Trinkethanol», sagt Michael Clees. Zu den Abnehmern zählen rund 50 Spirituosenproduzenten aus der ganzen Schweiz, aus der Region beispielsweise Sense Pure Gin aus Neuenegg.

In dieser Halle wird der Schweizer Ethanol produziert.
Bild: Martina Schmid

Von Nebenprodukt zu Ethanol

Im ersten Jahr wurden in Aarberg 230’000 Liter Ethanol produziert. Die maximale Kapazität beträgt 600’000 Liter jährlich. Die Anlage läuft nicht durchgehend, sondern auf Bestellung. Uwe Freisslich, Technologieleiter bei Schweizer Zucker, erklärt: «Alcosuisse sagt uns, wie viel sie brauchen, und wir machen die Produktionsplanung.» Die Herstellung startet mit der Basis, der Melasse, eine Art Zuckersirup. Sie entsteht als Nebenprodukt in der Zuckerproduktion. «Die Melasse ändert sich von Jahr zu Jahr», erklärt der ausgebildete Zuckertechniker. Ausschlaggebend sei der Zuckergehalt in den Rüben, die grösstenteils aus der Region Seeland stammen. Dieser bestimmt, wie viel Melasse benötigt werde.

Die Melasse wird in sechs grosse Tanks gepumpt.
Bild: Martina Schmid

«Die Melasse ändert sich von Jahr zu Jahr»

Uwe Freisslich
Zuckertechniker

In dem eigens dafür gebauten Gebäude stehen sechs grosse Tanks, in die Melasse gepumpt wird. Ab rund zehn Prozent Füllvolumen geben die Techniker dann Hefe dazu, die sie manuell anmischen. «Sobald sich die Temperatur nicht mehr ändert, ist die Gärung abgeschlossen», erklärt Freisslich. Das dauert jeweils rund 48 Stunden.

Hier wird die Hefe von Hand angemischt und dann der Melasse zugegeben.
Bild: Martina Schmid

Kernstück der Anlage

Die Masse, auch Maische genannt, gelangt dann in den Puffertank, ein Vorratstank für die Destillation. Hier hat sie einen Alkoholgehalt von rund zehn Prozent. «Die Gärung der Maische ist jeweils chargenbezogen, die Destillation hingegen kontinuierlich.» Um den fünf Destillationskolonnen ständig Maische zuzuführen, braucht es diesen Zwischenschritt.

Durch die fünffache Destillation trennen die Techniker das Ethanol nach und nach von den anderen Stoffen. Diese haben unterschiedliche Siedepunkte. In den Kolonnen wird das Gemisch auf fünf verschiedene Temperaturen erhitzt, und die ungewollten Stoffe verdampfen oder fliessen ab. So wird auf der vierten Stufe beispielsweise das Methanol vom Ethanol getrennt, mit Siedepunkten von 64 beziehungsweise 78 Grad.

In der fünften und letzten Stufe folgen die sogenannten «Fuselöle»: «Das sind Gemische, die bei schlechtem Alkohol die Kopfschmerzen verursachen.» Diese Nebenprodukte werden in der Zuckerfabrik direkt weiterverwertet: «Sie werden in unserer Biogasanlage energetisch genutzt.»

«Die Alkoholsteuer macht den grössten Teil des Preises aus»

Hohe Steuern auf Alkohol

Anschliessend kommt das 96,8-prozentige Ethanol in die Lagertanks, die vor der Halle stehen. Rund 2000 Liter Ethanol schafft die Destillationsanlage pro Tag. Sobald eine Lieferung à 20’000 Liter bereit ist, melden die Verantwortlichen sie beim Schweizer Zoll an. «Die Alkoholsteuer macht den grössten Teil des Preises aus», erklärt Michael Clees. Die Firma hat ihren Sitz in Rüti bei Büren. Das Ethanol wird in einem Betrieb der Alcosuisse (Schachen LU oder Delémont JU) auf einheitliche 94 Prozent herunter verdünnt und auf Kundenwunsch abgefüllt.

Alcosuisse

«Das Kerngeschäft der Alcosuisse ist der Handel, die Produktion und die Veredelung von Ethanol. Sie führt rund 50 verschiedene Ethanolqualitäten, die sich in Reinheit, Geruch, Geschmack, Gradstärke und Rohstoffen unterscheiden, je nach den jeweiligen Kundenbedürfnissen», so Michael Clees, Leiter Marktleistung. Früher habe der damalige Bundesbetrieb das Importmonopol auf Ethanol besessen. Dann kam 2018 die Privatisierung und die Thommen-Furler AG übernahm die Firma. Bis dahin hatte die Alcosuisse auch das Pflichtlager für rund drei Monate Normalgebrauch von Ethanol gehalten, welches der Bund anschliessend aufhob. Während der Corona-Pandemie zeigte sich jedoch, wie wichtig die ständige Verfügbarkeit von Ethanol ist. Seit Ende März 2021 sind bei Alcosuisse nun wiederum rund 6000 Tonnen Ethanol eingelagert. (mes)

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