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Wo die Schafscheid noch gefeiert wird

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Schafhirt Daniel Buchs steht inmitten seiner eingezäunten Schafherde und sucht aus den 300 Tieren die richtigen Exemplare für Besitzer und Händler heraus. Der 35-jährige Jauner hat den Sommer mit den Tieren auf dem Schafberg verbracht und feiert mit der Schafscheid nun das Ende der Alpsömmerung. Kurz nach neun Uhr ist seine Herde in Jaun angekommen und von den vielen Zuschauern mit Applaus empfangen worden. «Das ist ein sehr wichtiger Tag für uns», sagt Buchs, der ein gefragter Mann ist an diesem Morgen. «Es ist unser grösster Anlass.» Tipptopp sei er gewesen, der Sommer. Viel Gras, genügend Wasser. Nur etwas hätte nicht sein müssen: gleich zweimal Schneefall. Verluste durch Wolfsangriffe habe er keine zu beklagen. «Seit drei Jahren setze ich Schutzhunde ein, das läuft sehr gut.»

Krise überstanden

Wie die anderen Schafhirten hat auch er mitbekommen, dass die Schafscheid in Zollhaus vom 15. September abgesagt werden musste, weil die Organisatoren sich zurückzogen (FN vom 4. September). «Das ist schade. Ich hoffe, dass es in Jaun nie so weit kommt», betont Buchs. In Zollhaus gibt es die Schafscheid zwar nicht seit 418 Jahren wie in Jaun, trotzdem hatte der Anlass eine 30-jährige Tradition und wurde zuvor schon in Plaffeien durchgeführt.

«Die Jauner Schafscheid hatte auch ihre Krise, doch jetzt geht es ihr wieder besser», sagt Daniel Buchs. Auch der 40-jährige Schafhirt Patrick Buchs, der 100 Schafe auf der Fochsenfluh sömmerte, bedauert die Entwicklung in Zollhaus und hofft auf das Fortbestehen der Jauner Tradition. Denn sollte sich der Wolf weiter ausbreiten, bestehe auch in Jaun die Gefahr, dass der Anlass einmal sterben könnte, sagt Patrick Buchs. Er hatte in diesem Sommer zum erfolgreichen Schutz vor dem Wolf Alarmgeräte und Lampen eingesetzt.

Der erst 21-jährige Schafhirt Sven Buchs hirtet seit vier Jahren auf dem Chällihorn und war vor zwei Jahren kurz davor, alles hinzuschmeissen. «Weil der Wolf zehn Schafe gerissen hatte», erzählt er. Er hatte sich dann aber dazu entschlossen, Kurse zu besuchen, und hat einen Schutzhund eingesetzt. Heute ist er froh über diesen Schritt. Seither hat er keine Probleme mehr.

Junge Schafhirten

«Solange wir Schafherden haben, die ins Tal ziehen, ist die Schafscheid sicher nicht gefährdet», sagt der Jauner Tourismusverantwortliche Jean-Marie Buchs. Und da die Hirten momentan alle relativ jung seien, ist er sicher, dass der Anlass für die nächsten Jahre gesetzt ist.

 

 

Ankunft in Jaun: Die Schafherden wurden sehnlichst erwartet. Die Geselligkeit darf natürlich nicht zu kurz kommen. 

Platzmangel: Auf 70 Stände limitiert

V om Ledergurt über das Spielzeugauto bis hin zum Greyerzer Käse war an den 70 Marktständen der Schafscheid fast alles zu haben. «Die Nachfrage für Standplätze ist gross, wir mussten viele Absagen erteilen», sagt Tourismusleiter Jean-Marie Buchs. Die Platzverhältnisse seien zu knapp für zusätzliche Stände. Rund 3000 Besucher waren laut Buchs am Montag in Jaun. Gegen Mittag fand zudem der Alpabzug der Kuhherden statt – gefeiert wurde bis spät in die Nacht. ak

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