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«Wo lernt man besser als bei der Arbeit?»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Imelda ruffieux

Mit dem Wunsch, die Massnahmen des Bundes gegen die Arbeitslosigkeit im Kanton in die Tat umzusetzen, hat Marie-Louise Rudaz vor über zwölf Jahren mit Gleichgesinnten das Qualifizierungsprogramm «Gastro Projekt Freiburg» ins Leben gerufen. «Ich fühlte mich als Grossrätin angesprochen», erinnert sich die Düdingerin.

Im Hotel «Des Alpes» erhielten ab dem 1. September 1997 erwerbslose Personen die Gelegenheit, die Gastronomie anhand praktischer Arbeit fundiert kennenzulernen und sich so eine Basis für eine spätere Anstellung zu erarbeiten.

Marie-Louise Rudaz hat den Trägerverein seit der Gründung präsidiert und war in den letzten sieben Jahren in der administrativen Leitung tätig.

Marie-Louise Rudaz, wie verlief damals die Startphase?

Anfangs hatten wir uns vorgestellt, dass der Betrieb von einem Erwerbslosen geleitet wird. Wir haben aber früh gemerkt, dass es eine gewisse Kontinuität braucht, und machten uns auf die Suche nach Profis für die Leitung. Weil das Konzept vorher noch nie erprobt worden war, kam es zu einer Überforderung bei der Betriebsleitung. Es braucht viel Energie, mit unerfahrenen Leuten zu arbeiten, zumal das Resultat dann auch in der Realität funktionieren soll.

Aus diesen Anfangsfehlern haben wir gelernt. Es brauchte aber einiges an Aufbauarbeit, um wieder in Schwung zu kommen. Dies konnte mit einem neuen Betriebsleiter erreicht werden. Langsam ging es auch finanziell aufwärts.

Wir haben im Verlaufe der Jahre intensiv an der Qualität gearbeitet und verschiedene Qualifizierungsprogramme mehrfach wiederholt. Jeder dieser Prozesse gab uns den Anlass, uns zu hinterfragen und uns ständig zu verbessern.

Wie viele Teilnehmer haben das Programm in den letzten elf Jahren durchlaufen?

Ich schätze, es waren zwischen 800 und 900 Personen. Es macht mich jedes Mal stolz, wenn es wieder jemand schafft, am Ende die Bestätigung von Gastro Freiburg zu bekommen. Vor allem wenn man bedenkt, wie unterschiedlich sich das Team zusammensetzt, was das schulische Niveau, das Alter, die Kultur und nicht zuletzt die Herkunft betrifft. Allein im letzten Jahr hatten wir Teilnehmer aus 26 verschiedenen Herkunftsländern.

Für die Betriebsleitung war es nicht einfach, die Abläufe zu koordinieren. Jeder Tag verlief anders. Es gibt wöchentlich Neueintritte und Austritte. Und man darf nicht vergessen, dass während dieser Zeit der Betrieb immer laufen muss.

Deshalb hat man ab 2001 den administrativen Bereich von der Führung des Betriebs getrennt. Diese Strukturanpassung hat dafür gesorgt, dass die Betriebsleitung noch mehr an der Front tätig sein konnte.

Wie ist der Stellenwert des Programms heute?

Manchmal sind wir beflügelt vom Erfolg und manchmal kommen wir auch wieder auf den Boden zurück, um kritische Fragen zu beantworten. Einige Teilnehmer gehen am Ende des Programms nicht in die Gastronomie, andere finden keine Stelle. Da hinterfragt man manchmal den Sinn des Ganzen schon.

Aber ich bin immer noch überzeugt, dass das Konzept gut ist. Anfangs war es ein Eingliederungsprogramm. Heute sehe ich es auch als Förderungs- und Bildungsprogramm, denn wo lernt man besser als bei der Arbeit? Es ist wichtig, dass die Leute eine Struktur erhalten und lernen, sich einem Tagesablauf anzupassen. Selbst wenn sie später nie in dieser Branche arbeiten, ist die Bestätigung von Gastro Freiburg wichtig. Die kann ihnen niemand nehmen. Sie öffnet ihnen vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt Türen, gibt ihnen Selbstvertrauen und Zuversicht.

Mit welchem Gefühl geben Sie die Leitung in neue Hände?

Ich freue mich über die Entwicklung, die das Programm durchgemacht hat. Ich blicke gerne auf diese Jahre zurück und hoffe, dass es im gleichen Sinne weiter geht. Es war eine spannende Zeit, ich verspüre aber auch eine gewisse Müdigkeit. Ich habe viel gelernt und mich immer gefreut, die Fortschritte der Programmteilnehmer mitzuverfolgen.

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