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Wo sind die wirklich interessanten Fragen?

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Parteipräsident Didier Castella setzt eine geheimnisvolle Miene auf und fragt ganz bedächtig: «Welche freisinnige Persönlichkeit hat erstmals den Justizrat präsidiert?» In der Gruppe zu seiner Rechten wird getuschelt. Schliesslich sagt Nationalrat Jacques Bourgeois mit zweifelnder Stimme: «Ruedi Vonlanthen?» Hup, hup: Ganz falsch. Es ist die Grossrätin Antoinette de Weck. Bourgeois zeigt sich leicht beschämt und schilt den Grossrat in seiner Gruppe, Markus Ith. Der hätte das doch wissen müssen. Nun ist es an Bourgeois, eine Frage zu stellen: «Welcher Freiburger präsidierte die FDP Schweiz zwischen 1964 und 1968?» Betretenes Schweigen. Die Fragen sind verflixt schwer. Ob die Exponenten der Freiburger FDP wohl etwas Nachhilfeunterricht in Parteigeschichte und Staatskunde gebrauchen könnten?

Vielleicht wird den oben genannten Personen ja auch unrecht getan: Denn diese Rätselrunde hat in Tat und Wahrheit (noch) nicht stattgefunden, und vielleicht wüssten die prominenten Freiburger Liberalen in Wirklichkeit viel besser Bescheid. Testen können sie es, wenn sie nach einer Generalversammlung, bei einem Wahl-Apéro, an der Route Gourmande oder bei einer Abstimmungsdebatte gemütlich beieinandersitzen. Dann muss nämlich nur jemand das Kartenspiel «Plenum» in die Hände nehmen und los gehts.

«Plenum» ist ein Spiel der Freiburger FDP, das dazu dienen soll, das Politwissen seiner Mitglieder und Sympathisanten zu erweitern. Gestern wurde es in Bulle vorgestellt. Es enthält 198 thematische Karten mit Fragen und Antworten. Gruppen werden gebildet und aus jeder wird ein Vorsitzender gewählt. Dieser stellt jeweils eine Frage an die Gruppe oder Einzelperson zur Rechten. Beantwortet eine Gruppe oder Person die Frage richtig, ist die Karte gewonnen, und die nächste Frage wird gestellt. Ist die Antwort falsch, liegt es an ihnen, den Teilnehmern zur Rechten die nächste Frage zu stellen. Wer am Ende am meisten Karten und Punkte hat, gewinnt.

Das Spiel ist einfach, Strategie und Pokerface helfen gar nichts. Reines Wissen ist gefragt. Entwickelt wurde es von Véronique Grady, ehemalige politische Sekretärin der Freiburger FDP. Dazu hat der Historiker Michel Charrière das Spiel einer Nachprüfung unterzogen. Die Fragen sind in die Kategorien «Persönlichkeit» (nur solche aus der FDP), «Herausforderung», «Zahl», «Institutionen» und «Beste Feinde» unterteilt. Beste Feinde? Zum Beispiel: «Welcher Präsident der sozialdemokratischen Fraktion hat seine politische Karriere bei den Jungfreisinnigen begonnen?» Ja, Christian Levrat. Da ist das Feindbild klar? Und die erste Präsidentin der Eidgenossenschaft? Ruth Dreifuss. SP, logisch. Auch der Freiburger Bundesrat Alain Berset fällt unter den Typ Feind. Und weiter: «Welche Freiburger Partei stellte in den 70er-Jahren zwei gewählte Ständeräte?» Die CVP, ein Feind. Und die SVP: Eine Frage bezieht sich auf ihre Minarett-Initiative. Hat die Freiburger FDP nicht erst gerade mit der CVP und der SVP ein bürgerliches Bündnis abgeschlossen?

Doch eigentlich fehlen die wirklich interessanten Fragen im Quiz. Beispielsweise: Wie viele Fragen kann der designierte Parteipräsident Sébastien Dorthe beantworten? Warum hat Maurice Ropraz die Baudirektion aufgegeben? Warum gehört Ruedi Vonlanthen noch nicht zur SVP? Wer hat entschieden, dass Peter Wüthrich nicht zum zweiten Wahlgang für die Staatsratswahlen antreten darf? Doch vielleicht werden diese Fragen ja bei einer weiteren Ausgabe von «Plenum» gestellt. Denn eine solche hat die FDP bereits angekündigt.

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