Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Woher nur kommen diese Schuldgefühle?

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Eine Mutter erzählt: Wenn sie mit ihrem Kleinkind von 17 Monaten am Boden spiele und in Gedanken abschweife und nicht beim Spiel sei, dann bekäme sie Schuldgefühle. Es sei doch wichtig, dass sie ganz und gar ihre volle Aufmerksamkeit ihrem Kind widme.

Moment mal – eine Schuld bedingt: Da gibt es ein Opfer und folglich einen Täter. Der Täter liegt in der Schuld. Was hat diese Mutter verbrochen?

Immer mehr stelle ich fest, dass sich Mütter einem enormen Druck aussetzen und meinen, ihr Kind entwickle sich nur gut, wenn sie sich rund um die Uhr mit ihm beschäftigen, es unterhalten oder gar bespassen. Sie richten ihre ganze Aufmerksamkeit auf es, und wenn sie das nicht schaffen, werden sie von Schuldgefühlen geplagt. Sie wagen nicht mehr, ihrem Kind Widerstand zu geben, sie erledigen die Hausarbeit, wenn das Kind schläft. Leider wird das in vielen Ratgebern auch noch so kommuniziert.

Aber stimmt das wirklich? Es ist bekannt, dass Mütter das Beste für ihren Nachwuchs wollen: Sie sind ja die Basis für das sich entwickelnde Leben. Aber was ist denn das Beste? Immer wieder erlebe ich, dass Mütter mich erstaunt anschauen und nicht selten sogar dankbar sind, wenn ich sage: «Du bist nicht da, um mit deinem Kind zu spielen.» «Oh, ich dachte, ich sei keine gute Mutter, wenn ich nicht mit meinem Kind spiele – denn eigentlich habe ich gar keine Lust dazu und mache es nur, weil ich denke: Ich muss!»

Spielen in der Natur irgendwelche Eltern mit ihren Jungen? In der Natur sind Eltern da, das Leben des Nachwuchses sicherzustellen. Ein wesentlicher Teil davon ist die Nahrungsbeschaffung, und das ist auch die Hauptaufgabe von Eltern. Um diese Sicherheit in Form einer Wohnung und Essen bereitstellen zu können, müssen wir arbeiten. Das Hähnchen fliegt uns nicht einfach in den Mund. Das ist die primäre Aufgabe von Eltern – und das Kind da miteinfliessen zu lassen, es teilhaben zu lassen an unserem Leben. Es beobachtet uns und will werden wie wir.

Das Kind kümmert sich um seine eigene Entwicklung. Wenn die Mutter in der Küche hantiert, reicht eine Kelle, ein Schwingbesen und eine Pfanne am Boden. Es ist intrinsisch gesteuert, seine Welt zu erfahren, selber herauszufinden. Es wird selber aktiv, kreativ und innovativ: alles Eigenschaften, die es glücklich macht und antreibt, noch mehr zu erfahren.

Kinder erfahren die Welt, wie sie ist. Sie teilen sie noch nicht ein in gut und schlecht. Sie denken nicht: Oh, wie habe ich doch eine liebe Mutter, die mit mir spielt. Ihre Erfahrung lautet: Die Mutter ist immer zur Stelle, um mich zu unterhalten. Diese Erfahrung ist in diesem Alter prägend. Das Kind erfährt: Das ist die Aufgabe der Mutter. Wenn sie jetzt gerade nicht zur Stelle ist, dann stimmt für das Kind seine Erfahrung – die Welt – nicht mehr, und es reklamiert.

Und so geraten viele Mütter schnell in eine Teufelsspirale. Das Neugeborene braucht unsere volle Aufmerksamkeit – das bestreitet niemand. Aber schon bald, mit circa vier Monaten, können wir diese getrost langsam zurückfahren. Wenn das Baby sicher gebunden ist, «weiss» es, dass es von seiner Umwelt versorgt wird. Es vertraut seinen Eltern zu hundert Prozent. Auch wenn der Brei nicht gerade auf Knopfdruck serviert wird – es erfährt, dass es deshalb nicht verhungern wird und dass die Eltern bestimmen, was und wann gegessen wird – denn Eltern wissen um die lebenswichtigen Bedürfnisse ihres Nachwuchses und führen sie ins richtige Leben. Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen für das Kind: Also spielen Sie mit Ihren Kindern, wenn Sie selber Zeit und Lust haben, und nicht, weil Sie meinen, das Kind brauche es und würde sich nur dann gut entwickeln.

Kommentare (2)

  • 11.07.2024-HF

    Das Zusammenleben mit meinem Kleinem hat sich um Welten verbessert, als ich genau das umgesetzt habe. Er hat gelernt, für einige Zeit selber zu spielen währenddem ich z.B. ein Buch lese. Auf dem Spielplatz unterhält er sich mit anderen Kindern, anstatt bei mir zu bleiben oder wiederholend zu mir zu kommen. Herr Selbständig. Danke!

  • 10.07.2024-Isa

    Danke für diesen Beitrag. Genau das ist auch meine Erfahrung. Wenn ich Freundinnen zu mir nach Hause einlade, können wir kaum zusammen einen Kaffee trinken und plaudern, da sie ständig die Aufmerksamkeit auf ihren Kindern haben und meinen sie müssen es dauernd bespassen, korrigieren und ermahnen. Das gibt mir manchmal das Gefühl eine schlechte Mutter zu sein, weil ich meinen Kaffee geniesse und mein Kind einfach spielen lasse. Danke für die Bestätigung, dass ich das nicht muss!

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Meistgelesen

Mehr zum Thema