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«Wolf-Märchen halten sich hartnäckig»

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Seit letztem Sommer ist in der Region Gantrisch/Schwarzsee das Wolfspaar F13 und M64 unterwegs. Experten gehen davon aus, dass die Wölfe dereinst Nachwuchs aufziehen und damit das vierte Rudel in der Schweiz gründen könnten. Bisher liessen sich Wolfsfamilien in den Gebieten Augstbord (VS), Calanda (GR) und Morobbia (TI) nachweisen. Am Mittwochabend lud das Berner Jagd­inspek­torat deshalb zu einem Informationsanlass zum Thema Wolf ein. Weit über 200 Leute – darunter viele Freiburger – fanden den Weg nach Schwar­zen­burg, um den Ausführungen von Wildhütern sowie Wolfsmonitoring- und Herdenschutzverantwortlichen zur Herkunft und dem Verhalten des Grossraubtieres zu ­lauschen.

«Unsicherheiten und Ängste»

Im Publikum war auch Erich Peissard. Als Wildhüter und Fischereiaufseher des Kantons Freiburg ist er für den an das bernische Gantrischgebiet angrenzenden Bezirk Muscherenschlund/Schwarzsee zuständig. Er sei froh, dass die Behörden sich auf beiden Seiten der Sense um die Information der Bevölkerung bemühten, erklärte Peissard gegenüber den FN. «Die Wolf-Märchen halten sich hartnäckig. Das Wissen über den Wolf ist in der breiten Bevölkerung noch nicht sehr weit verbreitet.»

Das habe sich auch am Anlass in Schwarzenburg gezeigt. Mehrere Personen aus dem Publikum äusserten ihren Frust über Wölfe und Wolfsbefürworter, aber auch über Halter von Herdenschutzhunden. «Es sind auch viele Unsicherheiten und Ängste spürbar, die sich nicht mit Fakten belegen lassen», sagte Peissard. So erklärte ein Landwirt am Mittwochabend, dass er davon gehört habe, wie neben Schafen und Ziegen bereits Rinder dem Wolf zum Opfer gefallen seien. Er mache sich deshalb Sorgen um seine Tiere. «Fakt ist, dass in unserer Gegend kein solcher Angriff bekannt ist», so der Wildhüter.

Effiziente Herdenschutzhunde

In der Schweiz wurde der Wolf in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgerottet. Seit rund 20 Jahren findet er von Italien her den Weg zurück in die Schweiz. Dass seine Zahl seither auf rund 40 Tiere angestiegen ist, habe nicht in erster Linie mit der hiesigen Haltung von Schafen und Ziegen zu tun, erklärte Ralph Manz, Wolfsmonitoring-Beauftragter der Fachstelle Kora, dem Publikum – sondern mit den hohen Wildtierbeständen in der Schweiz. «Studien belegen, dass sich die Nahrung eines Wolfes zu 95 Prozent aus wild lebenden Huftieren zusammensetzt», so Manz. Trotzdem werden gemäss Bundesamt für Umwelt jährlich rund 200 bis 250 Nutztiere von Wölfen gerissen. Die Schäden nehmen tendenziell zu. In Sachen Herdenschutz werde in der Schweiz deshalb wohl kaum ein Weg um eine Schutzhunde-Lösung herumführen: «Sie ist das effektivste Mittel.»

Keine Beweise für Rudel

Erich Peissard geht davon aus, dass das Wolfspaar – dem in diesem Jahr bislang ein Nutztierriss auf Freiburger Boden zugewiesen wird – im Gantrischgebiet sein Revier gefunden hat. Dafür spreche auch die Tatsache, dass die beiden Wölfe seit Monaten immer wieder durch eindeutige Fotobelege und DNA-Funde nachgewiesen worden seien, erklärt der Wildhüter. Er betreut in seinem Einzugsgebiet neun Fotofallen. Den letzten Hinweis auf das Wolfspaar sammelte er vor drei Wochen. Dass sich seither keine Aktivität mehr registrieren liess, könne viele Gründe haben: «Im Sommerhalbjahr ist es generell schwieriger, Spuren des Wolfes nachzuweisen.» Dadurch Rückschlüsse auf einen möglichen Welpenwurf zu ziehen, halte er hingegen nicht für zulässig: «Das wäre zu diesem Zeitpunkt reine Spekulation.» Ob als Rudel oder als Paar: Die Wölfe im Gantrischgebiet dürften am Mittwoch nicht zum letzten Mal Thema gewesen sein.

Vorschau

Auf den Spuren des Wolfes wandern

Das Naturhistorische Museum Freiburg und das Amt für Wald, Wild und Fischerei bieten am 17. Juni in Schwarzsee eine Wanderung zum Thema Wolf an. Auf der rund vier Kilometer langen und drei Stunden dauernden Wanderung talwärts lassen sich verschiedene Posten entdecken. Die Wanderung beginnt bei der Bergstation Riggisalp (Sesselliftfahrt zum Spezialpreis von fünf Franken pro Person). Die Posten sind von 9 bis 15 Uhr geöffnet.

mz

 

Bergstation Riggisalp, Schwarzsee. Sa., 17. Juni, 9 bis 15 Uhr. Weitere Infos: www.schwarzsee.ch

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