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Wolf reisst im Wallis Schafe aus Seebezirk

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Christine Balmer aus Kerzers hat zwei ihrer 28 Schafe verloren. Diese waren während der Sömmerung im Grimselgebiet auf der Alp, eine Herdenschutzmassnahme für die insgesamt 220 Tiere verschiedener Schafhalter bestand nicht. Der Wolf riss elf dieser Schafe, gefressen hat er aber nur eines der Tiere. Daran stösst sich Balmer: «Wenn er nur eines getötet und gefressen hätte, wäre das für mich kein Problem.» Der Anblick der vielen toten Tiere sei für sie schlimm gewesen.

Natürliches Verhalten

Dieses Verhalten des Raubtiers Wolf sei jedoch durchwegs natürlich, erklärt Ralph Manz vom Verein Koordinierte Forschungsprojekte zur Erhaltung und zum Management der Raubtiere in der Schweiz (KORA) auf Anfrage. «Der Wolf, wie auch der Fuchs oder der Marder, tötet so lange, wie sich etwas bewegt.» Der Tötungsreflex sei da, solange die Tiere nicht flüchteten. «Nutztiere wie Schafe haben das natürliche Fluchtverhalten verloren», sagt Manz. Der Wolfexperte macht den Vergleich: «In Kanada erlegt der Wolf gemäss Studien auf 130 Angriffe auf Elche sechs Tiere. Er geht also meist leer aus, weil die Elche sofort in alle Richtungen flüchten.» Und wenn er Erfolg hat, dann reisse er nur ein Tier.

  «Wir haben dem Wolf den Lebensraum genommen», sagt Balmer. «Ich finde es persönlich auch ein schönes Tier, aber es hat keinen Platz mehr bei uns.» Die Situation bezüglich Herdenschutz hätten sie abgeklärt, so Balmer. Doch die Koordinationsstelle für Herdenschutz sei zum Schluss gekommen, dass ein Zaun in diesem Gebiet nicht sinnvoll ist. Dies bestätigte Daniel Mettler, Leiter der Herdenschutzstelle: «In diesem Gebiet müssten sehr grosse Flächen mit geringem Ertragswert eingezäunt werden. Dies macht weder aus ökonomischer noch aus ökologischer Sicht Sinn.» Denn das ganze Gebiet sei sehr steinig, die Vegetationszeit kurz und sensible Weidegebiete vorhanden. Gegen Herdenschutzhunde spreche, dass das Gebiet touristisch intensiv genutzt wird, «so dass ein Konfliktpotenzial durch die Herdenschutzhunde entstehen kann». Die Herdenschutzstelle empfehle deshalb, dass gewisse Weiden nicht mehr bewirtschaftet und andere intensiver genutzt werden. «Für die gesamte Südflanke vom Grimsel bis nach Münster empfehlen wir strukturelle Anpassungen, die zum Ziel haben, mit Hirten und/oder Herdenschutzhunden zu arbeiten.» Dies funktioniere an anderen Orten bereits sehr gut, sagt Manz. «Die St. Galler Alp Ramutz liegt in nächster Nähe eines Wolfsrudels. Auf dieser Alp weiden 420 Schafe von 27 Eigentümern.» Die Alp werde behirtet: «Vier Herdenschutzhunde und zwei Hütehunde unterstützen die Hirtin.» Bis jetzt habe es auf dieser Alp keine Schäden gegeben.

 Für die Schafhalterin Christine Balmer aus Kerzers ist es wichtig, dass die elf gerissenen Schafe in die Statistik einfliessen, die für den Abschuss eines Wolfes konsultiert wird. Falls der Bund und der Kanton Wallis jedoch zum Schluss kommen sollten, dass die Schafhalter zumutbare Schutzmassnahmen nicht getroffen haben, tragen die Schafe nicht zur Abschussquote bei. Entschädigung erhalten die Schafhalter unabhängig davon, ob Schutzmassnahmen getroffen wurden. «Es geht uns aber nicht ums Geld. Den Zuchtwert kann man sowieso nicht ersetzen», sagt Balmer. «Wir haben eine Beziehung zu den Schafen wie andere zu ihrenHunden.»

Eines der Schafe, die der Wolf gerissen hat. Bild zvg

Sömmerung: Kühle Luft und würzige Kräuter

D ie Schafhaltung folgt dem Rhythmus der Natur. Im Frühling, wenn in höheren Lagen noch Schnee liegt, weiden die Schafe im Tal. Im Mai und Juni, oder wie in diesem Jahr etwas später, wenn das Gras auch auf den Bergen wächst, ziehen sie auf die Alpen, bewegen sich an der frischen Bergluft und fressen würzige Kräuter und Gräser. «Während dieser Zeit bereiten wir das Winterfutter vor», sagt die Schafhalterin Christine Balmer aus Kerzers. «Die Schafe geniessen die kühleren Temperaturen auf rund 2500 Metern über Meer», erklärt Balmer. Nach dem Zugriff des Wolfes hat Balmer ihre noch verbliebenen Schafe jedoch wieder zurück nach Kerzers geholt. «Sie waren durcheinander.» Normalerweise hole sie sie erst Mitte September zurück ins Dorf. Die toten Schafe hätten sie und die anderen Schafhalter bewusst auf der Alp liegen gelassen, so Balmer. emu

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