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«Wollen keine chinesische Nourriture»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

 Es wird einen heissen Samstag geben. Bereits morgens um 8.30 Uhr strahlt die Sonne kräftig vom Himmel, eine Brise sorgt aber noch für angenehme Frische. Auf dem Markt auf dem Rathausplatz in Freiburg sind etwas weniger Besucher unterwegs als normalerweise. Das liegt an der Ferienzeit. Wie immer leuchten einem jedoch die satten Farben der reifen Früchte und des frischen Gemüses an den Ständen entgegen. Verschiedene Düfte sind auszumachen: An einem Stand riecht es nach den ausgestellten Sommerblumen, am nächsten strömt den Besuchern der Geruch von frischem Brot in die Nase.

Marktbesuch als Erholung

An einem der Stände packen Anna und Lena Furter aus Bürglen gerade ihr Gemüse in den Einkaufskorb. «Der Marktbesuch ist eine Erholung für mich», sagt Lena Furter, Mutter von vier Kindern. Sie schätze den Kontakt zu den Leuten und natürlich den frischen Geschmack der Lebensmittel.

«Heute habe ich etwa für 54 Franken Gemüse eingekauft.» Es sei ihr lieber, etwas mehr zu bezahlen und dafür qualitativ gute Produkte zu haben. Sie kaufe meistens Schweizer Produkte ein. «Ich verzichte lieber auf Fleisch, als chinesische Pouletschenkel zu essen», sagt sie. Ihr ist auch wichtig, saisongerecht zu kochen. «Im Winter gibt es oft Ragout, Gemüsesuppe, Kohl, Randen oder Quiche», sagt Lena Furter und blickt ihre Tochter vielsagend an. «Manchmal ist das schon etwas eintönig», kommentiert diese. Den Markt mag sie aber und will später einmal ähnlich einkaufen wie ihre Mutter.

«Salat, Gemüse, Früchte, Brot, Fleisch», zählt am nächsten Stand Anita Schaller aus der Freiburger Unterstadt die Lebensmittel auf, die sie am Markt besorgt. Sie besucht ihn zweimal wöchentlich. «Ich will saisongerecht kochen und auch die hiesigen Landwirte unterstützen», sagt sie. Für sie sei das nichts Aussergewöhnliches, weil sie es schon immer so gemacht habe. «Natürlich gehe ich gelegentlich auch zu Migros und Coop, dort achte ich aber ebenso darauf, dass ich Schweizer Produkte kaufe.»

Wegen der Ambiance

Ebenfalls zweimal wöchentlich auf den Markt geht das Ehepaar Elisabeth und Rolf Schumacher aus Marly. Elisabeth Schumacher kann nicht verstehen, dass der Mittwochsmarkt im Sommer wegen der Jazz Parade vom Pythonplatz weichen muss. «Ach, die müssen auch gelebt haben», meint ihr Mann lachend dazu. Die beiden stehen an einem Gemüsestand und diskutieren angeregt mit dem Verkäufer. «Wir kommen wegen des Kontaktes zu den Leuten und der gesamten Ambiance.» Die beiden kaufen den grössten Teil der Lebensmittel am Markt ein. «Die Qualität der Produkte ist super», meint Elisabeth Schumacher und hält bestimmt fest: «Wir wollen keine chinesische Nourriture.»

Besonders mag das Ehepaar das sogenannte «Popeli-Brot». «Ein Kilogramm kostet zwar acht Franken, dafür ist es ohne Maschine hergestellt», erklärt Rolf Schumacher. Und seine Ehefrau fügt an: «Das Brot ist so gut, da müssen wir gar keine Butter auf die Scheiben streichen.»

Frische Produkte

Auch Gustav Aeby aus Freiburg schlendert an diesem Samstagmorgen gemütlich über den Rathausplatz. Er ist fast jeden Samstag hier anzutreffen. Aeby will in erster Linie die Bauern aus der Region unterstützen. «Das Gemüse und die Früchte sind sehr frisch. Und gewisse Sachen sind auch billiger.»

Fleisch kaufe er manchmal auf dem Markt und manchmal bei einem Metzger, den er gut kenne. Er kaufe nur sehr selten bei Grossverteilern ein, so Aeby. «Ich will ja auch keine Erdbeeren im Dezember.» Auch im Winter finde er auf dem Markt alles, was er brauche. «Das ist wirklich kein Problem», sagt er und beginnt mit einem anderen Marktgänger zu plaudern.

Dieser Artikel schliesst dieSerie «Vom Hof auf den Teller»ab. Erschienen sind: «Viele Körner für ein Brot» (15.7). «Der Igel frisst die Eier direkt ab Hof» (18.7). «Jeden Tropfen stets unter Kontrolle» (23.7). «Im Sekundentakt durch die Niagara» (24.7). «Nur wenige Egli zappeln im Netz» (30.7). «Respekt für das Tier als Erfolgsfaktor» (31.7). «Fressen, trinken, zunehmen» (5.8). «Vom Ladenregal zurück auf den Hof» (8.8). «Entrecôtes am Laufmeter» (12.8.). Alle Artikel sind auf der Homepage www.freiburger-nachrichten.ch unter «Dossiers» zu finden.

Anna und Lena Furter aus Bürglen. Anita Schaller aus Freiburg. Gustav Aeby aus Freiburg. Elisabeth und Rolf Schumacher aus Marly. 

Direktvermarktung: Landwirte aus der Region unterstützen

E va Flückiger ist hauswirtschaftliche Beraterin am Landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve in Posieux. Sie hilft Landwirten, die in die Direktvermarktung einsteigen wollen, und kennt die Bedürfnisse und das Verhalten der Konsumenten. «Viele sind nicht konsequent», sagt sie. «Sie kaufen sowohl auf dem Markt oder direkt bei Landwirten ein als auch bei einem Grossverteiler wie Aldi.» Ein Lebensmittelskandal, wie jener um als Rindfleisch deklariertes Pferdefleisch von Anfang Jahr, führe oft nicht zu einem langfristigen Umdenken. «Kurzfristig kaufen die Leute aber schon verstärkt in der Region ein.» Dass Produkte aus der Region aber auch generell im Trend seien, zeige sich daran, dass Coop und Migros mit speziellen Produktlinien in dieses Segment eingestiegen seien.

«In den letzten Jahren hat die Direktvermarktung vor allem im französischsprachigen Kantonsteil stark zugenommen; im deutschsprachigen Teil ist sie seit längerem verankert», sagt Flückiger. Für Konsumenten sei es attraktiv, wenn an einem Verkaufspunkt verschiedene Produkte verkauft werden. «Ein Markt ist ideal.»

Für grössere Mengen Fleisch etwa seien viele aber auch bereit, einen weiteren Weg auf sich zu nehmen. «Es ist auch klar, dass beim Landwirt eingekaufte Produkte nicht unbedingt billiger sind.» Natura Beef beispielsweise oder ein frischer Bauernzopf haben ihren Preis.

Deshalb sei es auch nur eine Sparte von Menschen, die die Direktvermarktung unterstützten. «Menschen, die es sich leisten können», sagt Flückiger. Solche, die hinterfragen, woher die Lebensmittel kommen, und die Landwirte aus der Region unterstützen wollen. «Junge Leute kaufen oft noch weniger bewusst ein. Sobald sie Kinder haben, kann sich das ändern.» mir

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