Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Wunderbare Vermehrung

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wunderbare Vermehrung

Schönberg, Freiburg: Sieben neugeborene Lämmer sind die Attraktion

Innert drei Tagen ist Charly Heimo um sieben Lämmer reicher geworden: Seine Herde zählt nun rund 60 Stück. Der leidenschaftliche Schafzüchter berichtet über Aufzucht, Pflege und Marktwert.

Von IRMGARD LEHMANN
(Text und Bilder)

Da die Schafe inmitten einer Wohnzone weiden, wird auch der Unbedarfte hellhörig und weiss, wann das Blöken aus dem Rahmen fällt. So geschehen kürzlich im Schönberg von Freiburg. Für einmal säumten Quartierbewohner die Weide.

Tatsächlich lag da ein Mutterschaf mit beachtlichem Umfang und blökte derart, dass man sich seiner gleich erbarmte. Doch das Blöken war von kurzer Dauer. Zwei, drei Mal ein durchdringendes «Mäh» und schon kullerte ein Junges hervor, umhüllt von der Fruchtwasserhaut. Unverzüglich befreite es die Mutter von der klebrigen Schicht, so dass das Lämmchen bereits nach 20 Minuten seine ersten Gehversuche machte.

Drei Mal zwei …

In drei Tagen drei Mal Zwillinge: Dem Züchter kanns nur recht sein. Denn mit Drillingen hätte er seine liebe Müh und Not gehabt. «Das Mutterschaf hat nur zwei Zitzen, so dass eines den Kürzeren ziehen muss und nur mit der Flasche aufgezogen werden kann.»

Für Charly Heimo sind Massen
geburten allerdings Alltag. Seit rund 30 Jahren hält er Schafe. Schwarze Schafe, weil ihr Fleich besser und
magerer ist als dasjenige der weissen.

Wenn das Junge bei der Geburt rund 4 Kilo wiegt, so sind es nach fünf Monaten bereits 40 Kilo.

… ohne Geburtshilfe

An jenem Sonntag ging Charly Heimo bedächtig durch die Reihen und liess geschehen, was geschehn musste. Kein Zwischenfall, alles spielte sich normal ab. Hie und da aber muss Heimo als Geburtshelfer einspringen. Und zwar dann, wenn der Kopf ohne die Vorderbeine aus dem Mutterleib tritt: «Ich muss den Kopf wieder zurückstossen und im Mutterleib nach den Vorderbeinen suchen.»

Das Mutterschaf trägt fünf Monate und stillt ihr Lämmchen rund sechs Monate lang. In den ersten drei Monaten wird der Widder fern gehalten. Heimo: «Eigentlich kann das Mutterschaf bereits nach 30 Tagen wieder aufnehmen.» Doch ein solcher Rhythmus würde das Tier sehr schwächen.

Mit Schönheitsfehlern chancenlos

Züchter Heimo besitzt rund 30 Mutterschafe, von denen jedes pro Wurf durchschnittlich 1,8 Junge gebiert. Ein schwarzes Schaf lämmert im Normalfall zwei Mal im Jahr. Heimo hat gar ein «Prachtstier» im Stall, das 1999 und 2001 je sechs Junge auf die Welt gebracht hat.

Eine Herde, die sich jährlich um rund 50 Tiere vermehrt – was geschieht denn mit all den Jungen? «Rund 70 Prozent der Neugeborenen halten den Kriterien für eine Zucht nicht stand.» Sobald sie ihr Gewicht (40 kg) erreicht haben, landen sie auf der Schlachtbank. Etwa 200 Franken gibts dafür.

Nur wenige sind auserkoren

Um auserwählt zu sein, muss das Schaf ein «standardkonformes Aussehen» – sozusagen eine gut proportionierte Figur aufweisen. Ausserdem wird eine perfekte Fusshaltung vorausgesetzt, eine tadellose Zahnstellung und Wolle nur von bester Qualität.

Aber auch der Widder unterliegt den strengen Kriterien des Schweizerischen Schafzuchtverbandes. Heimo hat einen flotten im Stall, den er für über 600 Franken erworben hat. Ein Widder, der jedes Jahr auf Herz und Nieren geprüft wird.
Über die Tiere wird – gemäss den Verbandsvorschriften – genau Buch geführt. Vom Widder liegt ein präzis geführter Stammbaum vor, auf dem gar die Urgrosseltern aufgeführt sind.
Gibt es eine Gewähr für eine gesunde Herde? «Ja, ein makelloser Widder, ein Schönling, wenn man so will», meint Heimo schmunzelnd.

Ein coupierter Schwanz

Aber warum wird dann die absichtliche Deformierung, der coupierte Schwanz, toleriert? Das geschehe aus hygienischen Gründen, bemerkt der Züchter: «Dreckklumpen setzen sich mit Leichtigkeit beim Schwanz an.» Und daher sei es üblich den Schwanz kurz nach der Geburt (schmerzlos) zu coupieren.

Mit Schafen
ist kein Geld zu machen

Vorbei sei die Zeit, als mit Schafen noch Geld zu machen war, bemerkt der Züchter. «Mit 3,35 Fr. für ein Kilo Lebendgewicht ist der Schafpreis praktisch im Keller.» Aber auch die Wolle werfe nur noch wenig ab. So bleibt Schafzucht weiterhin eine Tätigkeit, bei der Arbeitsstunden nicht zählen dürfen.
Ein schwarzes Schaf

«Er ist das schwarze Schaf in der Familie.» Eine Redensart, die jeder kennt. Sie bezeichnet einen angeblich Schuldigen, die Person, die «von den Angehörigen durch unsittliche Lebensführung unvorteilhaft absticht» wie es im Herder-
Lexikon heisst. Die Wendung bezieht sich auf das Alte Testament
(1. Mos. 30, 32):

«Ich will heute durch alle deine Herden gehen und aussondern alle gefleckten und bunten Schafe und alle schwarzen Schafe . . .» il

Mehr zum Thema