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YB verliert die Abwehrschlacht

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Die Young Boys haben den zweiten Match in der Champions-League-Gruppenphase verloren. Die Berner unterlagen nach einem lange gut geführten, aber letztlich erfolglosen Abwehrkampf Atalanta Bergamo auswärts mit 0:1.

Es konnte nicht über die gesamte Spielzeit gut gehen. Nach der Pause wurde der Druck von Atalanta immer grösser. Die Young Boys konnten sich kaum mehr aus der Umklammerung lösen und verloren den Ball beim Versuch, selber aktiv zu werden, immer näher am eigenen Strafraum. In der 68. Minute sorgte schliesslich ein gelungenes Dribbling von Duvan Zapata gegen Sandro Lauper für die Vorarbeit zum Siegtreffer von Matteo Pessina.

Nichts lief für die Young Boys so wie gegen Manchester United vor zwei Wochen: Spielen und agieren konnten sie so gut wie gar nicht. Sie waren bis zum Gegentreffer ununterbrochen damit beschäftigt zu verteidigen, Räume zuzulaufen, dem Ball hinterherzurennen. Zeit, um einen Angriff zu lancieren, hatten sie nicht, weil Atalanta sofort nach einem Ballverlust Druck ausübte.

Eine Halbzeit lang kamen die Berner mit der Spielweise der Bergamasken bemerkenswert gut zurecht. Sie verteidigten geschickt, hatten immer einen Spieler, der noch dazwischen gehen konnte, wenn sich Atalanta mal einen kleinen Vorteil im Angriffsspiel verschafft hatte. So gab es vor der Pause aus dem Spiel heraus kaum brenzlige Situationen zu überstehen für den Schweizer Meister. Ein Eigentor von Sandro Lauper nach 17 Minuten wurde wegen eines vorangegangenen Abseits vom VAR annulliert.

Die Torchance von Elia

Die schon vor der Pause wenigen Befreiungsaktionen der Berner wurden in der zweiten Halbzeit noch rarer. Zu selten konnten sie einen Angriff sauber lancieren. Wenn mal einige Pässe in Folge gelangen, war das in einer für Atalanta ungefährlichen Zone. Offensiv brachte YB fast nichts zustande. Nach dem 0:1 war ein Schuss von Christopher Martins, der übers Tor flog, die gefährlichste Berner Aktion.

Martins stand auch am Ursprung der einzigen wirklichen Torchance: Der Luxemburger eroberte sich in der 28. Minute den Ball und lancierte Meschack Elia mit einem perfekten Pass in die Tiefe. Der wirblige Stürmer schoss aus guter Position am Tor vorbei. Ein Treffer zu diesem Zeitpunkt hätte womöglich zu einem anderen Szenario geführt.

Die Paraden von von Ballmoos

Die knapp 10’000 Zuschauer im wegen der Corona-Massnahmen nur zur Hälfte gefüllten Stadion waren im Verlauf der ersten Halbzeit zwischenzeitlich sehr ruhig geworden, weil die Angriffe ihrer Mannschaft nicht die gewünschte Wirkung erzielten. Doch Atalanta liess nie nach, setzte YB permanent unter Druck, bis der Treffer fiel.

Das Resultat hätte dann auch deutlicher ausfallen können. Von Ballmoos war der stärkste Berner. Der Captain parierte schon nach fünf Minuten einen Abschluss von Zapata und war nach der Pause mehrmals entscheidend zur Stelle. Vorne war Elia, der als Ersatz für den verletzten Christian Fassnacht auf der rechten Flanke spielte, der Einzige, der mit seinem Tempo die Atalanta-Verteidigung wiederholt in Bedrängnis brachte.

Aebischer: «Kein schlechtes Spiel»

Das Fazit vom zweiten Auftritt der Berner in der Champions League fällt weniger begeisternd aus als jenes vom ersten. Aber was YB auch in Bergamo bewiesen hat: Die Mannschaft von David Wagner ist nur schwer zu schlagen, selbst dann, wenn in der Offensive fast nichts gelingt.

Der Sensler Mittelfeldspieler Michel Aebischer analysierte: «Wir haben solidarisch verteidigt und ihnen nicht viele Chancen gegeben. Zu zwei, drei Chancen sind sie gekommen, das kann man nicht alles verhindern. Hätten wir technisch sauberer gespielt, hätten wir vielleicht noch zwei, drei Chancen mehr herausspielen können. Schlussendlich war es für uns kein schlechtes Spiel, aber leider ein Spiel ohne Punkte.»

Auf den ersten Auswärtssieg in der Champions League – 2018/2019 verloren die Berner bei Juventus Turin, Valencia und Manchester United – muss YB auch nach dem vierten Versuch warten. Den nächsten internationalen Auftritt hat es in knapp drei Wochen wieder daheim gegen den Europa-League-Sieger Villarreal.

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