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Zeilen von der Kampffront

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Gastkolumne

Autor: Gustav

Zeilen von der Kampffront

Was da abgeht, ist schon recht krass. Muss ich sagen. Ich habe mir ja nicht so viel dabei gedacht. So paar Sonntage ins Fernsehen gehen, bisschen singen, bisschen quatschen, easy. That’s it. Klar, nicht grad in der ersten Runde rausfaulen, das war mein Ziel, aber in der zweiten oder spätestens in der dritten wärs okay gewesen. Und jetzt das. Sendung vier, mit guten Chancen, noch eine Runde weiterzukommen. Laut der Online-Umfrage auf SF.tv gelten wir sogar als Favoriten für den Sieg. Gott oh Gott, das macht zittrige Knie und etwas ehrfürchtig. Das sollte doch nur ein bisschen Fun sein. Und jetzt das. Ihr seid schon verrückt, ehrlich. Ich weiss, dass ihr alle am Sonntag völlig angespannt vor der Glotze sitzt. Ich hörs ja aus allen Ecken: «Glückwunsch, Gustav, weiter so!», «Bravo, toll gemacht!», «Der Song hat mir zwar nicht gefallen, aber ich habe trotzdem 100 Mal für euch gevotet». Der Kassiererin im Coop musste ich letzthin auf MEINEN Kassenbeleg eine Unterschrift geben, zum Glück habe ich nur Brot und Tomaten gekauft.

Die ganze Deutschfreiburger Bevölkerung und auch einige Welsche sind infiziert mit dem Gustav-Chor-Voting-Fieber. Man kennt die Freiburger Sympathisantenstimmung ja von Gottéron-Spielen oder von Bierbrauereidemonstrationen, die Freiburger sind gute, lautstarke und bedingungslose Fans. Die haben Feuer unterm Arsch, die können so richtig die Seele aus sich rausbrüllen … Irgendwie kommt mir das bei uns fast gleich vor. Mit Fancars reisen die Leute nach Kreuzlingen, um uns zu unterstützen, mit Fahnen und Plakaten. Im Unterschied zum Hockey ist es mein Chörli, das seine Seele aus dem Leib brüllt – und ich spiele (in meinem kalten Proberaum, mit einem Radiator zwischen den Beinen) Tag und Nacht die Finger feurig, um wieder einen Song neu zu arrangieren, da wir wegen euch immer eine Runde weiterkommen.

Nur damit ihr ein wenig versteht, was da hinter den Kulissen und in meinem Kopf abgeht: Als mich das Fernsehen im Juni gefragt hat, ob ich bei einer Show namens «Kampf der Chöre» mitmachen wolle, habe ich schon überlegen müssen. Sonntagabendshows sind nicht so mein Ding, auch Castingshows nicht, und sowieso, ich bin der Typ, den man auf eine Konzertbühne stellen muss, nicht vor eine Kamera, mit weissem Ledersofa, tausend Scheinwerfern und zwei Kilo Makeup in der Visage, zusammen mit zwielichtigen Gestalten aus der Schweizer Musikszene. So mein Vorurteil. Ich fühle mich zwar immer noch nicht wohl vor der Kamera, aber ich habe unglaublichen Spass, alte Hits neu für den Chor zu arrangieren, die Chorjungs und -mädels sind so was von euphorisch und engagiert, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Ich meine, alle arbeiten nebenher voll und proben fast jeden Abend mit dem Chor, machen Samstag und Sonntag in Kreuzlingen einen Marathon durch, mit Singen, Choreographie üben, Styling, Proben auf der Bühne, neben der Bühne, hinter der Bühne, im Hotel, am See, auf der Wiese. Die geben so richtig alles. Ich gebe alles. Und wie es scheint, ihr auch.

An dieser Stelle also ein herzhaftes MERCI! Wenn ihr uns schon bis in Sendung vier gebracht habt, wollen wir für euch die Sache auch grad gewinnen – soll Gottéron sich ein Beispiel an uns nehmen. Adieu, und bis nächsten Sonntag, 20.05 auf SF 1.

PS: Werden die Endziffer 05 haben, falls ihr die 100 SMS schon vorbereiten wollt 🙂

Pascal Vonlanthen alias Gustav ist Musiker und lebt in Freiburg. Als Kulturschaffender ist er in einem FN-Kolumnistenkollektiv tätig, das in regelmässigem Rhythmus frei gewählte Themen bearbeitet.

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