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Zeitungen nicht berühren: Todesgefahr

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Hannes Währer

Er kann sich nicht entscheiden. Zwar steht die neue Luftwärmepumpe-Heizung vor dem Haus und wartet nur darauf, installiert zu werden. Aber möglich wären mehrere Standorte und Hans Beier muss warten, bis der richtige Augenblick kommt, an dem er sich entschliessen kann.

Das war schon immer so, seit der hagere Mann mit den von Arbeit gezeichneten, bärentatzengrossen Händen in Cordast lebt. Zuvor war Beier gewohnt, eine Menge Entscheidungen zu fällen. Über Jahre im Leitungsteam eines anthroposophischen Internats, verantwortlich für den Unterhalt der Gebäude und den praktischen Unterricht der Schüler, gehörte das zu seinem Alltag. Bis es nicht mehr ging. «Ich sah das Burn-out kommen, aber mein Umfeld reagierte nicht genügend auf meine Notsignale», erklärt Beier am Tisch in der heimeligen Küche. Seither ist nichts mehr wie zuvor. «Ich habe nie mehr zu meiner alten Leistungsfähigkeit gefunden», sagt er, während er nachdenklich mit der Hand über seinen weissen Vollbart streicht.

Ganz einfach ist das Zusammenleben mit seiner Partnerin und ihren zwei Kindern deshalb nicht. «Aber heute habe ich wieder die Energie, daran zu arbeiten», sagt der 1947 geborene Beier.

Und früher wäre ihm das mit der Heizung nie passiert. Er hatte Kraft wie eine Büffelherde. Neben einem 100-Prozent-Job beim damaligen Schweizer Radio International renovierte er als junger Mann ein altes Bauernhaus mitsamt Stöckli, restaurierte Oldtimer und hatte den Anspruch, daneben auch den Garten zu bestellen. Und auch später, nach einem anthroposophischen Studienjahr und dem Einstieg in die Leitung des Internats, sprühte er noch vor Energie.

Beier sprudelt noch heute vor Ideen, aber mit der Umsetzung hapert es. «Ich bin langsam. Der Gefährte von Burn-out ist Depression, und die lähmt den Willen», erklärt er. Aber Beier nutzt jede Chance, wenn der Wille frei ist, und geht ans Werk. Ein Gartenzaun mit einem Bogentor aus einem krumm gewachsenen Baum ist entstanden. Wege führen ums Haus, liebevoll gepflastert mit Steinen aus der Saane. An der Böschung wachsen Blumen, «damit die Menschen etwas Schönes zu sehen bekommen.»

Subtil veränderte Schilde

Ein Künstler ist Beier nicht. Aber der Schopf, an den das Wohnhaus angebaut wurde, ist die Heimat eines Lebenskünstlers. Über der Tür hängen diverse alte Schilder, die Beier subtil und hintergründig verändert hat. Aus «Leitungen nicht berühren: Lebensgefahr» wird «Zeitungen nicht berühren: Lebensgefahr».

Und überall stapelt sich wohlgeordnetes Material, das andere weggeworfen haben und Beier wieder verwerten will. Fahrräder aus den Mulden in Gurmels für einen Freund, der sie in Kroatien wieder gebrauchsfertig macht. Wohin das Auge blickt: Spezielle Steine, Wurzeln, alte originelle Metallteile, Figuren, Baumaterial aller Art und Maschinen jeglicher Ausführung.

«Maschinen und Shiatsu sind mein Lebenselixier», erklärt Beier. Shiatsu, weil es neue Lebensenergie schenkt, Maschinen, weil sie ein Erfolgserlebnis verschaffen, wenn sie nach der Reparatur wieder laufen. «Mein Denken ist noch immer der Zeit verhaftet, als ich Bäume ausreissen konnte», erzählt Beier. «Heute muss ich sehen, dass ich mit meinen Kräften Erfolgserlebnisse erreiche.»

Währenddessen verändert sich das Haus. Langsam, so wie es Beiers Art geworden ist, aber sicher, weil er trotz allen Tiefschlägen nie aufgegeben hat. Und dass sein Weg nicht gerade konventionell ist, ist ihm auch klar. «Aber wissen Sie», sagt er und lächelt dabei, «ein wenig spinnen ist normal, aber ganz normal sein ist doch total gesponnen.»

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