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Zenhäusern-Effekt bereits verpufft

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Irgendwie schaffte es das stark ersatzgeschwächte Gottéron gestern, 17 Minuten vor Schluss beim heimstarken HC Davos 4:3 in Führung zu liegen–weil Davos nach dem Sieg vom Samstag im Spitzenspiel in Bern ein wenig gesättigt wirkte. Weil Freiburgs anfängliche Taktik, mit sämtlichen Mitteln Tore zu verhindern und vorne auf ein Wunder zu hoffen, dank optimaler Chancenverwertung in der ersten Spielhälfte perfekt aufging. Und weil Gottéron die verrückten 84 Sekunden zwischen der 34. und der 35. Minute halbwegs heil überstand, als zuerst Joel Kwiatkowski das 3:1 für die Gäste schoss, Davos dank eines Doppelschlags nur 36 Sekunden später den Ausgleich erzielte und Michael Ngoy wiederum nur 48 Sekunden später die vermeintlich angezählten Gäste gleich wieder in Führung brachte.

Dumme Strafen

Die Freiburger waren also auf gutem Weg, unverhofft Punkte aus dem Bündnerland zu entführen, als sie sich die erste schwerwiegende Undiszipliniertheit leisteten. Marc-Antoine Pouliot, der ansonsten auch an diesem Wochenende wieder Gottérons bester Stürmer war, liess sich in der Mittelzone abseits des Spielgeschehens zu einem unnötigen Foul hinreissen und kassierte eine 2+10-Minuten-Strafe. Dick Axelsson gelang in Überzahl der Ausgleich–und mit Pouliot fehlte in dieser wichtigen Phase dem ohnehin stark ersatzgeschwächten Team ein weiterer Center. Zwar fiel während diesen zehn Minuten kein weiteres Tor, doch gut sechs Minuten vor Schluss leitete Raphael Kuonen mit der nächsten Undiszipliniertheit den Untergang Gottérons doch noch ein. Für ein Beinstellen in der gegnerischen Zone musste der Ausleih-Stürmer des HC Lugano für zwei Minuten auf die Strafbank–und ermöglichte Dario Simion den Siegtreffer. «In solchen Situationen müssen wir natürlich aufpassen, dass wir Strafen vermeiden», sagte Freiburgs Trainer Gerd Zenhäusern nach dem Spiel zunächst in seiner gewohnt ruhigen Art. Um dann gleich anzufügen: «Ich will mich jetzt nicht mehr zu sehr zu den Strafen äussern. Sonst verputzt es mich noch.» Auch Torhüter Melvin Nyffeler fand klare Worte. «Diese Strafen waren einfach dumm und haben uns das Spiel gekostet.»

Schwacher Auftritt gegen Rapperswil

So ärgerlich die Niederlage am Ende auch war, sind Punkte in Davos für Freiburg nicht unbedingt zu erwarten. Auf ein durch und durch enttäuschendes Wochenende schaut Gottéron indes vor allem deshalb zurück, weil die Freiburger am Samstag zu Hause gegen Schlusslicht Rapperswil ebenfalls verloren. Als den «ganz klar schlechtesten Match» seit seinem Amtsantritt bezeichnete Zenhäusern die 2:4-Niederlage. Eingeleitet wurde sie übrigens ebenfalls durch eine unnötige Strafe Kuonens in der gegnerischen Zone. Nach dem frühen Führungstreffer der Gäste in Überzahl fand Gottéron selten ein Mittel, das Schlusslicht in Verlegenheit zu bringen. Freiburgs Niederlage war am Ende verdient, zu wenig leidenschaftlich und konsequent agierte Gottéron in der Offensive, zu fehleranfällig in der Defensive. So wurde die Mannschaft nach dem Spiel, erstmals seit Zenhäusern in Freiburg Trainer ist, vom eigenen Anhang ausgepfiffen. Als «Weckruf» wollte der Walliser am Samstag nach dem Spiel die Niederlage verstanden wissen. Eine Reaktion habe sein Team am Sonntag immerhin gezeigt, sagte er gestern in Davos.

Verletztenliste wird länger

Dennoch war er auch in den Bündner Bergen nicht restlos zufrieden mit dem Auftritt seiner Spieler. «Wir müssen mehr dorthin gehen, wo es wehtut, vor das Tor, direkt vor den Torhüter. Da sagen wir uns noch zu oft: Dort wird es zu schmerzhaft! Also stehen wir vielleicht einen Meter weiter weg.» Auffällig ist zudem, dass die Defensive, die vorübergehend wieder stabiler geworden zu sein schien, erneut zu bröckeln beginnt. In den letzten vier Spielen – in denen es vier Niederlagen absetzte – kassierte Gottéron 16 Gegentore. Auch auf der Torhüterposition bietet Freiburg wiederum wenig Brillanz. Benjamin Conz machte am Samstag bei drei von vier Gegentoren keine gute Figur, Melvin Nyffeler zeigte gestern zwar einige starke Paraden, mit 82,8 Prozent war allerdings seine Abwehrquote ebenfalls nicht über alle Zweifel erhaben.

Hauptgrund zur Sorge ist jedoch die immer länger werdende Verletztenliste. Gestern gesellten sich mit Thibaut Monnet und Christian Dubé zwei weitere Stürmer hinzu. Gemäss Zenhäusern wird das Duo voraussichtlich auch morgen im wichtigen Heimspiel gegen Kloten fehlen. Wahrscheinlich wird er deshalb wie gestern wieder die Verteidiger Anthony Huguenin und Maxime Montandon im Sturm auflaufen lassen müssen. Da Zenhäusern aber nicht gerne über Verletzte spricht, formuliert er die Problematik ein bisschen um. «Die Energie» sei seine grösste Sorge, weil er die besten Kräfte halt doch regelmässig forcieren müsse. «Natürlich versuche ich, möglichst oft mit vier Linien zu spielen. Aber wenn du auf der anderen Seite einen Ambühl auf dem Eis hast, überlegst du dir doch zweimal, ob du in diesem Moment die Linie Brügger/Kuonen/Montandon bringen willst …»

Telegramm

Davos – Gottéron 5:4 (1:1, 2:3, 2:0)

5309 Zuschauer.Tore:8. Helbling (Pouliot, Mauldin/Ausschlüsse Ambühl; Ngoy) 0:1. 19. Sciaroni (Corvi) 1:1. 23. Brügger (Huguenin) 1:2. 34. (33:20) Kwiatkowski (Pouliot, Tambellini/Ausschluss Marc Wieser) 1:3. 34. (33:35) Sciaroni (Camperchioli, Walser) 2:3. 34. (33:56) Ryser (Paschoud) 3:3. 35. (34:44) Ngoy (Mottet, Pouliot) 3:4. 44. Axelsson (Ambühl, Du Bois/Ausschluss Sciaroni; Ngoy, Pouliot) 4:4. 56. Simion (Koistinen, Lindgren/Ausschluss Kuonen) 5:4.Strafen:7-mal 2 Minuten gegen Davos, 5-mal 2 plus 10 Minuten (Pouliot) gegen Gottéron.

Davos:Genoni; Du Bois, Reto von Arx; Schneeberger, Koistinen; Guerra, Camperchioli; Jan von Arx, Paschoud; Ryser, Axelsson, Ambühl; Wieser, Lindgren, Paulsson; Sciaroni, Walser, Hofmann; Simion, Corvi, Jörg.

Freiburg-Gottéron:Nyffeler; Ngoy, Kwiatkowski; Helbling, Abplanalp; Kamerzin, Schilt; Zangger; Sprunger, Tambellini, Huguenin; Mauldin, Pouliot, Mottet; Fritsche, Hasani, Vauclair; Kuonen, Brügger, Montandon.

Bemerkungen:Davos ohne Dino Wieser (krank), Forster, Kindschi und Schommer. Gottéron ohne Monnet, Plüss, Dubé, Neff und Bykow (alle verletzt).–Timeouts: Davos (8.); Gottéron (34.).–Pfostenschüsse: 40. Ambühl, 44. Du Bois, 57. Sciaroni.

Die FN-Besten:Sciaroni, Kwiatkowski.

Telegramm

Gottéron – Rapperswil 2:4 (0:1, 0:1, 2:2)

St. Leonhard.–6186 Zuschauer. – SR Eichmann/Prugger, Dumoulin/Espinoza.Tore:8. Danielsson (Mikael Johansson, Fransson/Ausschluss Kuonen) 0:1. 34. Rizzello (Hächler, Hürlimann) 0:2. 42. (41:20) Tambellini (Pouliot, Helbling/Ausschluss Fransson) 1:2. 42. (41:34) Danielsson (Sieber, Mikael Johansson) 1:3. 54. Nils Berger (Neukom, Persson) 1:4. 60. (59:23) Pouliot (Mauldin, Helbling/Ausschluss Rizzello) 2:4.Strafen:3-mal 2 Minuten gegen Gottéron, 5-mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers.

Freiburg-Gottéron:Conz; Kamerzin, Schilt; Ngoy, Kwiatkowski; Helbling, Huguenin; Zangger, Abplanalp; Sprunger, Dubé, Monnet; Mauldin, Pouliot, Tambellini; Kuonen, Brügger, Mottet; John Fritsche, Hasani, Vauclair.

Rapperswil-Jona Lakers:Wolf; Grigioni, Fransson; Hächler, Sataric; Weisskopf, Profico; Valentin Lüthi, Sven Berger; Neukom, Persson, Nils Berger; Danielsson, Mikael Johansson, Sieber; Thibaudeau, Obrist, Pedretti; Jordy Murray, Hürlimann, Rizzello.

Bemerkungen:Gottéron ohne Plüss, Neff und Bykow, Rappeswil ohne Geyer, Frei, Schmutz, Samuel Friedli (alle verletzt), Heitzmann (krank) und Derrick Walser (überzähliger Ausländer).–Schussstatistik: 45:29.

Die FN-Besten:Pouliot, Danielsson.

Mottet: «Da hat die Disziplin gefehlt»

Killian Mottet, welche Bilanz ziehen Sie aus den beiden Spielen vom Wochenende?

Diese Frage ist schnell beantwortet. Wir haben null Punkte geholt. Da kann man natürlich überhaupt nichts Positives herausziehen. Es ist sehr frustrierend, da wir es verdient hätten, aus Davos mit Punkten zurückzukehren. Gleichzeitig dürfen wir den Kopf aber auch nicht hängen lassen. Uns steht eine sehr wichtige Woche bevor.

 

Das Spiel in Davos war spektakulär und für die Zuschauer interessant. Wie aber beurteilen Sie das Niveau der Begegnung?

Es war eine intensive Partie mit vielen Checks. Aber auch mit individuellen Fehlern und vielen Strafen.

 

Am Ende hat sich Freiburg mit Strafen selbst um die Punkte gebracht. Wie kam es dazu?

Da hat die Disziplin gefehlt. Sowohl die Strafe, die zum Ausgleich führte, als auch diejenige vor dem Siegtreffer war ganz klar vermeidbar.

 

Acht Minuten vor Schluss haben Sie bei 4:4 eine Riesenchance vergeben. Wie haben Sie die Situation erlebt?

Der Puck kam aufs Tor, und der Rebound fiel mir vor die Schaufel. Leider sprang der Puck auf, und ich konnte ihn nicht richtig kontrollieren. Ärgerlich, denn es wäre vielleicht der Siegtreffer gewesen. Aber ich darf mir nicht zu sehr den Kopf darüber zerbrechen.

 

Am Ende setzte es die vierte Niederlage in Folge ab. Der positive Effekt des Trainerwechsels scheint allmählich zu verpuffen …

Naja, bei diesen vier Niederlagen haben wir immerhin zweimal gepunktet. Und in Davos haben wir im Vergleich zum Spiel gegen Rapperswil -Jona bereits eine Reaktion gezeigt. Darauf müssen wir jetzt aufbauen und uns ab Montag wieder vollkommen auf die nächsten Aufgaben konzentrieren.

 

Es fällt auf, dass das Team plötzlich wieder deutlich mehr Gegentore kassiert. Was macht Gottéron im Defensivspiel wieder weniger gut?

Vielleicht spielen wir wieder zu kompliziert – werden dafür allerdings auch immer gleich bestraft.

 

Was muss Freiburg in der kommenden Woche besser machen, um die Negativserie zu beenden?

Wir müssen mehr Disziplin an den Tag legen. Und auch härter arbeiten. Wir sind ein Team, das mit Emotionen erst richtig auf Touren kommt. Deshalb müssen wir auch wieder mehr Emotionen reinbringen. Besonders gegen Rapperswil ist uns das nicht gelungen. fm

 

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