Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Zeugen eines langen Künstlerlebens

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Seine Hände sind immer noch ruhig, stark und geschickt. Wenn der Bildhauer Emile Angéloz vorführt, wie er einst an seinem selbst gebauten Ofen Bronze gegossen hat, macht er sein Alter vergessen. Dabei feiert er bald seinen 93. Geburtstag – bei sich zu Hause in Cormin­boeuf, wo er seit 47 Jahren lebt und ­arbeitet.

«Kraft habe ich noch», sagt er, «und körperlich geht es mir ganz gut.» Sorgen bereiten ihm nur sein schwächer werdendes Gehör und vor allem eine fortschreitende Augenkrankheit. Wegen der Sehschwäche musste er seine Arbeit als Plastiker in den letzten Jahren fast ganz aufgeben. Das hindert ihn aber nicht daran, jeden Tag in seinem Atelier zu stehen. «Ich langweile mich nie», sagt Angéloz. Er verbringe seine Zeit zwischen seinem Haus und dem angrenzenden Atelier. «Ich kann zwar keine neuen Skulpturen mehr schaffen, dafür repariere ich das, was da ist.»

Was da ist, sind Arbeiten, die vom Schaffen eines Menschen zeugen, der sein ganzes, langes Leben der Kunst verschrieben hat: Miniaturen und Monumentalwerke. Arbeiten aus Holz, Stein, Metall, Gips, Marmor. Figurative Werke aus den frühen Schaffensjahren und die typischen abstrakten Formen, die Angéloz’ Arbeit seit den Sechzigerjahren prägten. «Ich war der Erste, der in Freiburg abstrakte Skulpturen schuf», so der Künstler.

Offene Türen

Rund siebzig Werke aus vierzig Jahren zeigt Emile Angéloz an den kommenden vier Wochenenden in seinem Atelier und in seinem Garten. Es sei seine letzte Ausstellung, sagt er – um aber sogleich hinzuzufügen, dass er das auch schon bei der letzten und vorletzten gesagt habe. Wenn er seine Türen für das Publikum öffnet, erinnert ihn das an jene Jahre, als seine Freunde in seinem Haus ein und aus gingen, feierten und diskutierten. Künstler wie Yoki, Bruno Baeriswyl und Bernard Schorderet gehörten ebenso dazu wie die Fotografen Jacques Thévoz, Leo Hilber und Jean-Claude Fontana. Die meisten seiner alten Freunde seien nicht mehr da, sagt Angéloz, doch beklagen wolle er sich nicht. Jüngere Freunde und seine Tochter helfen ihm, so auch bei der Organisation der Ausstellung. Und dann sind da noch die Tiere, mit denen er sein Leben teilt. Aktuell hat er zwei Katzen, früher unter anderem Papageien und einen Hund. Voller Elan führt Emile Angéloz durch die Retrospektive, macht hier und da halt, erzählt von seiner Arbeit und von seinem Leben. Die schlichten, klaren, geometrischen Formen, die sich quer durch sein Werk ziehen, hätten es ihm schon früh angetan. «Ich kann nicht erklären, warum. Es ist einfach so.»

An vielen Orten präsent

Genauso wenig wisse er, woher seine Affinität zur Kunst gekommen sei, so der Sohn eines Käsers und einer Hausfrau. Er habe schon immer gern gezeichnet, bereits in der Schule, wo er zwar nicht durch seine schulischen Leistungen, aber immerhin durch sein künstlerisches Talent aufgefallen sei. Nach der Schule machte er Praktika in Kunstateliers und besuchte schliesslich während eines Jahres die Kunstabteilung des damaligen Technikums in Freiburg. Die Ausbildung brach er ab, als er 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg, in die Rekrutenschule einrücken musste – «zu den Fliegern in Payerne, das hat mir gefallen». Nach dem Krieg arbeitete Angéloz während mehrerer Jahre bei Freiburger Steinmetzen, bevor er sich 1957 selbstständig machte.

Er habe das Glück gehabt, dass er immer von seiner Kunst habe leben können, sagt Emile Angéloz. Geholfen hätten ihm die eidgenössischen Stipendien, die er in den Fünfziger- und Sechzigerjahren erhalten habe, und später die Tatsache, dass er viele Wettbewerbe gewonnen und immer wieder Aufträge erhalten habe. Werke von Angéloz sind heute im ganzen Kanton im öffentlichen Raum zu finden, etwa beim Museum für Kunst und Geschichte Freiburg, bei der Sportanlage Leim­acker in Düdingen oder beim SBB-Ausbildungszentrum Löwenberg in Muntelier. Auch die Skulptur «Der Murtenläufer», die an der Stelle der alten Murtenlinde beim Freiburger Rathaus steht, ist von Emile Angéloz – ein Gemeinschaftswerk mit seinem Freund Bruno Baeriswyl.

Ausstellung in Corminboeuf, Chemin du Verdilloud 9. Bis zum 8. Oktober. Jeweils Fr. bis So. 16 bis 18 Uhr.

Zur Person

Einflussreicher Autodidakt

Emile Angéloz wurde am 3. Oktober 1924 in Freiburg geboren. Seine Kunstausbildung brach er wegen des Militärdienstes ab; die meisten seiner Fertigkeiten brachte er sich autodidaktisch bei. Im Lauf seiner langen Karriere schuf er zahlreiche Werke, die bis heute im öffentlichen Raum stehen, im Kanton Freiburg, aber auch ausserhalb. Emile Angéloz zählt zu den bedeutendsten Freiburger Künstlern des 20. Jahrhunderts. 1957 war er Mitbegründer der Künstlerbewegung Groupe Mouvement.

cs

 

«Ich kann nicht erklären, warum ich die klaren, geometrischen Formen so mag. Es ist einfach so.»

Emile Angéloz

Plastiker

Mehr zum Thema